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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Sonntag, 29. August 2010

Bendfelder Chronik: Endspurt hat begonnen

Es ist seit Beginn der "Probsteier Korntage" Tradition, dass in Bendfeld die Erntekrone für das Erntedankfest in der Schönberger Kirche gefertigt wird. So legten Ute Meckelburg, Lore und Dörte Paustian, Annekatrin Stoltenberg und Ilona Schaarschmidt am Sonntag in ihrem Zelt mitten auf der Wiese des Bauerngartens Paustian trotz der heftigen Gewittereinlagen engagiert Hand an, um die schöne Krone zu vollenden. Aus vier Arten Getreide wird sie gebunden – aus Weizen, Roggen, Gerste und Hafer.

 

Ute Meckelburg, Ilona Schaarschmidt und Annekatrin Stoltenberg (von links) sowie Lore Paustian (rechts) zeigen Kornkönigin Hannah Kübli (Zweite von rechts), wie man eine Erntekrone bindet. Foto: Butzke
Ute Meckelburg, Ilona Schaarschmidt und Annekatrin Stoltenberg (von links) sowie Lore Paustian (rechts) zeigen Kornkönigin Hannah Kübli (Zweite von rechts), wie man eine Erntekrone bindet. Foto: Butzke

 

"Das Getreide für die Krone muss Milchreife haben", erläutert Fachmann Peter Ewoldt, "das Korn sollte sich schön zwischen Daumen und Zeigefinger durchdrücken lassen." Wenn es soweit ist, wird das Getreide geschnitten und zum Trocknen aufgehängt, um schließlich auf 18 bis 20 Zentimeter Länge gestutzt zu werden. Und dann geht’s los. Um das Gestell, das Andreas Lange geschweißt hat, werden Stück für Stück die Getreidesträußchen gesteckt und mit Draht gewickelt – an jeden Bügel eine der vier Getreidearten.


"Die Besonderheit der Bendfelder Erntekrone ist, dass wir das Getreide beim Binden nach oben stellen – so wie es auf dem Feld wächst", erklärt Annekatrin Stoltenberg. Weil die Krone augenblicklich an ihrem Ring aufgehängt ist, werden die Ährenspitzen also nach unten zeigen, wenn die fertige Krone umgedreht wird und ihren Platz in der Schönberger Kirche findet. Dort bleibt sie bis zum ersten Advent und wird dann an einen Interessenten verkauft.


Ganz begeistert von der Technik des Erntekrone-Bindens waren am Sonntag Jürgen und Wiebke Ohrt aus Schwentinental. Sie sind im Vorstand des Heimatbundes tätig und möchten gern im nächsten Jahr für die Raisdorfer St. Martinskirche selbst eine Erntekrone binden. Da traf es sich gut, dass die Bendfelder Frauen das Publikum zum Helfen eingeladen hatten. Wiebke Ohrt stellte die Hafersträußchen zusammen und reichte sie ihrem Mann, der sie gekonnt in den bereits gebundenen Strang einfügte. "Das ist eine ganz andere Technik als zum Beispiel beim Binden des Adventskranzes", meinte sie.


 Traditionell stehen die vier Getreidestränge der Erntekrone für Hoffnung, Glaube, Sorge (um die Ernte) und Dank. Zum Erntedankfest am Sonntag, 3. Oktober, wird in der Schönberger Kirche natürlich der Dank für die gute Ernte im Mittelpunkt stehen. Barsbek wird übrigens das Schmücken der Schönberger Kirche übernehmen und das Brot zum Altar bringen.

 
 
 

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