Berlin: Markantes Wahrzeichen im Laboer Hafen
Ein besonderes Jubiläum feiert in Laboe in diesem Jahr ein Schiff – der Seenotrettungskreuzer "Berlin". Es war das erste Schiff der 27-Meter-Klasse der gesamten Flotten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und hat einen besonderen Schirmherrn – den damaligen Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker.
| Eine Besonderheit, die den Seenotkreuzer Berlin für den Einsatz auf der Kieler Förde und im Sportbootbereich qualifiziert, ist das Tochterbootprinzip. Foto: Schmidt |
Er hatte die "Berlin" exakt am 120. Geburtstag der DGzRS am 29. Mai 1985 getauft, eine "alte Dame" und ein elfjähriger "Steppke" aus dem Kreise der Berliner Bürger waren außerdem Taufpaten für das Tochterboot, das dann auch den Namen "Steppke" erhielt.
Und genau das zeichnet den Seenotkreuzer aus: Das Tochterboot-Prinzip. Mit dem Tochterboot, das per Hydraulik zu Wasser gelassen werden kann, sind die Seenotretter besonders für den Einsatz in der Sportbootschifffahrt auf der Kieler Förde geeignet. Das 7,50 Meter lange Boot hat einen Tiefgang von gerade mal 60 Zentimetern und fährt stattliche 15 Knoten. Das kleine Kraftpaket ist technisch und nautisch als selbstständige Einheit ausgestattet.
Das war seinerzeit auch Anlass der Einsatzstelle in Bremen, genau dieses Schiff in Laboe am Knotenpunkt des vielbefahrenen Schifffahrtsgebietes Kieler Förde als Nachfolger der Theodor Heuss zu stationieren. Der damalige Innenminister weihte es vor 25 Jahre die an Bord die damals leistungsfähigste Feuerlöschanlage der gesamten DGzRS-Flotte ein. 33000 Liter beträgt die Ausstoßkapazität des Schiffes. Über zwei Monitore kann das Wasser regelrecht in die Brandherde geschossen werden. Regelmäßig üben die Besatzungen der "Berlin" die Brandbekämpfung auf See auch gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr in Laboe. Auch das Marine-Fliegergeschwader gehört zu den festen Partnern der Seenotretter. Drei- bis viermal in der Woche sind gemeinsame Übungen von Such- und Rettungseinsätzen angesetzt. Denn die Übungen gehören zum Alltag der Retter auf See. Rund 100 Einsätze im Durchschnitt, fünf bis zehn Prozent davon mit medizinischem Hintergrund, absolvieren die Einsatzkräfte. Vormann Michael Müller hofft, dass der Seenotrettungskreuzer "Berlin" dem Einsatzteam noch lange erhalten bleibt, denn im Durchschnitt werden die Schiffe nach einem Lebensalter von 30 Jahren ersetzt.
Neben dem Übungs- und Einsatzgeschehen gehört aber auch ein weiterer Aspekt zum Alltag der Einsatzkräfte: die Öffentlichkeitsarbeit. Veranstaltungen wie der Hafengeburtstag, Open Ship, der "Tag der Seenotretter" oder regelmäßige Vorträge sollen den Menschen die Arbeit der "Partner des Wassersports" nahe bringen. Denn die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger finanziert sich komplett aus Spenden der Bevölkerung, die sich der Arbeit der Seenotretter verbunden fühlen.
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