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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Dienstag, 26. Juli 2011

Die 12. Probsteier Korntage sind eröffnet

In der mit rund 200 Gästen bis auf den letzten Platz besetzten Finckschen Scheune, mit Segeln, Lichterketten und viel Grün festlich geschmückt, wurden am Sonnabendnachmittag die 12. "Probsteier Korntage" eröffnet. Die Planungen der Fiefberger erwiesen sich als durchaus vorausschauend, denn während drinnen der Gottesdienst, die Ansprachen und die Proklamation der Kornkönigin und Kornprinzessin über die Bühne gingen, regnete es draußen unaufhörlich. Dem Dauerregen waren sogar das Strohdorf und die Hüpfburg aus Stroh auf dem Dorfplatz zum Opfer gefallen.


Kornprinzessin Sarah-Christin Trede  (rechts) und Kornkönigin Tina Martens  (links) stehen im Mittelpunkt der  Eröffnungsfeierlichkeiten der 12.  Probsteier Korntage in Fiefbergen.   Foto: Butzke
Kornprinzessin Sarah-Christin Trede  (rechts) und Kornkönigin Tina Martens  (links) stehen im Mittelpunkt der  Eröffnungsfeierlichkeiten der 12.  Probsteier Korntage in Fiefbergen.   Foto: Butzke


Fiefbergen habe sich anlässlich seines 725. Geburtstages und der Eröffnung der Korntage "hervorragend herausgeputzt", stellte Amtsvorsteher Hagen Klindt fest, der zugleich Vorsitzender des Tourismusverbandes Probstei (TVP) ist. Seinen Glückwünschen fügte er eine Betrachtung über den Kulturwandel an, der sich in den letzten 25 Jahren auf den Dörfern der Probstei abgespielt habe. Drei Viertel der Einwohner seien neu dazu gezogen, und aus den über Jahrhunderte landwirtschaftlich geprägten Orten seien jetzt "Wohndörfer" geworden. Dass es dabei im Miteinander von Bürgern und Landwirten auch zu Konflikten komme, sei verständlich.


"Windenergie, Biogas und Stallbauten bieten erhebliche Konfliktpotenziale, es kommt zur Ablehnung und zu Protesten", stellte Klindt fest. Man müsse aber lernen, miteinander zu leben, zu arbeiten und Verständnis füreinander aufzubringen, so der Amtsvorsteher, denn: "In ein Dorf gehört auch die Landwirtschaft, und sie benötigt Entwicklung." Umso mehr freue er sich, dass mit den "Probsteier Korntagen" das traditionelle bäuerliche Leben wieder – wenn auch nur für einen Monat – in den Mittelpunkt gerückt werde. Die Eröffnungsfeier sei der Auftakt für eine Vielzahl interessanter Veranstaltungen.
Angetan zeigte sich Klindt vor allem von den phantasievollen Strohfiguren, die die Dörfer der Probstei gestaltet haben. "Es ist bemerkenswert, wie viel Kreativität dabei entwickelt wurde", freute er sich, "steigen Sie bei Ihrer Rundfahrt am besten mal vom Rad ab und sehen Sie sich an, mit wie viel Geschicklichkeit und Feingefühl die Probsteier bei der Sache sind!" Obwohl es ihm außerordentlich schwer falle, eine Bewertung abzugeben, sei er begeistert von Fiefbergen, das seiner Königin Tina Martens einen von einer Schlange bewachten Thron errichtet hat.


Mit der darauf folgenden Proklamation wurde die Fiefbergerin Tina Martens, die ein Jahr lang als Kornprinzessin die Kornkönigin Hannah Kübli begleitet hat, zur neuen Kornkönigin ausgerufen. Ihr zur Seite steht die neue Kornprinzessin Sarah-Christin Trede aus Krummbek – dem Ort, der 2012 die Eröffnung der "Probsteier Korntage" ausrichten wird. Sie ist 24 Jahre alt, betreut als Erzieherin die Krippengruppe des DRK-Kindergartens in Laboe und jobbt bei Edeka Alpen in Schönberg. Mit großem Bedauern verabschiedete der Saal die beliebte Hannah Kübli. Ihr tat es genauso leid, abdanken zu müssen. "Schade, dass es keine Kornkaiserin gibt", sagte sie zu Hagen Klindt, "ich würde mich sofort darum bewerben."


Das Fest, das mit einer Andacht der Pastoren Andreas W. Lüdtke, Christoph Thoböll, Andrea und Friedemann Noffke sowie Kathrin Schleupner begonnen hatte und musikalisch vom KVG Blasorchester Kiel umrahmt wurde, endete mit einer Showeinlage des "Dilettentenstadels". Grußworte hatten der stellvertrende Landrat Heiner Övermöhle, Landwirtschaftskammerpräsident Claus Heller und Heiner Staggen vom Kreisbauernverband überbracht. Annekatrin Stoltenberg, die seit über zehn Jahren das Erntekrone-Binden in Bendfeld organisiert, erhält den diesjährigen Franz-Hergeröder-Preis. Da sie im Urlaub war, wird ihr der Preis auf der Abschlussveranstaltung der "Probsteier Korntage" am Sonntag, 21. August, überreicht.

 

 

Mit den temperamentvollen Pferden und der Kutsche von Friederike von Gellhorn geht’s für die Kornmajestäten in flottem Tempo durch Fiefbergen. Foto: Butzke

Mit den temperamentvollen Pferden und der Kutsche von Friederike von Gellhorn geht’s für die Kornmajestäten in flottem Tempo durch Fiefbergen. Foto: Butzke

 

 
 
 

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Eine Stätte zum Entspannen und Erholen: der Fiefberger Dorfteich

In Fiefbergen kann man die Seele baumeln lassen

Die Landwirtschaft ist in Fiefbergen unübersehbar. Milchviehhaltung und Schweinezucht sind hier zuhause. Unternehmen aus Handel, Gewerbe und Freiberufler sind in Fiefbergen vertreten. Es gibt hier ein Tiefbau- Unternehmen, holzverarbeitende Betriebe, Ingenieure und Juristen. Fiefberger Schinken sind eine Spezialität und weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. Das Angebot für Übernachtungen in Fiefbergen ist gering. Doch nach dem Motto "Gut Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" hat Fiefbergen ein Feinschmecker- Restaurant und einen Landgasthof. Im Ortskern liegt der Dorfteich, an dem man seine Seele baumeln lassen kann.

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