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Gesundheit und Natur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Samstag, 26. Juni 2010

ADAC-Messmethoden sind korrekt, aber …

Ein Beitrag des NDR-Schleswig-Holstein-Magazins rüttelte am Dienstagabend die Mitglieder des Schönberger Wirtschaftsausschuss auf. "ADAC-Tests trüben Badespaß", hieß es im Fernsehbericht und: Dem Ostseebad Laboe müsse laut ADAC in puncto Wasserqualität die (zweitschlechteste) Note "bedenklich" erteilt werden. An den ADAC-Messstellen "Buhne nördliches Ende Kurstrand" und "Algenlagerplatz an Wasserlinie nördliches Ende Naturstrand" gebe es Verunreinigungen, die für Badegäste das Risiko bergen, krank zu werden.

 

  Egal, ob drin oder draußen: Die gute Qualität des Ostseewassers lädt nicht nur ein ins Meerwasserwellenbad, sondern auch an den Laboer Strand. Foto: Butzke

Egal, ob drin oder draußen: Die gute Qualität des Ostseewassers lädt nicht nur ein ins Meerwasserwellenbad, sondern auch an den Laboer Strand. Foto: Butzke


Wie konnte es zu diesem schlechten Ergebnis mit seinen zweifellos negativen Folgen für den Tourismus kommen? Auf seinen Seiten im Internet (www1.adac.de/Tests/Mobilitaet_und_Reise/wasserqualitaet) gibt der ADAC an: "Zur Auswahl der Messstellen wurden mithilfe von Satellitenaufnahmen und Kartenmaterial sowie durch Recherchen … potenzielle Belastungsquellen lokalisiert, die beim Test vor Ort auf ihre Relevanz überprüft wurden. Solche Belastungspunkte waren zum Beispiel Mündungen von Bächen, Entwässerungsgräben und Rohrleitungen, vom Meer abgetrennte Bassins sowie Holz- und Steinbuhnen."

"Die Ergebnisse erklären sich wahrscheinlich dadurch, dass sich die Messungen der ADAC-Gutachter auf Problem- und Randzonen der Flachwasserbereiche konzentrierten", stellt auch Laboes Bürgermeisterin Karin Nickenig in einer Pressemitteilung fest. Sie kennt die Stellen im flachen Strandbereich, an denen der ADAC im vergangenen Sommer Proben entnahm – "in drei Meter Entfernung vom abgelegten Treibselhaufen der täglichen Kurstrandreinigung, in der Brandungszone 70 Meter südwestlich des U-Boot-Museums direkt an der Rohrmündung eines Regenwasserabflusses und 150 Meter weiter südwestlich an der Buhnenspitze".

Laut Karin Nickenig darf die Gemeinde Laboe das Treibsel gemäß den Vorgaben der Unteren Naturschutzbehörde nicht abfahren, sondern nur verlagern. Daher werden die Algen am Naturstrand abgelegt. Dass der ADAC ausgerechnet hier eine Messung vorgenommen hat, ist für die Bürgermeisterin eine "unschöne Sache", wie sie auf telefonische Rückfrage sagte. Aber sie kündigt an, dass sie "die Ergebnisse und Hinweise des ADAC zu den Problemzonen in Laboe gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt und dem Gesundheitsministerium auswerten und zeitnahe Maßnahmen prüfen" will.

Inzwischen kann an Laboes Kurstrand und Freistrand völlig unbedenklich gebadet und geplantscht werden. Die jüngsten Messungen (Freistrand: 17. Mai, Kurstrand: 26. Mai) des Gesundheitsamtes haben gerade wieder ergeben, dass die Badequalität gut ist. Auch Schönbergs Bürgermeister Wilfried Zurstraßen erklärte auf der Sitzung des Wirtschaftsausschusses: "Wir haben eine astreine Badewasserqualität." Veröffentlicht werden die regelmäßigen Messungen, die Schönberg von einem unabhängigen Institut durchführen lässt, im Internet unter http://badewasserqualitaet.schleswig-holstein.de (mit Link auf www.schoenberg.de).

 
 
 

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