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Mit Glückssymbolen soll das Böse im kommenden Jahr ferngehalten werden. Mit Bleigießen oder Würfelspielen wird ein zaghafter Blick in die Zukunft gewagt, stets haben Silvesterbräuche für viele ein besonderes Gewicht.
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Gelassen dem neuen Jahr entgegen gehen
Der Mensch muss sich im Laufe seines Lebens mit vielen Veränderungen auseinandersetzen, Ereignisse beeinflussen die Lebensstruktur und Entscheidungen stehen oftmals ungefragt an. Doch zu keiner Zeit macht man sich mehr Gedanken über das, was kommt, als zur Jahreswende. Mit Glückssymbolen soll das Böse im kommenden Jahr ferngehalten werden. Ob dazu ein vierblättriges Kleeblatt, die Figur eines Schornsteinfegers oder eines rosafarbenen Schweinchens verschenkt oder ins eigene Haus gestellt wird oder mit Bleigießen oder Würfelspielen ein zaghafter Blick in die Zukunft gewagt wird, stets haben Silvesterbräuche für viele ein besonderes Gewicht.
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Mit einem Feuerwerk wird das neue Jahr lautstark begrüßt. Foto: Lederich
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Dabei ist nach altem Brauchtum der Silvestertag selbst nicht so entscheidend, sondern vielmehr die zwölf Nächte rund um den Jahreswechsel, die so genannten "Rauhächte". Meist handelt es sich um die zwölf Weihnachtstage, zwischen 25. Dezember bis 6. Januar, aber auch andere Zeiträume, beispielsweise zwischen der Wintersonnenwende (21. Dezember) und Neujahr, kommen in Frage. Es heißt, was in diesem Nächten geträumt wird, soll auf Ereignisse der folgenden zwölf Monate hinweisen. Die Rauhnächte sollen für das Befragen von Orakeln sehr geeignet sein. Im Silvesterbrauchtum wird dieser Glaube in erster Linie aus Geselligkeit, in Form des Bleigießens bis heute weiter gepflegt. Beim Bleigießen soll anhand der entstehenden Figuren ein Hinweis auf das Kommende sichtbar werden.
Wer einen Blick in die Zukunft werfen will, kann sich der Astrologie bedienen. Hier werden Voraussagen anhand von Planeten-Konstellationen getroffen oder man kann anhand von Karten einen Blick in die Zukunft wagen, zum Beispiel mit Tarot. Das moderne Tarot-Spiel besteht aus 78 Karten, deren Abbildungen einer bestimmten Symbolsprache unterliegen. Grundlage des Tarot-Spiels bilden die vom Spieler gezogenen Karten. Das Tarot setzt sich zusammen aus der Großen Arkana (22 Trumpfkarten mit den Nummern 0 bis 21) und der Kleinen Arkana (56 Karten bestehend aus 4 Serien von je 14 Karten). Die Karten der Großen Arkana stellen die Geheimnisse, die Urbilder gelebter menschlicher Erfahrungen in mystischer wie weltlicher Sicht dar. Sie beinhalten alle Ereignisse und Schicksalswendungen, die im Leben erdenklich sind. Falls während der Sitzung mehr Karten der Großen Arkana fallen, zeichnen sich vorbestimmte Schicksalswege ab, fallen Karten der Kleinen Arkana, liegt das Schicksal weitgehend in der Hand des Spielers. Die Bezeichnung Arkana (oder auch Arkanen) geht auf den Plural des lateinischen Wortes für Geheimnis, Arcanum, zurück. Wie bei allen Denkmodellen und Verfahren in diesem Bereich spielt der persönliche Glaube eine große Rolle. Das Tarot kann Anregungen und Rückschlüsse auf bestimmte Situationen geben, aber ein besonderes Gewicht sollte darauf nicht gelegt werden, bevor man sich intensiv mit dieser Materie beschäftigt hat. Alan Wilson Watts (1915-1973), englischer Religionsphilosoph, brachte seine Gedanken über Zukunftsvisionen dieser Art mit den Worten auf den Punkt "Eine Menükarte ist zwar sehr wichtig, aber sie ist kein Ersatz für das Essen selbst".
Der Jahresbeginn ist immer auch die Zeit der guten Vorsätze. Mehr Ruhe oder Muße und weniger Stress steht bei vielen ganz oben auf der Wunschliste. Ein Weg zu Halt und innerer Ruhe erwächst Menschen durch Rituale. Ob dies wiederkehrende Unternehmungen an bestimmten Tagen sind, Verabredungen, das Hören einer CD jeweils zur gleichen Zeit – das ist weniger entscheidend. Wichtig ist, dass dadurch "Verabredungen mit sich selbst" stattfinden, dies hilft in gewissem Maße, soziale Sicherheit zu erlangen und Krisen zu bewältigen.
Sich als ein Teil der Natur zu empfinden, sich zu öffnen und Neuem gegenüber flexibel und frei zu reagieren, ist eine weitere Möglichkeit, die Angst und Sorge vor der Zukunft zu überwinden. "Leben findet statt, während Du etwas anderes im Kopf hast", sagte einst John Lennon.
Kerrina Becker, Inhaber von "Sieben Stern", bietet in ihren Räumen in Schönberg vieles an, was die Spiritualität unterstützt und sich heilkräftig auf Geist, Körper und Seele auswirkt. Sie sagt "Gott ist Liebe und für mich bedeutet gelebte Christlichkeit Toleranz und die Achtsamkeit im Umgang mit Mensch und Natur". Und dies, meint sie, nicht nur an Silvester, sondern 365 Tage im Jahr.
Viele Menschen wagen zum Jahreswechsel mit Hilfe von Tarot-Karten einen Blick in die Zukunft. Foto: Lederich
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