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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Kay-Christian Heine | ||
| Donnerstag, 25. November 2010 | ||
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"Die Zunge ist ja ganz rau": Schüler der 4a auf Tuchfühlung mit Rindern in Muxall. Foto: Heine |
"Die sind sooo süüüüß", quieken anfangs am Rinderstall noch einige Kinder. Ebenso in Reih und Glied wie die Rinder stehen die Schüler ihnen gegenüber und strecken die Hände durch das Gitter. "Die Zunge ist ja ganz rau", ruft ein Mädchen erstaunt, während das Rindviech, wohl genauso erstaunt wie das Mädchen, die Hand der Viertklässlerin abschleckt.
"Weiter geht‘s", ruft da auch schon ungeduldig Klassenlehrerin Angelika Penthien. Brav trottet die Meute ihrer Anführerin die 200 Meter über den Spurplattenweg hinterher zurück zum Betriebshof. Mit in der Führungsspitze des Trupps sind Feinheimisch-Geschäftsführer Markus Huber, Mareike Schulze, Koch Oliver Firla und Bernd Steffen, der den Kindern eben die Fütterung der Rinder erklärt hatte.
Dann wird es ernst. Weg vom Streichelzoo hin zur schonungslosen Wahrheit – dem Schlacht- und Verarbeitungstrakt des RindHofs. Hier werden die übermütig leuchtenden Kinderaugen schnell ein wenig skeptischer. Denn an den Haken an der Decke hängen große Tierstücke. "Möchte jemand von euch Fleischer werden?", fragt Bernd Steffen in die Runde. "Ähmmm, nööö", hallt es zaghaft zurück. Sei es drum, Bernd Steffen geht ans Werk, säbelt von den riesigen Fleischstücken portionsgerechte Teile ab und erklärt den Kindern geduldig, was von dem Tier später als welcher Braten auf den Tisch kommt. Die Kinder tauen auf, einige piksen dem toten Rind schüchtern mit dem Finger in die Seite, andere stellen interessiert Fragen: "Was wird aus den Knochen?" - "Leben die Tiere auch ohne Kopf noch ein bisschen weiter?"
Später in der Schulküche wollen die Kinder etwas aus dem Fleisch zaubern. Bernd Steffen hat das passende Stück parat. Hackfleisch soll daraus werden. Oliver Firla hat zudem in seinem Betrieb hergestellte Brötchen im Gepäck. "Was macht man aus Brötchen und Hackfleisch?", fragt er und grinst schelmisch dabei. "Logisch, Burger." Aber gesund werden sie sein, sogar mit selbstgemachtem Ketchup.
"Das war total spannend und hat Spaß gemacht", lautet die meistgeäußerte Kindermeinung, als die Klasse am Mittag den von den VKP bereitgestellten Bus Richtung Schönberg entert. Die Verarbeitung des Fleisches war den meisten neu und "ein wenig gruselig", meint eine der Schülerinnen. Sie will aber jetzt im Laden mehr darauf achten, wo das Fleisch herkommt und wie die Tiere gehalten werden. Und hat der Tag Lust aufs Kochen gemacht? "Jaaaa!", schallt es im Chor.
Markus Huber ist abermals zufrieden. Er sieht durch das Projekt die Idee der Nachhaltigkeit gestärkt. "Durch den Besuch der Kinder hier und in anderen Betrieben schaffen wir Vertrauen in die heimischen Höfe", sagt er. Das fördere die Bereitschaft, später regional erzeugte Lebensmittel einzukaufen und habe einen angenehmen Nebeneffekt: "So fördern wir die Betriebe am Ort und sichern Arbeitsplätze."





