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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Kay-Christian Heine   
Dienstag, 15. März 2011

Farbige Experimente ganz in Schwarz

Wer Christian Maurischat als Glaskünstler und als Maler kennt, ist vielleicht erstaunt angesichts seiner aktuellen Arbeiten. Schlicht "Schwarz" heißt seine kürzlich im Lutterbeker eröffnete Ausstellung. Die darin gezeigten Bilder erschließen sich nicht im Vorbeigehen. Doch genaues Hinsehen lohnt.

 

Gestalterische Regeln Regeln sein lassen: der Glaskünstler und MalerChristian Maurischat im Lutterbeker
 

Gestalterische Regeln Regeln sein lassen: der Glaskünstler und MalerChristian Maurischat im Lutterbeker". Foto: Heine

 

Experimentell, etwas ganz Neues, gegen das Lehrbuch – das sind die charakteristischen Eigenschaften, die der in Wendtorf aufgewachsene Maler Christian Maurischat seinen jüngsten Bildern zuschreibt. "Ich höre noch meinen alten Lehrer", erinnert er sich während des Rundgangs durch die Ausstellung. "Verwende keine schwarzen Flächen und keine geraden Linien!" Dies im Ohr, kann der Betrachter kaum umhin, ein wenig zu feixen, denn genau diese Elemente machen Maurischats Bilder aus. Er erhebt Schwarz und farblich kontrastierende, geometrische Formen und Linien zu seiner Bildsprache.


"Ich will gestalterische Regeln Regeln sein lassen und Neuland betreten", gesteht er. Und Schwarz hat es ihm besonders angetan. Auch bei seiner Glaskunst spielt Schwarz eine große Rolle, denn Christian Maurischat liebt an Objekten einfache und ruhige Formen. "Schwarz unterstützt das", weiß er. Bei seinen Bildern jedoch geht er weg von Formen, Szenen und Figürlichem. Strukturen sind ihm umso wichtiger. Und Farbexperimente. Aus Kreisen und Linien, Farbe und Schwarz schafft er neue, moderne Bildwelten.


Die schwarzen Flächen arbeitet er in Öl, wobei er die Farbe mit Spachtelmasse, Marmormehl, Sand oder Gips versetzt. Das macht jede Oberfläche mal mehr, mal weniger rau, zerrissen, aufgebrochen und zu einer Spielwiese für das einfallende Licht. Farbige Elemente setzt er durchdacht sparsam ein. So schafft er es, die Bilder trotz ihrer teils dunklen Wuchtigkeit leicht und im Gleichgewicht zu halten.


Der Blick sollte lange auf jedem Einzelnen der Bilder verweilen dürfen, denn dann erst geben sie ihr Geheimnis preis. Je länger das Auge innehält, desto mehr Assoziationen entstehen im Kopf. Maurischat gibt dem Betrachter so die Freiheit zu sehen, was er möchte. Oder auch das, was sich aus der individuellen Stimmung und dem Lichteinfall heraus gerade ergibt. Es empfiehlt sich außerdem, die Bilder aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus anzusehen. Denn was dem aufrecht stehenden Betrachter eben noch düster und dunkel erscheint, dem verleiht das Wechselspiel von Strukturen und Licht beim Blick von der Seite oder aus der Hocke plötzlich eigentümlichen Glanz. So gerät die Ausstellung nicht nur zu einer Werkschau der Experimentierfreudigkeit eines Christian Maurischat, sondern für den Ausstellungsbesucher auch zur Reise durch die eigene Wahrnehmungswelt. Prädikat: sehenswert.


 Die Ausstellung ist bis 19. Juni dienstags bis sonnabends ab 17 Uhr und sonntags ab 11 Uhr in der Galerie im Lutterbeker zu sehen. Informationen gibt es unter Telefon 04343-9442 und per Internet unter www.lutterbeker.de.

 
 
 

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Lutterbek

Die Lutterbeker Schmiede - das Schmuckstück der Gemeinde wird derzeit restauriert

Lutterbek - ehemaliger Sitz des Klosters Preetz

Im Jahre 1240 begab es sich, dass erstmals Schriftkundige (wahrscheinlich Nonnen aus dem Kloster Preetz) in die Probstei kamen und über die Dörfer, deren Menschen und Leben berichteten und dieses niederschrieben. Das Dorf am "lauteren Bach" hatte einen derart prägenden Eindruck bei den Nonnen hinterlassen, dass der Sitz des Klosters in Preetz nach Lutterbek verlegt wurde, wenn auch nicht für eine sehr lange Zeit. Heute prägt das Veranstaltungslokal "Lutterbeker" das Erscheinungsbild und die Bekanntheit des Ortes am lauteren Bach. Das ehemalige Kloster, die alte Wassermühle, die Schmiede, die Dorfschule oder der Höker - diese Gebäude stehen noch, werden aber nicht mehr in ihrer ehemaligen Funktion genutzt.

 

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