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Gesundheit und Natur
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Geschrieben von Gabriele Butzke
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Mittwoch, 26. Oktober 2011 |
An den Kasseteichen wird wieder abgefischt
"Es ist ein gutes Jahr", freut sich Kristiane Göttsch an den Muxaller Kasseteichen, "der Regen hat den Karpfen – im Gegensatz zu uns Menschen – nichts ausgemacht, sie sind dick und groß." Karpfen ab 2,5 Kilo Gewicht "ernten" die Helfer aus dem Teich. Das Wasser ist fast abgelassen, nur in den vorderen Bereichen gibt es noch tiefere Stellen, in die sich die Fische zurückgezogen haben. In Wathosen steigen die "Treiber" ins Wasser und spannen ihr Zugnetz aus, um die Karpfen ans schlammige Ufer und zu den mit Keschern wartenden Helfer zu treiben.
Der Karpfen, den Kristiane Göttsch hier auf dem Arm hält, hat sich ordentlich Fett angefuttert und wiegt knapp sechs Kilo – ein Prachtkarpfen. Foto: Butzke
Wer Lust hat, kann noch an diesem und am nächsten Sonnabend ab 9 Uhr dabei sein, wenn die Karpfen so gefangen werden, wie man das schon im Mittelalter gemacht hat. Über Jahrhunderte hatten die Karpfen aus den Kasseteichen als Fastenspeise der Mönche und zur Versorgung der umliegenden Adelsgüter gedient. Wilhelm Göttsch pachtete die Teiche im Jahre 1900 vom letzten Hagener Gutsherrn, und 1930 kamen sie in den Besitz der Familie Göttsch. Seither wird Jahr für Jahr unter großer Anteilnahme der Probsteier abgefischt, und viele Zuschauer sichern sich gleich "ihren" Karpfen für den heimischen Kochtopf.
Die vier bis fünf Jahre alten Karpfen, die sich im Sommer ordentlich Fett angefuttert haben, kommen nach dem Fang aber erst einmal in die "Hälterung" mit Frischwasser. Hier spuckt der Karpfen alle Schlammreste aus und wird nicht nur von außen, sondern auch von innen sauber. Jetzt kann er geschlachtet werden und ist fertig zum Verkauf direkt ab Hof, wo es auch küchenfertig portionierte Filets gibt. Immer freitags von 9 bis 17 Uhr und sonnabends von 9 bis 13 Uhr ist der Laden geöffnet. Und die beste Karpfenzeit ist jetzt – denn traditionell isst man Karpfen in den Monaten mit "r", also von September bis April.
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