Der Hirsch hält noch einmal Hof
Wenn Rotwildhalter Erich Petersen sein Gehege in Köhn am Freitag, 5. August, ab 18 Uhr, für Besucher öffnet, wird es das letzte Mal sein. Denn der Landwirt setzt sich zur Ruhe und hat für seine Anlage, die inzwischen eine immer stärkere touristische Bedeutung erlangt hatte, keinen Nachfolger. Zurzeit laufen in dem Gehege 18 Tiere, das Schmuckstück unter ihnen ist natürlich der Hirsch. Der zeigt sich mit seinem mächtigen Geweih ungewöhnlich zutraulich und vor allem verträglich.
Wildhalter Erich Petersen lockt die Tiere mit Äpfeln an. 19 Tiere hat er in seinem zwei Hektar großen Gehege. Foto: Schmidt
Eines ist klar: Die Probstei und der gesamte Kreis Plön wird mit der Schließung des Geheges ein echtes Kleinod verlieren. Seit es die Probsteier Korntage gibt, ist Erich Petersen mit seinem Vorzeigegehege mit von der Partie, erfreut die Besucher mit seiner kleinen Rotwildherde.
Seit 22 Jahren züchtet Erich Petersen Wild. Er hatte seinerzeit mit Damwild begonnen, war dann umgestiegen auf Rotwild. Die Tiere, so weiß er, sind ausgeglichener, nicht so schreckhaft wie Damwild. Petersen ist mit seinem Gehege im bundesweiten Maßstab ganz vorn, viele Kollegen bestätigten dem Wildhalter eine exzellente Anlage. Die Suche nach einem Nachfolger gestaltete sich leider erfolglos. Gemeinsam mit der Gemeinde hatte Petersen versucht, einen Bauwilligen, der zudem Interesse an der Wildhaltung habe, zu finden. Ohne Ergebnis. "Wir müssen an uns denken, es geht nicht länger, die Arbeit wird zuviel“, sagt der 69-Jährige und blickt über das zwei Hektar große Gelände. Allein das Schneider der Knicks nimmt viel Kraft in Anspruch.
Der Hirsch, der Erich Petersen schon sehr ans Herz gewachsen ist, wird im September sein neues Zuhause im Tiergehege Schwentinental beziehen. Im nächsten Jahr, so rechnet der Wildhalter werden noch acht Tiere verbleiben und damit lohne eine Führung durch das Gehege nicht mehr. "Außerdem war natürlich der Hirsch der Blickfang der gesamten Herde“, so Petersen.
Wer also noch einmal den erhebenden Anblick genießen möchte, sollte am Freitag, 5. August, ab 18 Uhr, in Köhn vorbei schauen. Es gibt natürlich auch eine Wildbratwurst, denn die Schönheit des Eindrucks soll nicht darüber hinweg täuschen, dass die Tiere kein Selbstzweck sind, sondern ihr Fleisch auch vermarktet wird.
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