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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Silke Hergeröder   
Donnerstag, 26. Mai 2011

Der mit den (glücklichen) Schweinen grunzt

"Wer die Schweine hüten will, sollte zu grunzen verstehen" – so begann Jens Mecklenburg, der bekannte Gastro- und Food-Journalist im Norden, seine Lesung am Donnerstagabend vergangener Woche aus "Das andere Schweinebuch". Als Ort dieser Lesung und Buchvorstellung wählte der renommierte Buchautor den Strohboden direkt über den Schweinen des Biohofes Muhs in Krummbek.

 

Jens Mecklenburg präsentiert Das andere Schweinebuch auf dem Strohboden über dem Schweinestall auf dem Biohof Muhs. Foto: Hergeröder

Jens Mecklenburg präsentiert Das andere Schweinebuch auf dem Strohboden über dem Schweinestall auf dem Biohof Muhs. Foto: Hergeröder

 

Gemütlich bei Wein und Schnittchen lauschten die interessierten Zuhörer den doch eigentlich wachrüttelnden Worten des Genussmenschen Jens Mecklenburg. Er fordert einen respektvolleren Umgang mit dem Nutztier Schwein. Seit 10.000 Jahren zählt das Schwein zu den treuesten Begleitern der Menschen. Schon das allein genügt, um der armen Kreatur mehr Achtung und Ehrung entgegenzubringen. Leider wird das einst hoch geschätzte Fleisch heutzutage zu Dumpingpreisen verschleudert.


Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland rund 28 Millionen Schweine leben, so Jens Mecklenburg, kommt die Frage auf: Wo sind die alle? Selten, sehr selten sieht man ein glückliches Schwein an frischer Luft. "Die meisten Schweine werden doch – unter den unwürdigsten Bedingungen der Massentierhaltung – in großen Ställen ‚versteckt‘". Mit den Worten "Was wir verzehren, sollten wir ehren" verdeutlichte Mecklenburg einmal mehr, dass ein Umdenken an der Zeit wäre, denn von den Schweinen erhalten wir weit mehr als nur Fleisch und Wurst, Borsten und Leder.


Fleischermeister Rainer Muhs aus Krummbek beweist während der Biohofführung, die vor der Lesung stattfand, seinen Gästen, dass es mit Verstand und Achtung möglich ist, unter allen Bedingungen die Achtung vor dem Schwein zu bewahren. Sein Ziel sind "gesunde" Lebensmittel. Qualität steht für den Familienvater an vorderster Stelle. Ein Schwein wird in Krummbek gute neun Monate alt und nicht schon mit einem halben Jahr geschlachtet. Während dieser neun Monate führt ein Schwein auf dem Biohof in Krummbek kein "Schweineleben", sondern genießt jeden Tag. Vom Ferkel bis zum ausgewachsenen Schwein lebt es artgerecht im Familienverbund, darf im Stroh spielen, sich mit Artgenossen balgen, rennen an frischer Luft und zusammengekuschelt einschlafen. Ein Eigenanbau des Futters nach ökologischen Richtlinien, das eigene Mahlen und Mischen der Rohstoffe gewährleistet mit der Zugabe von Rauhfutter, Stroh und Silage eine sinnvolle Beschäftigung der Tiere mit verschiedenen Futtermaterialien. So kann das Schwein seine angeborene Verhaltensweise ausleben.


Für Qualität steht aber auch ein entsprechendes Platz- und Beschäftigungsangebot. Ist dies gegeben kommt es unter den Schweinen nicht zum Kannibalismus und ein Kupieren der Ringelschwänze ist nicht erforderlich. Den Tieren stehen Schlaf-, Fress- und Mistbereiche zur Verfügung. Aber nicht nur eine artgerechtet Tierhaltung sondern auch eine absolut stressfreie Schlachtung ist einem Schwein auf dem Biohof Muhs in Krummbek garantiert. Mit den Worten "Vom Futteranbau bis zur Salamischeibe – alles im eigenen Betrieb", versicherte Rainer Muhs seinen interessiertem Publikum abschließend, dass das Bio-Fleisch immer hochwertig, immer frisch ist.


"Das andere Schweinebuch" ist mit 144 Seiten im Cadmos-Verlag erschienen und zum Preis von 24,95 Euro unter anderem in der Buchhandlung Hergeröder in Schönberg erhältlich.

 

So sehen glückliche Schweine aus! Sie schlafen zusammengekuschelt im Stroh. Foto: Hergeröder

So sehen glückliche Schweine aus! Sie schlafen zusammengekuschelt im Stroh. Foto: Hergeröder

 

 
 
 

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Krummbek / Ratjendorf

Augen auf und durch: In Krummbek entdeckt man schöne Ecken - und Häuser sowieso

Augen auf: Krummbek hat allerhand zu bieten

Mit einer Fläche von 548 Hektar und cirka 325 Einwohnern gehört Krummbek zu den kleineren Gemeinden des Amtes Probstei. Hochwertige Böden haben frühzeitig eine intensive landwirtschaftliche Nutzung begünstigt. Bis in die 60er Jahre waren in Krummbek und Ratjendorf 14 Vollerwerbsbetriebe ansässig. Heute sind es nur noch sechs; davon ein Biolandhof mit angeschlossener Schlachterei. Drei Bäche durchfließen das Gemeindegebiet. In Krummbek befindet sich ein Hotel- und Gaststättenbetrieb von überregionaler Bedeutung. Einkaufsmöglichkeiten bestehen in der Hofschlachterei und in einigen landwirtschaftlichen Betrieben.

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