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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Kay-Christian Heine   
Donnerstag, 22. Juli 2010

Busse und Bahn künftig im Verbund?

Sie steht als Option bereits im vom schleswig-holsteinischen Verkehrsministerium herausgegebenen Nahverkehrsplan. Nun könnte sie in die Tat umgesetzt werden. Gemeint ist die Wiederbelebung der 24 Kilometer langen, von Schönberger Strand nach Kiel führenden Bahnstrecke inklusive ihrer Stationen. Die Landesverkehrsservicegesellschaft (LVS) untersucht und plant derzeit in Dienstleistung für das Land die Durchführbarkeit des Projekts.

   

Noch wächst Gras zwischen den Gleisen des Schönberger Bahnhofs. Das könnte sich bald ändern. Foto: Heine
 

Noch wächst Gras zwischen den Gleisen des Schönberger Bahnhofs. Das könnte sich bald ändern. Foto: Heine

 

Bereits im vergangenen Jahr war der Betrieb des Bahnnetzes Nord neu ausgeschrieben und an die Deutsche-Bahn-Tochter DB Regio vergeben worden. Zusätzlich dazu sollten die Bieter ein Angebot speziell für den Betrieb der Schönberg-Kieler Strecke abgeben. "Auf dieser Grundlage haben wir mit der konkreten Planung der Wiederbelebung begonnen", sagte LVS-Pressesprecher Dennis Fiedel unserer Zeitung. Die LVS untersuche derzeit den Kostenrahmen und Möglichkeiten der Finanzierung. Außerdem sei man mit allen Beteiligten im Gespräch, darunter auch mit dem Kreis Plön und dessen Verkehrsbetrieben VKP.

Im Grunde hänge das Projekt von der vom Land zu leistenden Finanzierung ab, meinte Fiedel. Schleswig-Holstein allerdings ist klamm. Natürlich spiele dessen Finanznot eine Rolle, räumte Fiedel ein. Aber er ist "optimistisch", dass dem Land die Finanzierung gelinge.

 

Das Schönberger Bahnhofsgebäude (Foto oben) könnte bei einer Wiederbelebung der Strecke zu neuen Ehren kommen. Foto: Heine
 

Das Schönberger Bahnhofsgebäude (Foto oben) könnte bei einer Wiederbelebung der Strecke zu neuen Ehren kommen. Foto: Heine

 

LVS-Sprecher: "Bus und Bahn werden sich gut ergänzen"

Anliegenden Gemeinden, die für ihre Kassen ungebührliche Belastungen durch Kostenbeteiligungen fürchten, will Fiedel die Furcht vor dem endgültigen, bahnbedingten Ruin nehmen. "Bus und Bahn werden sich gut ergänzen", ist er sich sicher, die Gemeinden könnten durch eine bessere Anbindung profitieren. "Die Bahnhöfe an sich werden ausschließlich durch das Land finanziert", beruhigt Fiedel weiter. Kosten des Bahnhofsumfeldes, die die Gemeinden in der Tat zu tragen hätten, würden gegebenenfalls großzügig durch das Land gefördert, verspricht der Pressesprecher. An der Rentabilität einer Bahnstrecke Schönberg-Kiel habe er keine Zweifel.

VKP-Planungsgruppe erarbeitet integriertes Bus-Bahn-Konzept

Zu den Beteiligten des Projekts gehören auch die VKP. Deren Prokurist Andreas Scheiner bestätigt den Planungsstand, steht dem Projekt hinsichtlich der Finanzierbarkeit aber skeptisch gegenüber. Bisher vermisse er eine verbindliche Aussage der LVS, meinte er gegenüber dem PH. Dennoch gebe es bei den VKP eine Planungsgruppe, die ein integriertes Bus-Bahn-Konzept erarbeite. Hinsichtlich drohender finanzieller Belastungen der streckenanliegenden Gemeinden greift Scheiner in seine Erfahrungskiste: "Wir wissen, dass bei bisherigen Streckenertüchtigungen Gemeinden teils erheblich an den Kosten beteiligt wurden." Die VKP hätten durch die Bahn zwar Konkurrenz im eigenen Revier, als Eigentümerin des Streckenabschnitts aber vom späteren Betreiber für die Nutzung der Schiene auch Einnahmen zu erwarten.

Einen Termin für die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs zwischen Schönberger Strand und Kiel gibt es bisher nach Auskunft der LVS nicht.
 
 
 

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