| Die ins Eis eingebrochene Person wird mit Rettungsseilen gesichert, dann werden die verunglückte Person und ihre Retter ans Ufer gezogen. Foto: Butzke |
Um 16.07 Uhr wurden die Rettungskräfte durch die Leitstelle alarmiert und darüber informiert, dass eine Person ins Eis eingebrochen sei. Schon auf der Anfahrt zum Einsatzort wurden daher zwei Feuerwehrleute in Überlebensanzüge gesteckt. Beim Einbruch ins Eis wirkt solch ein Anzug wärmeisolierend und bewirkt, dass die Retter mehrere Stunden im Eis arbeiten können.
Am Einsatzort an der Fernau-Brücke konnten die Feuerwehrleute den Verunglückten in einer Entfernung von etwa 25 Meter vom Ufer entfernt sehen. Er schrie und winkte. Sich selbst zu befreien, war für ihn unmöglich. Natürlich steckte auch Henning Neunzig in einem Überlebensanzug. Wer in normaler Kleidung ins Eis einbricht, ist dagegen durch Unterkühlung schnell vom Tod bedroht.
Gesichert durch Feuerwehrleinen und Steckleiterteilen, näherten sich die beiden Feuerwehrleute in ihren gelb-signalfarbenen Anzügen der Einbruchsstelle. „Bei der Rettung muss das Gewicht der Retter und des Verunfallten auf dem Eis möglichst großflächig verteilt werden“, erklärte Gemeindewehrführer Jörg Matthies, der den Einsatz leitete, "außerdem muss die Entfernung zum Verunfallten sicher überbrückt werden."
Am Unfallort zogen die beiden Feuerwehrmänner Henning Neunzig flach auf die Eisfläche und sicherten auch ihn mit Rettungsseilen. Dann wurden die drei von den Feuerwehrleuten am Ufer zum festen Grund und Boden gezogen. Während Henning Neunzig ins Feuerwehrfahrzeug transportiert und aufgewärmt wurde, konnte Jörg Matthies der Leitstelle um 16.22 Uhr melden: "Eingebrochene Person gerettet."
"Die Wetterlage und die Eisdecke auf der Fernau hat uns die einmalige Gelegenheit geboten, einmal eine Eisrettung zu üben“, sagte der Gemeindewehrführer abschließend, „und das hat auch geklappt." Die Übung war so gut vorbereitet und das Szenario so echt, dass etliche Feuerwehrleute erst kurz vor Übungsende merkten, dass es sich nicht um einen Ernstfall handelte.
Und wie hat Henning Neunzig die Aktion überstanden? "Es war so kalt", bibberte er und zeigte zwischen Zeigefinger und Daumen einen Abstand von nicht mehr als einem Zentimeter. Nicht auszudenken, was unvorsichtigen Kindern oder Erwachsenen auf einer brüchigen Eisdecke drohen kann.