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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Freitag, 09. April 2010

Anerkennung wächst, Schülerzahl sinkt

Das Logo der Schule ist ein Steuerrad. "Das bedeutet: Kinder auf Kurs", erläutert Wilfried John, der die "Dörfergemeinschaftsschule" der Gemeinden Probsteierhagen, Passade, Prasdorf, Fahren, Lutterbek, Stein, Wendtorf und Dobersdorf seit knapp drei Jahren leitet. Für 285 Schülerinnen und Schüler werden hier erfolgreich die Weichen für die Zukunft gestellt.

   

Noch 2006 wurde angebaut – jetzt stehen Räume im Obergeschoss leer, und überall im Haus ist viel Platz: die Dörfergemeinschaftsschule in Probsteierhagen. Foto: Butzke
 

Noch 2006 wurde angebaut – jetzt stehen Räume im Obergeschoss leer, und überall im Haus ist viel Platz: die "Dörfergemeinschaftsschule" in Probsteierhagen. Foto: Butzke

 

Eltern und Lehrer beteiligen sich genauso wie der verantwortliche Schulverband Probstei-West engagiert an der Weiterentwicklung des Schulprogramms. Dieses positive Bild hat nur einen Schönheitsfehler: Seit dem Auslaufen der Hauptschule stehen in Probsteierhagen etliche Klassenräume leer.


Dass der Leerstand zu einer Image-Eintrübung und Spekulationen über den Einzug von Gewerbebetrieben in die Schulräume führen könnte, bestreiten Schulleiter Wilfried John und Verbandsvorsteher Konrad Gromke (Schulverband Probstei-West) energisch. Das Wort "kränkelnd" im Zusammenhang mit ihrer Schule (so verwendet in einem PH-Artikel) ärgert sie maßlos. Im obersten Stockwerk werde zwar auf eine regelmäßige Reinigung und Beheizung der leeren Räume verzichtet, aber in den unteren Bereichen habe man jetzt mehr Möglichkeiten, um schulische Konzepte zu verwirklichen.


Das gilt in erster Linie für den Betrieb der Offenen Ganztagsschule (OGS) in der Zeit vor der ersten Stunde und von 13 bis 16 Uhr. Der OGS Erweiterungs- und Umbau mit einem Bauvolumen von rund 600.000 Euro wurde 2006 vom Bildungsministerium anerkannt und aus Bundesmitteln des IZBB (Investitionen Zukunft Bildung und Betreuung) zu 90 Prozent gefördert.


100 Kinder werden in der OGS betreut – "mehr als ein Drittel der Schüler", wie John betont. Für die Hausaufgabenbetreuung (40 Teilnehmer) und die Arbeitsgemeinschaften mit aktiver Unterstützung der Sportvereine, des DRK, der Polizei und Feuerwehr profitiert die OGS jetzt von noch mehr Platz.


Platz ist auch für multimedial ausgestattete "Lernstudios", in denen sich sechs bis acht Schüler, die ihrer Klasse voraus sind, eigenständig beschäftigen und allein lernen können. Auch ein Sprachtherapieraum zur Förderung von Kindern mit einer sprachlichen Entwicklungsverzögerung wurde eingerichtet. Der Raum für Heimat- und Sachkundeunterricht (HSU), in dem physikalische und chemische Experimente durchgeführt werden, wird gerade renoviert und erhält neben Bodensteckdosen auch – wie alle anderen Klassenzimmer – eine Nachhalldämmung, die aus Mitteln des Konjunkturprogramms II bezahlt wurde (es gab 75 Prozent Förderung für energetische Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 280.000 Euro).


Die große Schulküche im Erdgeschoss wird von der OGS genutzt – allerdings nur noch fürs Frühstück, denn das Mittagessen wird fix und fertig vom örtlichen Lebensmittelmarkt angeliefert. Wer die Küche sporadisch zum Beispiel für Lehrgänge mieten möchte, darf das nach Rücksprache tun, und auch Vereine und Verbände wie die AWO oder die Landfrauen sind im Haus willkommen, wenn sie Seminare veranstalten möchten. Aber: "Eine ständige Vermietung von Räumen wird es nicht geben", erklärt Gromke kategorisch. Entsprechende Gerüchte seien Unsinn und aus der Luft gegriffen.


Unter den 285 Schülern der "Dörfergemeinschaftsschule" sind derzeit noch 13 Hauptschüler im letzten Schuljahr. Wenn sie die Schule verlassen, reduziert sich die Schülerzahl weiter. Dazu kommen die allgemein sinkenden Schülerzahlen, die künftig allen Schulen Probleme bereiten. Hat die Schule in Probsteierhagen, die gerade wieder aus über 400 Grundschulen in Schleswig-Holstein als "Referenzschule" ausgewählt wurde, langfristig eine Chance? Sollte der Schulverband Probstei-West vielleicht – wie schon vorgeschlagen – mit dem Schulverband Probstei zusammengehen, um der Krise besser trotzen zu können?


"Ich bin der letzte, der sich gegen einen Zusammenschluss sträubt", sagt Gromke. Seiner Meinung nach würden aber keine Synergieeffekte entstehen. Die räumliche Entfernung zwischen der Schönberger und der Probsteierhagener Schule sei zu groß, um die "Dörfergemeinschaftsschule" einzugliedern und die leer stehenden Räume zu nutzen. "Die Fachlehrer müssten hin und her fahren – das bringt Probleme", erklärt er. Es gebe keine Einsparung von Arbeitskräften, und auch die verwaltungstechnischen Einsparungen seien nur minimal. Bisher, so Gromke, laute die Entscheidung der Gemeinden, der Schulverband Probstei-West solle eigenständig bleiben. Das, meint er, sei auch gut so, denn der kleine Verband könne viel effizienter arbeiten.

 
 
 

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Probsteierhagen

Wunderschön in jeder Jahreszeit: Das 1649 erbaute Herrenhaus Hagen

Dorfprägend: das Schloss und die Kirche

Probsteierhagen, dessen Ursprung sich auf das Jahr 1259 zurückführen lässt, ist ein traditionsreiches Dorf in der Probstei. Über Jahrhunderte eng verbunden mit dem adeligen Gut Hagen wurde das Handwerkerdorf Probsteierhagen (östlich der Hagener Au gelegen) um 1930 mit dem Gutsbezirk Hagen nach dessen Aufteilung in rund 70 Kleinbauernstellen zur heutigen Gemeinde Probsteierhagen vereinigt. Prägend sind auch heute noch das alte Herrenhaus Hagen aus dem Jahre 1649 mit dem dazugehörenden Park, das sich im Besitz der Gemeinde befindet und für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird (Ausstellungen, Konzerte usw.), und die St. Katharinenkirche mit dem Ursprung aus dem 13. Jahrhundert.

Margrit Lüneburg
Bürgermeisterin

Margrit Lüneburg
04348-8916

Gemeindewehrführer
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04348-1781

 
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