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Bläser trafen sich auf dem Koppelsberg Drucken E-Mail
Geschrieben von Kay-Christian Heine   
Montag, 23. Januar 2012
Seit 35 Jahren passionierter Kirchenmusiker mit vielen Jahren Erfahrung als Posaunenchorleiter: Pastor Hans Jürgen König (im Vordergrund) aus Nusse. Foto: Heine

Etwa 100 Bläser folgten der Einladung der Nordelbischen Posaunenmission in die Evangelische Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte auf dem Plöner Koppelsberg, um dort miteinander zu musizieren.

 

Bläser trafen sich auf dem Koppelsberg

Etwa 100 Bläser folgten am vorvergangenen Sonnabend der Einladung der Nordelbischen Posaunenmission in die Evangelische Jugend-, Freizeit- und Bildungsstätte auf dem Plöner Koppelsberg, um dort miteinander zu musizieren und die Geschichte des Hans Jürgen König zu hören. Der Pastor hat angehende Kirchenmusiker in Tansania ausgebildet und dabei erfahren, wie Kirchenmusik Christen über Kontinente hinweg miteinander verbindet.

 

Seit 35 Jahren passionierter Kirchenmusiker mit vielen Jahren Erfahrung als Posaunenchorleiter: Pastor Hans Jürgen König (im Vordergrund) aus Nusse. Foto: Heine  

Seit 35 Jahren passionierter Kirchenmusiker mit vielen Jahren Erfahrung als Posaunenchorleiter: Pastor Hans Jürgen König aus Nusse. Foto: Heine

 

Das Jahr 2012 ist in der Lutherdekade das Jahr der Kirchenmusik. "Die Musik ist eine Brücke zwischen Kirche und Gesellschaft und damit eine wichtige Verbindung zu vielen Menschen", schreibt der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider. Dass dies auch für Christenmenschen untereinander und selbst dann gilt, wenn sie auf unterschiedlichen Kontinenten zu Hause sind, weiß nun Pastor Hans Jürgen König aus der Kirchengemeinde Nusse-Behlendorf im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. Seit 35 Jahren ist er Bläser, ein Vierteljahrhundert lang leitet er den Nusser Posaunenchor. Vor gut drei Jahren hat er sein Können und Wissen auf den afrikanischen Kontinent getragen.


Von einem früheren Besuch in Tansania wusste König um die Entbehrungen, an denen die Bläsermusik dort leidet. "Im Laufe der Jahrzehnte sind zwar viele Instrumente ins Land gekommen", sagt er. Viele aber sind in schlechtem Zustand. Kundige Mechaniker für Blechblasinstrumente gibt es kaum, Pflegemittel sind im Land nicht zu bekommen. Die Musikstudenten müssen diese Mittel importieren und verzollen. Oft eine unüberwindliche Hürde, weiß König.


Zu seinem dreimonatigen Besuch in Tansania brach er im Frühjahr 2008 deshalb mit einer Palette voll gespendeter Instrumente, Noten und Zubehör auf. Sein Team: Ehefrau Gesche und drei Mitbläser. Sein Auftrag der Posaunenmission: die Ausbildungsförderung künftiger Posaunenchorleiter an der tansanischen Universität Makumira in der Diözese Meru im Norden des Landes. "Direkt im Schatten des Mount Meru", sagt Hans Jürgen König strahlend.


Von den rund 2.000 Studierenden waren seinerzeit 21 am Music Department als Teil der Theologischen Fakultät eingeschrieben. 18 von ihnen wollten im Laufe ihrer sechs Semester ein Blechblasinstrument erlernen. König hat ihnen Einzelunterricht gegeben, mit ihnen die musikalische Begleitung von Gottesdiensten vorbereitet und Bläserseminare in den ländlichen Gemeinden der weiteren Umgebung gegeben. "Die Menschen dort sind hochmusikalisch; sie sind fantastische Tänzer und Sänger – aber Posaune?" fragt Hans Jürgen König mit hilfloser Geste. "Es braucht Zeit, ihnen die Grundlagen zu vermitteln." Und dann die festgefressenen Züge und Ventile der Instrumente. "Wie sollen die bloß üben?", fragte sich König anfangs verzweifelt. Die Antwort: mit Begeisterung.


Trotz Zehn-Stunden-Tagen an der Uni, schlechter Instrumente und nur nachts freier Übungsräume bleiben sie fest bei der Sache. Schrille Töne, die, so König, mitunter "mehr an Viertelton- denn an Bläsermusik erinnern", stören nicht. Und außerdem sei jeder tansanische Bischof stolz auf einen Posaunenchor, fügt König schmunzelnd hinzu.

 
 
 

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