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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Carsten Hahn   
Freitag, 12. August 2011

Fiefbergen goes Wacken

Wacken – Seit Jahren schon liegt uns unser Sprössling in den Ohren, wie einmalig, grandios und friedlich es auf Wacken zugehe und wir das unbedingt erlebt haben müssen. Meine Frau und ich sind zwar keine Berufsjugendlichen, aber für ein besonderes Kulturereignis immer zu haben. Da ich noch nie den "Prince of Darkness", Ozzy Osbourne, einer der Helden meiner Jugend, live gesehen hatte und er in diesem Jahr als weiterer Top Act verpflichtet wurde, gab es keinen vernünftigen Grund, sich Wacken 2011 entgehen zu lassen.

Das Wacken-Open-Air-Festival lockte wieder unzählige Heavy-Metal Fans in den Norden. Auch ein Fiefberger Ehepaar war mit von der Partie.
Das Wacken-Open-Air-Festival lockte wieder unzählige Heavy-Metal Fans in den Norden. Auch ein Fiefberger Ehepaar war mit von der Partie. Foto: Hahn.

Allerdings hatten wir nicht vor, uns nach eventuell tagelangen norddeutschen Wetterereignissen in einem durchnässten, in einer Schlammgrube stehenden Zweipersonenzelt wiederzufinden. Das haben wir nun wirklich hinter uns. Also wurde im September 2010 das Event "Wacken für Spießer" ausgerufen, sich ein Wohnmobil ausgeliehen, im Internet Karten bestellt und einen Stellplatz mit Stromanschluss in der WoMo-Ecke gebucht.
Wir dachten, es werden bestimmt noch einige andere ältere Herrschaften auf solche Idee kommen, sodass wir nicht alleine von allen belächelt werden. Mit diesen Gedanken im Gepäck passierten wir nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt das Ortsschild des legendären Dorfes. Fiefbergen ist also doch nicht immer von allem Großen so weit entfernt. Sehr klare Beschilderungen, freundliche Ordner (hier Stewards genannt) und ein durchdachtes Absperrungs- und Verkehrsleitkonzept ließen darauf schließen, dass hier Organisation der professionellen Art stattfindet.
So wurden wir auf unser Campingareal geleitet und erhielten, wie auf jedem Campingplatz an der Ostseeküste, gegen Bezahlung für den Stromanschluss und Vorlage der Reservierung, eine Platzskizze und viele Glückwünsche für unseren Aufenthalt. Die Fläche war schon sehr beeindruckend. Nicht ganz so groß, wie wir dachten, aber groß. Auf der Fahrt zu unserem Stellplatz merkten wir allmählich, dass das gesamte Areal die Ecke für die WoMo‘s war. Wir waren nicht allein mit unserer Herangehensweise, wie beruhigend. Nach kurzem Aufbau und Orientierungsrundumblick wurden wir von unserem Sprössling, der schon ein Tag vor uns anreiste, an die Hand genommen und über das Gelände geführt. Es war tatsächlich einmalig, grandios, friedlich und außerdem noch gigantisch. Unser Campingareal (ja, das große) hieß Y. Es gab selbstverständlich noch die Areale A bis X, die nicht weniger riesig waren. Unser Fußmarsch zum eigentlichen Hauptareal mit den Bühnen, den üblichen Verpflegungs- und Merchandise-Ständen betrug rund zwei Kilometer – eine Strecke. Wir durchquerten eine Zeltstadt, die fast die Ausmaße von Schönberg hatte. Vorbei an nahtlos aneinanderliegenden Camps deren Bewohner versuchten, sich mit skurrilsten Einfällen irgendwie aus der Masse abzuheben oder auch einfach nur um ihr Zelt wiederzufinden. Es gab Wohnwagen mit Sitzreihen auf dem Dach, gefüllte Planschbecken, Zäune aus Plastikgabeln, Sofaecken (mit Stehlampe) und überall röhrten Stromaggregate vor sich hin. Einige hatten Soundanlagen installiert, die der Beschallung zum Seebrückenfest in nichts nachstanden. Im nie enden wollenden Menschenstrom auf den Hauptwegen flogen uns immer wieder Gesprächsfetzen in allen möglichen Sprachen entgegen. Wahrscheinlich war sogar irgendein zentralafrikanischer Dialekt dabei. Das alles wurde stets begleitet von einem immer wieder mit möglichst kehliger Stimme gegröltem "Wackeeeeeeeeeeen", der allgemeine Schlachtruf der Veranstaltung. Diesen Weg brachten wir etwa viermal am Tag hinter uns. Für ausreichend Bewegung war also gesorgt. Im Hauptareal angekommen war abermals Staunen das Gefühl der Stunde. Alles war wieder groß. Da hatte der Merchandisingmarkt (Souvenirs aller Art) inklusive der Verköstigungsstände und des Bühnenbereiches für die Wackener Feuerwehr, die Ausmaße eines Fußballfeldes. Gleiches galt für ein weiteres Areal, welches einen Mittelaltermarkt, einen Biergarten, einen Supermarkt sowie zwei weitere Bühnen beherbergte. Eine dieser Bühnen fand Platz in einem wirklich großen Zirkuszelt. Natürlich wollten wir auch das eigentliche Dorf Wacken besuchen, von dem wir aus den üblichen Berichterstattungen nur die Bilder der schwarzen umherziehenden Horden kannten. Nach einem weiteren Fußmarsch von etwa 15 Minuten waren wir im Ortskern angelangt. Es war tatsächlich wie in den Berichten. Umherziehende schwarze Horden kamen uns, gleich einer riesigen Ameisenspur, entgegen oder gingen unseren Weg. Vorbei an Verkaufsständen mit Kaltgetränken aller Art, selbst gemachtem Honig oder Saft, allerlei Campingbedarf, Gekochtem, Gegrilltem und frischem Obst.
Kurz, es gab einfach alles, was der Festivalbesucher von heute so braucht. Auch saßen, wie immer wieder gefilmt, in den Gärten oder Hofauffahrten die Wackener mit ihren Gästen aus aller Welt. Das war wohl das friedliche Miteinander, welches diese Veranstaltung so auszeichnet. Mit gefüllten Benzinkanistern, unser Junior hatte in "seinem" Camp Stromaggregat-Dienst, zogen wir als Bestandteil der Ameisenspur wieder zum Festivalgelände. Gerade spielte eine Band aus Griechenland auf einer weiteren Nebenbühne in einem weiteren Zelt mit ausgewachsener Festzeltgröße. Aber der Sound war, wie bei allen Bühnen, großartig.?Die Gigantomanie hatte noch kein Ende. Ein Blick in Richtung der beiden Hauptbühnen verriet uns, dass hier noch Großes passiert. Es sah aus, als ob jemand ein siebenstöckiges, 100 Meter langes, schwarzes Gebäude an den Horizont gebaut hat. Von der Mitte dieses "Gebäudes" sah der bekannte Wackenschädel auf uns herab. Die danebenstehende kleine Bühne von der Qualität der großen Kieler-Woche-Bühnen fiel nicht weiter auf. Der Abend, als Herr Osbourne die Bühne betrat, wird wahrscheinlich unvergesslich bleiben. Ich hatte noch nie grob geschätzte 75.000 Menschen versammelt auf einer Fläche gesehen. Glasklarer Klang und eine ausgefeilte Lichtshow boten auch hier ein Erlebnis der besonderen Art. Die Strapazen der ewigen Fußmärsche waren vergessen, die Müdigkeit der kurzen Nächte ebenfalls.?Dafür meldete sich jetzt allmählich der Rücken. So haben wir mit dem Gefühl, einige großartige Konzerte gesehen zu haben, bereits nach zwei Tagen unser Lager abgebrochen. Man wird halt nicht jünger. Diese Aktion war wohl so ungewöhnlich, dass wir auf unserem Weg zum Ausgang abermals von den netten Stewards angesprochen wurden, ob sie bei der Platzsuche behilflich sein könnten. Als wir unsere Heimreise erklärten, konnte man das Unverständnis direkt von ihren Augen ablesen. Egal, wir waren 2011 dabei und es war richtig geil.
Während ich diesen Bericht schreibe, läuft eine Liveübertragung im Fernseher. Frisch geduscht, ausgeschlafen und satt könnte ich jetzt schon wieder ins Auto steigen. Ist ja nicht weit weg von Fiefbergen.
Übrigens heißt es in eingeweihten Kreisen tatsächlich "auf" Wacken und nicht, obwohl das Ganze in eben diesem Dorf stattfindet, "in" Wacken.
Warum? Wer weiß? Vielleicht nur eine Abkürzung für "auf dem Wacken-Open-Air-Festival".

 
 
 

Ausgezeichnet!

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Fiefbergen

Eine Stätte zum Entspannen und Erholen: der Fiefberger Dorfteich

In Fiefbergen kann man die Seele baumeln lassen

Die Landwirtschaft ist in Fiefbergen unübersehbar. Milchviehhaltung und Schweinezucht sind hier zuhause. Unternehmen aus Handel, Gewerbe und Freiberufler sind in Fiefbergen vertreten. Es gibt hier ein Tiefbau- Unternehmen, holzverarbeitende Betriebe, Ingenieure und Juristen. Fiefberger Schinken sind eine Spezialität und weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. Das Angebot für Übernachtungen in Fiefbergen ist gering. Doch nach dem Motto "Gut Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen" hat Fiefbergen ein Feinschmecker- Restaurant und einen Landgasthof. Im Ortskern liegt der Dorfteich, an dem man seine Seele baumeln lassen kann.

Richard Bern
Bürgermeister

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