Das Jahr 2011 in der Gemeinde Ostseebad Laboe
Wenn Bürgermeisterin Karin Nickenig auf das Jahr 2011 zurückblickt, spricht sie von unruhigen Zeiten. Ein Jahr mit vielen Baustellen, die viele Kräfte gebündelt haben, sei 2011 gewesen. Ein Jahr mit vielem Hin und Her, was ebenfalls Kräfte aufzehrte, wo es eigentlich nicht nötig wäre. Doch alles in allem ist die Bürgermeisterin zufrieden, wenn sie auf die vergangenen zwölf Monate zurückblickt. "Es ist eine Menge bewegt worden, es sind Signale für 2012 gesetzt worden, vieles strahlt in das neue Jahr hinein", so die Bürgermeisterin.
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Mit einem Tag der Gesundheit wurde die neue Schulküche eingeweiht. Foto: Schmidt
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Das Jahr begann in Laboe mit einem Paukenschlag: Die Gemeinde erbte ein Haus mit einer großen Summe Barvermögen. Das Freya-Frahm-Haus soll nun zum Bürgerhaus werden – eine Aufgabe, die ein frisch gegründeter Sonderausschuss für 2012 auf dem Zettel hat.
Die persönlich größte Enttäuschung, so sagt die Bürgermeisterin, war der Abschied vom Projekt der Spielerlebniswelten. Dafür hatte sie sich starkgemacht, wollte gemeinsam mit anderen Gemeinden dieses von der AktivRegion Ostseeküste geförderte Leuchtturmprojekt für die Laboer auf die Beine stellen. Doch es scheiterte an den Finanzen, kaum jemand hätte wohl verstanden, wenn in Anbetracht der finanziellen Lage 60.000 Euro in die Spielwelten geflossen wären. Ein Trostpflaster dafür ist das nun am Jahresende doch verabschiedete Spielplatzkonzept, das in vier Jahren 80.000 Euro bindet, um die vorhandenen Plätze zu modernisieren.
Viel Gegrummel gab es 2011 auch um die geplante Bebauung an der Hafenstraße/Rosenstraße/Steinkampberg. Doch letztlich wurde der Knoten durchgeschlagen, auch wenn die Fronten zwischen Investor und Gemeinde zwischenzeitlich schon ziemlich verhärtet waren. Doch Ende gut alles gut, der Plan wurde Ende des Jahres verabschiedet. Ende gut alles gut, hieß es auch beim Gezänk um die Schulküche. Herrenkochklub und Gemeinde konnten sich schließlich annähern, der Vertrag traf am Ende doch auf beiderseitige Zufriedenheit, wenn die Köche zunächst auch mit dem Weggang aus Laboe gedroht hatten. Mit einer launigen Einweihung begoss man die neue Zusammenarbeit.
In die Rubrik Sparpotenzial fällt der jetzt geplante Umzug des Tourismusbetriebes vom Hafen zurück ins Rathaus. Als unwirtschaftlich hatte Werkleiter Ulrich Thon den Standort bewertet und nutzt den Leerstand im Rathaus für Einsparungen, das Haus am Hafen wird verpachtet.
Schlechte Finanzlage der Gemeinde sorgte für das Scheitern vieler Projekte
Keinen Schritt weiter gekommen ist die Gemeinde allerdings in der Toilettenfrage. Denn weder neue Sanitärhäuser noch die vom Gastronomen Harald Bruhn geplante Toilettensanierung in der Fischküche erhielten grünes Licht. Auch der für 2011 vorgesehene Förderbescheid für die Hafenumfeldgestaltung blieb bisher aus. Im Gegenzug dazu überrollen die Gemeinde Kosten für Reparaturen der Hafenanlagen. Nicht nur einmal hatte Werkleiter Ulrich Thon das Schreckensszenario in den Ausschüssen geschildert, bis dahin, dass vor wenigen Wochen der Fähranleger für die Fördeschifffahrt gesperrt werden musste, weil Teile der Stützpfeiler Opfer der Bohrmuschel geworden waren und die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist. Gleiches trifft auf Steganlagen im Jachthafen zu, sanitäre Anlagen müssen saniert werden, um am Markt noch konkurrenzfähig zu bleiben.
Nickenig will 2012 auf der Suche nach Lösungen "Klinken putzen"
Größte Aufgabe allerdings für das Jahr 2012, so betonte die Bürgermeisterin, wird die Haushaltskonsolidierung und die Verlustsenkung durch die Schwimmhalle sein. Sie selbst habe es sich zur Aufgabe gemacht, nach weiteren Finanzierungspartnern zu suchen, die helfen, die Schwimmhalle als für die Region wichtiges soziales Element zu erhalten. Denn Bürger aller Gemeinden nutzen die Schwimmhalle, ob es Schulen, Schwimmvereine, Turnvereine, Seniorengruppen oder private Nutzer sind. Da sollten auch alle Gemeinden ein Stück der Verantwortung mit übernehmen und eine Solidargemeinschaft für den Erhalt der Einrichtung bilden. Denn auf Dauer kann eine Gemeinde wie Laboe den Unterschuss von einer halben Million Euro nicht schultern. Die Bürgermeisterin hofft auf Unterstützung und wird 2012 "Klinken putzen" auf der Suche nach Lösungen.
Das Ringen um eine ebenerdige Querung des Fördewanderweges wird die Gemeinde Laboe auch weiterhin begleiten. Foto: Schmidt
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| Flickwerk auf der Südmole. Hier mahnt der Werkleiter dringenden Handlungsbedarf an. Foto: Schmidt |
Den Strand attraktiver machen – die Beach-Lounge soll dazu beitragen. Foto: Schmidt
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