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Gesundheit und Natur
Geschrieben von Brigitte Lederich   
Donnerstag, 29. Juli 2010

Badespaß wurde zur Rettungsaktion

Aus einer akuten lebensbedrohlichen Situation retteten am vergangenen Dienstag die DLRG-Mitglieder Ronja Neudecker (17 Jahre) und Corinna Spiekerkötter (16) einen 62-Jährigen Badegast, der in der Nähe der Buhne 38 am Schönberger Strand in eine gefährliche Strömung geraten war. Diese drohte, ihn in die Tiefe zu reißen.
  

Den Rettungsschwimmerinnen Ronja Neudecker (17 Jahre, links) und Corinna Spiekerkötter (16) sprach Schönbergs Bürgermeister Wilfried Zurstraßen seine hohe Anerkennung für ihren mutigen Einsatz aus und überreichte ihnen als Dank je einen Gutschein für ein Abendessen. Foto: Lederich
 

Den Rettungsschwimmerinnen Ronja Neudecker (17 Jahre, links) und Corinna Spiekerkötter (16) sprach Schönbergs Bürgermeister Wilfried Zurstraßen seine hohe Anerkennung für ihren mutigen Einsatz aus und überreichte ihnen als Dank je einen Gutschein für ein Abendessen. Foto: Lederich

 

Am Sonntag sprach Schönbergs Bürgermeister Wilfried Zurstraßen den mutigen Rettungsschwimmerinnen seinen Dank und seine besondere Anerkennung aus. "Was Sie hier geleistet haben, verdient meine volle Hochachtung", sagte Zurstraßen zu den jungen Mädchen, die bei der Rettung des Verunglückten selbst ihr Leben beim Kampf um die Rettung des Badegastes in Gefahr gebracht hatten. Als kleines Dankeschön erhielten Ronja und Corinna je einen Gutschein über 50 Euro für ein Abendessen in einem Restaurant ihrer Wahl. "Ein wenig Entspannung nach diesem aufregenden Erlebnis", wünschte Zurstraßen den einsatzstarken Schwimmerinnen. "Nur mit Hilfe der DLRG, deren Mitglieder ihren Urlaub einsetzen, um mit ihrer Wachsamkeit und Einsatzbereitschaft den Badegästen einen sicheren Strandaufenthalt zu gewährleisten, kann der ausgedehnte Bereich zwischen Kalifornien und Schönberger Strand abgedeckt werden."

Für Ronja und Corinna begann am vergangenen Dienstag gerade die Freizeit, ihren Dienst auf dem DLRG-Wachturm hatten sie beendet und sie entschlossen sich, gegen 19 Uhr noch einmal selbst in die Wellenlandschaft zu springen. "Beim Schwimmen sahen wir, dass ein Mann an den Buhnensteinen in die Strömung geraten war und verzweifelt dagegen ankämpfte, nicht unterzugehen", erinnert sich Ronja Neudecker. Und dann ging alles ganz schnell. Die beiden DLRG-Mitglieder schwammen zu dem in Gefahr geratenen Badegast. Dieser krallte sich in seiner Panik an den herbeigeeilten Rettern fest und zog sie mit in die Tiefe. "Das war zuerst wie ein Schock", sagt Corinna Spiekerkötter, die zum ersten Male aus Steinhagen bei Bielefeld angereist war, um zwei Wochen auf der Wachstation zu verbringen. "Man vergisst beinahe all das Gelernte", sagt sie, "und muss mühsam um die eigene Fassung kämpfen". Sie versuchten, den verzweifelt gegen den Sog kämpfenden Mann über Wasser zu halten. Um aus der Umklammerung des Verunglückten zu gelangen, verwendeten sie einen Befreiungsgriff, dadurch erhielten die beiden Mädchen schließlich Raum dazu, den Ertrinkenden zu fassen und nach schwierigem lebensbedrohlichen Rettungseinsatz ans Ufer zu ziehen. Ein weiterer Rettungsschwimmer eilte hinzu, half bei der Bergung und Wiederbelebung und das Einsatz-Team des DLRG war nach dem Notsignal schnellstens vor Ort. Der Badegast konnte wiederbelebt werden, nach einem Krankenhausaufenthalt geht es ihm inzwischen wieder gut.

Die beiden Rettungsschwimmerinnen hatten an diesem Ereignis zunächst noch zu knabbern. "Eine solche Extremsituation steckt man nicht einfach weg", sagt Corinna, "wir brauchten zunächst viel Zuspruch und intensive Betreuung". Doch die beiden Retterinnen stehen voll hinter ihrer Aufgabe. "Wir sind bereits wieder im Wachdienst", meint Ronja, die seit ihrem 5. Lebensjahr in der DLRG ist und wie Corinna aus Steinhagen stammt. "Wir sind einfach gerne mit dabei", sagt sie, "es macht uns viel Spaß und auch das Team hier ist supernett". Bis zum 31. Juli sind die beiden Lebensretterinnen noch vor Ort, dann neigt sich der Urlaub dem Ende zu. Und eins ist für beide sicher, im kommenden Jahr sind sie wieder mit dabei.
 
 
 

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