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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Sonntag, 07. November 2010

Eckhard Lamp: "Einmal muss gut sein"

Es war keine leichte Entscheidung, aber am Ende stand sie und nun "ist es auch gut". So sieht Eckhard Lamp zumindest seinen Entschluss, zum Jahresende das Amt des Bürgermeisters zur Halbzeit der laufenden Wahlperiode abzugeben. Denn so war es seinerzeit, als der langjährige Bürgermeister im Mai 2008 noch einmal antrat, verabredet. Schon damals wollte er eigentlichen den Rückzug antreten, doch er konnte sich dann dem Wunsch seiner Vertreter nicht entziehen, zumal dieses Amt ihn immer ausgefüllt, ihm immer viel Spaß gemacht hat, wie er nun in einem persönlichen Gespräch mit der Presse schilderte. Insgesamt blickt Eckhard Lamp auf 40 Jahre aktive Kommunalpolitik für die Gemeinde und das Amt Probstei zurück.

 

Steins Bürgermeister Eckhard Lamp ist beeindruckt: Die Steiner Bürger haben seinerzeit schnell 6.500 Euro für die Reparatur der Mole zusammen getragen, die durch einen Herbststurm 2006 stark beschädigt wurde. Foto: Schmidt 

Steins Bürgermeister Eckhard Lamp ist beeindruckt: Die Steiner Bürger haben seinerzeit schnell 6.500 Euro für die Reparatur der Mole zusammen getragen, die durch einen Herbststurm 2006 stark beschädigt wurde. Foto: Schmidt

 

Begonnen hatte alles 1970, als Jochen Klindt und Herbert Bruhn die Gründung des CDU-Ortsvereins angeschoben hatten. Dessen Mitglied wurde der damals 31-Jährige, fragte dann Ehefrau und Opa, ob er in die Politik gehen sollte. "Jo, dor möts dorbi sien", hatte sein Opa damals gesagt. Opas Wort hatte Gewicht und natürlich das von Ehefrau Bärbel, die ihn seit jeher in seiner ehrenamtlichen Arbeit unterstützt und ihm "immer den Rücken gestärkt" hat.

 

Mit der Wahl 1970 wurde die kommunalpolitische Wende in Stein eingeleitet. Gleich die erste Wahl, in der die CDU antrat, ging siegreich aus. Seitdem stellen die Christdemokraten den Bürgermeister. Dieses Amt übernahm seinerzeit Jochen Klindt, unter dem Eckhard Lamp in die Gemeindevertretung einzog und dessen Stellvertreter er bereits 1978 wurde. Die Neubaugebiete entstanden, der Ort wuchs auf über 800 Einwohner und damit auch die Gemeindevertretung. Elf Vertreter, acht davon kamen damals aus der CDU.

 

Doch das Verhältnis wurde knapper, 1994, als Eckhard Lamp dann Bürgermeister wurde, waren es 5:4. Sein erstes großes Projekt: die Dorferneuerung, angeschoben noch von seinem Vorgänger, umgesetzt von ihm selbst. Dann ging es Schlag auf Schlag, die Konsultationen beim Amtsvorgänger wurden weniger, die Projekte größer. Doch es war nicht immer eitel Sonnenschein. Lamp erinnert sich auch an die heftigen Debatten und den Bürgerentscheid um die Windkraft. Schließlich setzten sich die Gegner durch, heute ist Lamp froh darüber.

 

Sein im Rückblick wichtigstes Projekt war wohl der Bau der Mole. "Die lag mir immer besonders am Herzen", so Lamp. Die Mole ist seit ihrer Fertigstellung ein Anziehungspunkt, das jährliche Molenfest ein Renner bei Alt und Jung.

 

Finanziell hatte Bürgermeister Lamp eigentlich kaum Sorgen. Die Einnahmen aus den Parkplätzen und dem Fremdenverkehr sorgten für gesunde Haushalte. Doch dann stand das Millionenobjekt "Uferzone" an. "Das war meine schwerste Zeit", gesteht Lamp. Reichlich kontroverse Diskussionen mit den Vertretern der SPD und auch den Bürgern hatte es gegeben. Doch im Nachhinein: "Es hat sich gelohnt, es wäre fürchterlich, wenn heute an der Ortsgrenze zwischen Wendtorf und Stein Schluss wäre und unser steiniger Weg dort weiterführen würde, wo jetzt eine tolle Promenade ist", sagt Lamp. Doch damit kamen auch die Schulden, an denen die Gemeinde noch lange zu tragen haben wird.

 

Eines gibt Eckhard Lamp seinen Vertretern noch mit auf den Weg: "Es wird Zeit für ein Neubaugebiet, das letzte ist zehn Jahre alt und wir brauchen Kinder." Eines bereitet ihm im Nachgang etwas Sorge: Das Gewerbegebiet, eigens für die Firma Wohnwagen-Kaiser eingerichtet, sieht nach dem Konkurs des Betriebes traurig aus.

 

Was er in seiner neu gewonnen Freizeit macht? Na, da ist ihm nicht bange, Langeweile werde er nicht haben, auch wenn er nun nicht mehr montags, mittwochs und freitags um 9 Uhr zum Amt fährt. "Zunächst bleibe ich noch dem TSV Stein erhalten, und wir wollen mehr Urlaub machen", verkündet er. Außerdem: drei Enkelkinder, bald das vierte, warten schon auf ihren Opa.

 
 
 

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Für Kinder ist Stein ein kleines Paradies

Die Gemeinde Stein entwickelte sich besonders in den letzten 30 Jahren von einem ehemals Bauern- und Fischerdorf zu einer Fremdenverkehrs- gemeinde mit einem hohen Wohnwert mit rund 850 Einwohnern. Für Aktive bietet Stein neben Strand- und Wassersport interessante Spazier-, Wander- und Radfahrmöglichkeiten. Für Kinder ist Stein ein kleines Paradies. Spielplätze, der weitläufige Flachwasserbereich mit Sandbänken und die große Deichwiese für viele Aktivitäten begeistern immer wieder die Kinder, egal ob sie hier wohnen oder als Feriengast hier weilen. Das Sportzentrum umfasst zwei Fußballplätze, Sportheim mit Jugendraum sowie eine kleine Mehrzweckhalle. Außerdem ist ein Kindergarten in Stein beheimatet.

 

Peter Dieterich






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