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Freizeit und Kultur
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Geschrieben von Kay-Christian Heine
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Samstag, 05. Juni 2010 |
"Für eine gerechtere Welt"
Auch ohne die räumliche Nähe zum Global Economic Symposium (GES), das im vergangenen Jahr Tür an Tür mit dem 1. Politischen Kirchentag Plön (PKTP) im Plöner Schloss stattfand, will der Kirchentag thematisch am Ball bleiben und den Menschen, die sich politisch in drängende welt- und wirtschaftspolitische Fragen einmischen möchten, sowohl Forum als auch Diskussionsplattform und Sprachrohr sein. Vorgestern haben die Kirchentagsköpfe in Plön das Programm für die Mitte September stattfindende zweite Auflage der Veranstaltung vorgestellt.

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Stehen gemeinsam für die zweite Auflage des Politischen Kirchentages Plön (von links): die Pröpste des Kirchenkreises Plön-Segeberg, Dr. Klaus Kasch und Matthias Petersen, Christiane Basel und Pastor Ulrich Gradert für die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Plön, für den Kirchentag Generalsekretär Pastor Michael Schwer und Intendantin Micaela Morgenthum sowie der geschäftsführende Bürgermeister des Amts Großer Plöner See, Mario Schmidt, und Plöns Bürgermeister Jens Paustian als Vertreter der gastgebenden Region. Das von der Berliner Digital-Art-Künstlerin Jessica d’Avigdor gestaltete Plakat soll weithin sichtbar ein Zeichen für den Kirchentag setzen. Foto: Heine
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"Für eine gerechtere Welt" möchten die im Kirchenkreis Plön-Segeberg angesiedelten Macher mit dem Kirchentag beitragen. Veranstalter ist der Ökumeneausschuss, Träger der Kirchenkreis. Zahlreiche Kooperationspartner aus Kirche und Zivilgesellschaft, darunter attac, die Heinrich-Böll-Stiftung, Brot für die Welt, das Nordelbische Missionszentrum, die Gustav-Heinemann-Bildungsstätte und die Hermann-Ehlers-Stiftung, beteiligen sich neben dem Präsidium und dem LAGE genannten Organisationsteam des Kirchentages an den Vorbereitungen. "Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Veranstaltung", hob Präsidiumsmitglied Horst Jungmann hervor. Denn in einem Dutzend eben von diesen Kooperationspartnern entwickelten und geleiteten Workshops sollen sich die Teilnehmer mit drängenden Fragen der Globalisierung und Weltwirtschaft auseinandersetzen und zu gängigen politischen Lösungsansätzen alternative Ideen denken und entwickeln.
Das dreitägige Programm vom 16. bis 18. September wird daneben einen Gottesdienst mit dem Bischofsbevollmächtigten Gothard Magaard, eine prominent besetzte Podiumsdiskussion, einen "Markt der Möglichkeiten" und eine Tafel unter freiem Himmel umfassen. Der Kirchentag will sich außerdem selbst thematisieren: In einem Frühschoppen diskutiert er seine Zukunft und während der "Hohen Zeit" wird er der Öffentlichkeit eine Kirchentagserklärung präsentieren.
Propst Matthias Petersen bezeichnete den PKTP als eine "kritisch kommentierende Begleitveranstaltung" zum in diesem Jahr im türkischen Istanbul stattfindenden GES, nicht etwa als Gegenveranstaltung. Vielmehr behandele der PKTP ähnliche Themen wie das unter anderem vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) ins Leben gerufene GES, das weltweite wirtschaftliche Probleme analysieren und unter Beteiligung internationaler Experten aus Politik und Wirtschaft Lösungsstrategien entwickeln möchte. "Allerdings arbeiten wir aus dem Blickwinkel des christlichen Menschenbildes und damit anders als das GES", meinte Propst Petersen weiter. Damit wolle der Kirchentag den Menschen, die in Politik und Wirtschaft verantwortlich mit diesen Themen umgehen, Denkanstöße für Alternativen bieten. Horst Jungmann begrüßt die Fortsetzung des PKTP ebenfalls. "Lösungsvorschläge aus der Politik für Globalisierungs- und Gerechtigkeitsfragen sind nicht immer zielführend", meint das PKTP-Präsidiumsmitglied. "Die Menschen müssen sich einmischen, der Kirchentag bietet ihnen dafür ein Forum und Sprachrohr."
Seit vorgestern setzt das von der Berliner Digital-Art-Künstlerin Jessica d’Avigdor gestaltete Großplakat am Turm der Plöner Nikolaikirche ein weithin sichtbares Zeichen für den Kirchentag. "Nicht gefällig, aber schön", meint PKTP-Generalsektretär Michael Schwer. Das Plakat zeigt mit individuell gestalteten Buchstaben das Motto des Kirchentags: "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" PKTP-Intendantin Micaela Morgenthum: "Ich freue mich auf jedes Gespräch, das darüber geführt wird."
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