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Wirtschaft und Politik
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Geschrieben von Gabriele Butzke
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Samstag, 12. November 2011 |
Ausweisung der Flächen 144 und 145 abgelehnt
Abgelehnt hat der Kreis Plön den Entwurf des Landes, in Fortschreibung des Regionalplans III in Fargau-Pratjau (Fläche 144) und in Fahren/Fiefbergen/Passade (Fläche 145) erhebliche Erweiterungen der bestehenden Windkraftflächen auszuweisen. In der öffentlichen Sondersitzung des Kreistages am Mittwochabend im Kreistagssitzungssaal der Plöner Kreisverwaltung sprach sich die überwältigende Mehrheit der Abgeordneten (gegen die Stimmen der Grünen) für den Schutz von Lebensraum und Tourismus und gegen neue Windkraftanlagen in diesen Bereichen aus. Grünen-Fraktionschef Axel Hilker hatte zuvor eine Bombe hochgehen lassen. Er bestritt sämtliche negativen Aspekte der Windkraft und bezeichnete das Kreiskonzept als "Windkraftverhinderungskonzept".

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"Götterdämmerung" für die Windkrafterweiterung in der Probstei. Der Kreistag lehnt die Ausweisung neuer Flächen ab. Foto Butzke
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Empört reagierten die Abgeordneten und die zahlreichen Zuhörer, darunter auch Vertreter der Initiative "Sophie gegen den Wind" und der neuen Passader Bürgerinitiative auf die Ausführungen Hilkers, es gebe keinerlei gesundheitliche Risiken durch Windkraftanlagen, "es sei denn, man fährt mit dem Auto dagegen". Windräder würden keinen Lärm machen, keinen Disco-Effekt erzeugen, und die Leuchtfeuer zur Flugsicherung seien zu ersetzen, so der Grünen-Chef. Als Argumente gegen Windkraftanlagen ließ er nur "optische Aspekte" und Vogelschutz gelten.
Die Grünen seien (wie auch vom Herold berichtet) in Neu-Sophienhof vor Ort gewesen, so Hilker weiter. Es gebe große Belastungen, aber die Landschaft sei "nicht von besonderem Wert", und gesundheitliche Auswirkungen seien nicht erkennbar. Windkraftanlagen in diesem Bereich seien "nicht schön, aber zumutbar". Mit 38 von 46 Stimmen bei einer Enthaltung lehnte der Kreistag jedoch seinen Antrag ab, die vom Land geplante Flächenerweiterung (Fläche 144) zu akzeptieren, aber nach Nordwesten zu verlagern. Mit 39 Nein-Stimmen wurde auch der zweite Antrag der Grünen abgelehnt, der Fläche 145 auf dem Gebiet der Gemeinde Fiefbergen mit Ausdehnung nach Fahren und Passade wie vom Land vorgesehen zuzustimmen.
Die ablehnende Stellungnahme des Kreises Plön zu den Flächen 144 und 145 geht jetzt ans Land. Bei beiden Flächen führt der Kreistag "Belange der Ortsplanung und des Umweltschutzes, insbesondere des Vogelzuges" ins Feld. "Der Entwurf widerspricht ... deutlich dem Anliegen des Kreises Plön, die Steuerung von raumrelevanten Außenbereichsnutzungen an den Belangen von touristischer Aufenthaltsqualität und der Wahrung von Qualitäten für den Siedlungsbestand und dessen Weiterentwicklung zu orientieren", heißt es in den Begründungen, in denen auch die Ablehnungen durch die Gemeindevertretungen Fargau-Pratjau und Passade erwähnt werden.
Die Probstei ist das einzige Gebiet im Kreis Plön, in das die Landesplanung eigene – und vom Kreiskonzept abweichende – Vorstellungen zur erheblichen Erweiterung von zwei Flächen eingebracht hat. Einer geringfügigen Erweiterung der Fläche in Schillsdorf-Alt Bokhorst stimmte der Kreis zu. Fünf weitere Flächen waren entweder bereits Teil des Kreiskonzeptes von 2009 oder wurden unverändert im Landesentwurf dargestellt.
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