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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Dienstag, 30. August 2011

Die Geschichte der Muxaller Karpfen 

Was macht der Karpfen im Sommer? Woher kommt der Name "Muxall"? Und wann fängt man an, aus den Kasseteichen das Wasser abzulassen? Das alles wollte eine Gruppe interessierter Karpfenliebhaber wissen, die sich am vorvergangenen Sonnabendvormittag an der Hofstelle Göttsch eingefunden hatte, um mit Fischwirtschaftsmeister Gerhard Göttsch auf Entdeckungstour rund um die Kasseteiche zu gehen. Die Fans des Cyprinus carpio, wie der Karpfen auf Lateinisch heißt, erfuhren eine Menge interessanter Details."

   

Aus dem Muxaller Wiesenteich – zu flach für die Forelle – können Karpfen und Hechte geangelt werden. Foto: Butzke 

Aus dem Muxaller Wiesenteich – zu flach für die Forelle – können Karpfen und Hechte geangelt werden. Foto: Butzke

 

Gerhard Göttschs Urgroßvater Wilhelm Göttsch hatte die Kasseteiche im Jahre 1900 vom letzten Hagener Gutsherrn gepachtet und 1930 gekauft. Zuvor hatten die Karpfen schon über Jahrhunderte als Fastenspeise der Mönche und zur Versorgung der umliegenden Adelsgüter gedient. 35 Hektar groß ist der größte Karpfenteich, dessen Wasser vier Wochen lang abgelassen werden muss, bevor man die Fische mit Netzen fangen kann. Mit dem Pferdefuhrwerk sei Wilhelm Göttsch damals zur Eisenbahn gefahren und hätte die vier bis fünf Jahre alten Karpfen, die sich ordentlich Fett angefuttert hatten, für seine Kunden auf den Weg gebracht, erzählte Gerhard Göttsch.


Ob die eigenen Karpfen denn hier auch laichen, wollte ein Besucher wissen. Dafür ist es aber in Muxall – das seinen Namen übrigens vom Wort "Mückensaal" herleitet – zu kalt, denn der Karpfen bevorzugt Wassertemperaturen von 20 Grad Celsius und möchte vor dem Laichen von Grasbüscheln am Bauch gekitzelt werden. Göttsch kauft "dreisömmrige" (drei Sommer alte) kleine Karpfen in Brandenburg und setzt sie in seine Teiche ein. In diesem Alter haben sie das Schlimmste überstanden; von 1,5 Millionen schlüpfenden Minis je Karpfenmutter bleiben nur ein paar Tausend übrig. Feinde lauern überall – vom Wasserfloh der ersten Tage bis zum Reiher oder Kormoran, sobald der kleine Karpfen eine veritable Mahlzeit darstellt.


Schon jetzt beginnt Göttsch, das Wasser des großen Teichs über den vor hundert Jahren gebauten "Mönch", das regulierbare Ablaufbauwerk, abzulassen. Schließlich sollen die Vier- bis Fünfjährigen Anfang Oktober wieder abgefischt werden. Damit sie den "moorigen" Geschmack verlieren, kommen die Karpfen nach dem Fang in die "Hälterung" mit Frischwasser, wo sie alle Schlammreste ausspucken und nicht nur von außen, sondern auch von innen sauber werden. So lange wie möglich bleiben sie vor dem Schlachten am Leben, denn nur ein frischer Karpfen ist auch ein guter Karpfen.


Auf die "Karpfenzeit" freuten sich am Sonnabend schon alle Besucher. Und vielleicht werden sie auch – wetterfest verpackt und mit Gummistiefeln ausgerüstet – beim traditionellen Abfischen in Muxall dabei sein.

 
 
 

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Probsteierhagen

Wunderschön in jeder Jahreszeit: Das 1649 erbaute Herrenhaus Hagen

Dorfprägend: das Schloss und die Kirche

Probsteierhagen, dessen Ursprung sich auf das Jahr 1259 zurückführen lässt, ist ein traditionsreiches Dorf in der Probstei. Über Jahrhunderte eng verbunden mit dem adeligen Gut Hagen wurde das Handwerkerdorf Probsteierhagen (östlich der Hagener Au gelegen) um 1930 mit dem Gutsbezirk Hagen nach dessen Aufteilung in rund 70 Kleinbauernstellen zur heutigen Gemeinde Probsteierhagen vereinigt. Prägend sind auch heute noch das alte Herrenhaus Hagen aus dem Jahre 1649 mit dem dazugehörenden Park, das sich im Besitz der Gemeinde befindet und für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird (Ausstellungen, Konzerte usw.), und die St. Katharinenkirche mit dem Ursprung aus dem 13. Jahrhundert.

Margrit Lüneburg
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