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| Wirtschaft und Politik | ||
| Geschrieben von Astrid Schmidt | ||
| Sonntag, 07. November 2010 | ||
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Steins Bürgermeister Eckhard Lamp ist beeindruckt: Die Steiner Bürger haben seinerzeit schnell 6.500 Euro für die Reparatur der Mole zusammen getragen, die durch einen Herbststurm 2006 stark beschädigt wurde. Foto: Schmidt |
Begonnen hatte alles 1970, als Jochen Klindt und Herbert Bruhn die Gründung des CDU-Ortsvereins angeschoben hatten. Dessen Mitglied wurde der damals 31-Jährige, fragte dann Ehefrau und Opa, ob er in die Politik gehen sollte. "Jo, dor möts dorbi sien", hatte sein Opa damals gesagt. Opas Wort hatte Gewicht und natürlich das von Ehefrau Bärbel, die ihn seit jeher in seiner ehrenamtlichen Arbeit unterstützt und ihm "immer den Rücken gestärkt" hat.
Mit der Wahl 1970 wurde die kommunalpolitische Wende in Stein eingeleitet. Gleich die erste Wahl, in der die CDU antrat, ging siegreich aus. Seitdem stellen die Christdemokraten den Bürgermeister. Dieses Amt übernahm seinerzeit Jochen Klindt, unter dem Eckhard Lamp in die Gemeindevertretung einzog und dessen Stellvertreter er bereits 1978 wurde. Die Neubaugebiete entstanden, der Ort wuchs auf über 800 Einwohner und damit auch die Gemeindevertretung. Elf Vertreter, acht davon kamen damals aus der CDU.
Doch das Verhältnis wurde knapper, 1994, als Eckhard Lamp dann Bürgermeister wurde, waren es 5:4. Sein erstes großes Projekt: die Dorferneuerung, angeschoben noch von seinem Vorgänger, umgesetzt von ihm selbst. Dann ging es Schlag auf Schlag, die Konsultationen beim Amtsvorgänger wurden weniger, die Projekte größer. Doch es war nicht immer eitel Sonnenschein. Lamp erinnert sich auch an die heftigen Debatten und den Bürgerentscheid um die Windkraft. Schließlich setzten sich die Gegner durch, heute ist Lamp froh darüber.
Sein im Rückblick wichtigstes Projekt war wohl der Bau der Mole. "Die lag mir immer besonders am Herzen", so Lamp. Die Mole ist seit ihrer Fertigstellung ein Anziehungspunkt, das jährliche Molenfest ein Renner bei Alt und Jung.
Finanziell hatte Bürgermeister Lamp eigentlich kaum Sorgen. Die Einnahmen aus den Parkplätzen und dem Fremdenverkehr sorgten für gesunde Haushalte. Doch dann stand das Millionenobjekt "Uferzone" an. "Das war meine schwerste Zeit", gesteht Lamp. Reichlich kontroverse Diskussionen mit den Vertretern der SPD und auch den Bürgern hatte es gegeben. Doch im Nachhinein: "Es hat sich gelohnt, es wäre fürchterlich, wenn heute an der Ortsgrenze zwischen Wendtorf und Stein Schluss wäre und unser steiniger Weg dort weiterführen würde, wo jetzt eine tolle Promenade ist", sagt Lamp. Doch damit kamen auch die Schulden, an denen die Gemeinde noch lange zu tragen haben wird.
Eines gibt Eckhard Lamp seinen Vertretern noch mit auf den Weg: "Es wird Zeit für ein Neubaugebiet, das letzte ist zehn Jahre alt und wir brauchen Kinder." Eines bereitet ihm im Nachgang etwas Sorge: Das Gewerbegebiet, eigens für die Firma Wohnwagen-Kaiser eingerichtet, sieht nach dem Konkurs des Betriebes traurig aus.
Was er in seiner neu gewonnen Freizeit macht? Na, da ist ihm nicht bange, Langeweile werde er nicht haben, auch wenn er nun nicht mehr montags, mittwochs und freitags um 9 Uhr zum Amt fährt. "Zunächst bleibe ich noch dem TSV Stein erhalten, und wir wollen mehr Urlaub machen", verkündet er. Außerdem: drei Enkelkinder, bald das vierte, warten schon auf ihren Opa.






