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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Gabriele Butzke | ||
| Donnerstag, 24. Juni 2010 | ||
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"Gehört das so??!", schreit das kleine Mädchen, gesprochen von Marion Witt, immer wieder. Sie trauert um ihren Kanarienvogel. Foto: Butzke |
Atemlose Stille herrscht im Raum, als sich (auf der Bühne) die beiden Geschwister Jan und Lisa im Park treffen, um einen Koffer zu öffnen, den ihnen ihr verstorbener Opa Hannes hinterlassen hat. Erinnerung um Erinnerung holen sie aus dem Koffer: einen kuscheligen Bär, einen überlangen Dackel, eine sirrende Libelle, die "Lange" mit der Brille, den kleinen Mann mit dem großen Koffer – und schließlich das Mädchen mit der roten Tasche, das immer nur schreit: "Gehört das so??!"
Es stellt sich heraus, dass das Mädchen Elvis vermisst. Natürlich denken Jan und Lisa, sie meint den "King des Rock’n’roll" und legen eine heiße Sohle aufs Parkett. Aber das Mädchen meint ihren Kanarienvogel, der gestorben ist. Ihn hat sie in der Tasche – und ihn zeigt Jan bei den Zuschauerkindern herum, die jetzt nachvollziehen können, wie sich das Mädchen fühlt. Dass der Vogel unter Anteilnahme aller Puppen aus dem Koffer beerdigt wird und einen Grabstein erhält, ist Ehrensache.
Auch der "Leichenschmaus" wird nicht ausgelassen – die Zuschauer erleben eine komplette Trauerfeier, und weil das selbst schon für die kleineren Kinder erlebbar und begreifbar ist, kommt es gut an. Mit großen Augen verfolgen die Kinder in den ersten Reihen, wie Jan und Lisa das Grab für den kleinen Vogel vorbereiten, es mit Sand bedecken und den Grabstein errichten. Stürmischer Applaus zum Schluss.
Aus der Friedhofskapelle ging’s hinaus ins Freie zum Gräberfeld der Kinder, die in unmittelbarer Nähe beerdigt sind. Auf der Wiese zwischen den Gräbern ist eine Stele mit Nischen errichtet, in die trauernde Eltern kleine Erinnerungsstücke an ihre Kinder stellen können. Und jetzt gibt es auch die Möglichkeit, hier zum Trauern und Erinnern auf einer wunderschönen Bank Platz zu nehmen. Der Laboer Karl Steffen hat sie entworfen und gebaut; durch Spenden ist das Material zusammengekommen.
22 Kinder passen auf die Bank, wie Pastorin Andrea Noffke am Sonntag ausprobiert hat. Mit ihnen und mit vielen anderen redet sie immer wieder über den Tod, der ihrer Meinung nach einen festen Platz im täglichen Leben haben muss. Kinder schon früh mit dem Tod und dem christlichen Glauben an die Auferstehung nach dem Tod bekannt zu machen, ist ihr ein wichtiges Anliegen – für das sie immer mehr Resonanz erhält, wie die Veranstaltung bewies.





