Abschied vom "Kümmerer" der Probstei
Der frisch renovierte Kaminsaal des Hagener Schlosses bot am vorvergangenen Mittwochabend den Rahmen für die Jahreshauptversammlung des Tourismusverbandes Probstei (TVP), der mit großen Schritten in die Zukunft geht. Von den Bürgermeistern der Probstei-Gemeinden genehmigt wurde der Gesellschaftervertrag mit Schönberg und Laboe, der die drei Partner in der Rechtsform einer GbR touristisch eint. Vorgestellt wurde Andrea Simons als Nachfolgerin von Pit Dorn, den TVP-Vorsitzender Hagen Klindt mit einem herzlichen Dank verabschiedete. Klindt selbst bleibt der ruhende Pol. Ihn bestätigte die Versammlung für weitere zwei Jahre in seinem Amt.
| Mit Dank für sein Engagement verabschiedet wurde Ex-TVP-Geschäftsführer Pit Dorn (links), und auch Kornkönigin Katharina Lüth wird im Sommer ihre Krone abgeben. Hagen Klindt (rechts) dagegen führt den TVP noch weitere zwei Jahre. Foto: Butzke |
Er habe eigentlich nicht für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung stehen wollen, erklärte Hagen Klindt vor der Versammlung. Nach "massivem" Widerspruch seiner Vorstandskollegen sei er aber nun bereit, das Amt nochmals – zum letzten Mal – auszuüben. Die TVP-Mitglieder dankten es ihm mit einem einstimmigen Votum. Klindts Ausscheiden hätte auch zu viel Unruhe in den TVP gebracht, denn Newcomerin Andrea Simons muss sich erst mit Land und Leuten vertraut machen, bevor sie die Arbeit des Ex-TVP-Geschäftsführers Pit Dorn fortsetzen und neue Akzente setzen kann. Sie kündigte an, jeder Mitgliedsgemeinde einen Besuch abzustatten, um sich vor Ort ein Bild zu machen.
Über ein "ganz tolles Jahr" voller neuer Begegnungen berichtete Kornkönigin Katharina Lüth aus Probsteierhagen. Sie wird am Sonnabend, 24. Juli, bei der Eröffnung der diesjährigen Korntage in Stoltenberg von Kornprinzessin Hannah Kübli aus Fahren abgelöst. Die neue Kornprinzessin stellt Fiefbergen. Die Gemeinde feiert 2011 sein 725-jähriges Bestehen und wird dann Gastgeberin der Eröffnungsveranstaltung sein. Für 2012 halbwegs zugesagt hat Köhn, wo allerdings noch nicht die Bestätigung der Gemeindevertretung vorliegt.
Ein letztes Mal ließ Pit Dorn das abgelaufene Jahr Revue passieren und listete die erfolgreiche Präsenz der Probstei in Zeitungen, Radio und Fernsehen, auf Messen und Märkten auf. Er legte den Vermietern ans Herz, sich den TIN-(Touristische Informationsnorm)-Klassifizierungen anzuschließen, und warb für eine Unterstützung der Tourist-Infos in den Orten. Neu aus einer Privatinitiative heraus entstanden ist zum Beispiel die Tourist-Info in Wisch. Dorn empfahl dem TVP für die Zukunft auch eine Fortsetzung der begonnenen Zusammenarbeit mit Preetz, Selent und Salzau.
Mit einer Würdigung seines zehnjährigen Engagements für den TVP wurde Pit Dorn von Hagen Klindt verabschiedet. Einst habe Walter Muhs ihm Pit Dorn empfohlen, als er einen "Kümmerer" suchte, so Klindt. Dorn hätte diese Aufgabe ganz hervorragend erfüllt, denn er sei "beweglich und sehr kontaktfreudig". Vor allem durch die Korntage – eine Idee Pit Dorns – hätte er sehr viel Gutes auf die Beine gestellt; insgesamt hätte er die Probstei als Urlaubsregion in besonderer Weise vorangebracht.
Nach ausgiebiger Diskussion, bei der es unter anderem um eventuelle Minuszahlen, den noch nicht vorliegenden Wirtschaftsplan und die Teilnahme von Privatleuten ging, stimmte die Versammlung dem Gesellschaftervertrag zu, der die drei touristischen Partner Schönberg, Laboe und die Probstei in einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenführt. Die Prämisse sei, gemeinsam förderfähig zu sein, betonte der stellvertretende Vorsitzende Harald Bruhn. Und Hagen Klindt erklärte: "Ich sehe keine Alternative dazu." Damit sind die Weichen gestellt für die Zukunft des TVP, der mit Optimismus in eine neue Saison geht.
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