Gemeinde Laboe ist reich an klugen Köpfen
Mit einem solchen Andrang habe sie gar nicht gerechnet, sagte Bürgermeisterin Karin Nickenig angesichts des Gedränges in der Aula der Grundschule Laboe. Doch die Laboer, so schien es, wollten sich den Neujahrsempfang ihrer Bürgermeisterin sowie den versprochenen Ausblick auf das kommende Jahr nicht entgehen lassen. Und genauso gespannt waren sie wohl auf das, was Plattschnacker Joachim Schuldt in diesem Jahr so auf der Pfanne hatte. Sie wurden nicht enttäuscht und erlebten eine lockere, kurzweilige und abwechslungsreiche Veranstaltung.
|
Peter Dorau ist der Bürgerpreisträger 2011. Für sein ehrenamtliches Engagment für die Geschichte Laboes überreicht Bürgermeisterin Karin Nickenig den Ehrenpreis. Foto: Schmidt
|
Die Bürgermeisterin erinnerte an all die Aufgaben, die in 2012 auf Laboe warten. "Es wird das Jahr der Entscheidungen", sagte die Kommunalchefin mit Blick unter anderem auf die Schwimmhalle, die Hafenumfeldgestaltung und das Freya-Frahm-Haus.
Der inhaltliche Höhepunkt: Die Vergabe des Bürgerpreises 2011 an Peter Dorau. Bescheiden und zurückhaltend nahm er auf der Bühne Aufstellung und lauschte den lobenden Worten, die Bürgermeisterin Karin Nickenig über den 78-Jährige zu sagen hatte. "Bin ich das wirklich wert", hatte er sich gefragt. Denn er, so meinte der Laboer, habe doch nur seinem Hobby gefrönt. Doch daraus ist für die Anwohner ein schier unerschöpflicher Fundus Laboer Geschichte und Geschichten entstanden. Denn Peter Dorau hält seit 30 Jahren Feste, Feiern, Veranstaltungen, Konzerte und einfach auch nur die Schönheit des Ortes auf Bildern fest – bewegten Bildern. "Eine laufende Minute auf CD bedeutet gleichzeitig zwei Stunden Arbeit, entstanden sind in der Zeit 281 Tonträger", belegte Karin Nickenig die Verdienste des still im Hintergrund aktiven Laboers. Seine Frau Jutta erhielt gleich ein großes Dankeschön mit dazu. Doch Bürgereinsatz gibt es in Laboe noch reichlich. Auch Hildegard Witzki und Nathalie Erdmann von der VHS Laboe erhielten für ihre Initiative "Fit und Aktiv in Laboe" lobende Worte und Blumen obendrein. Denn sie hatten ein Programm für Laboer und Urlaubsgäste gemeinsam mit dem Kurbetrieb zusammengestellt, das zur Attraktivität des Laboe-Besuches beigetragen hatte. Auch die erfolgreiche Teilnahme der Gemeinde am Probsteier Strohfigurenwettbewerb ist Bürgern zu verdanken. Stellvertretend für die Gruppe der Strohkünstler nahmen Christa Richter und Angelika Thiel den Dank entgegen. Ein begeistertes Paar trägt seine Laboe-Liebe seit vier Jahren nach außen. Peter Dittmer und Renate Gutzge zeigen unter www.wir-in-laboe.de die vielen Seiten des Ostseebades und werben auf ihre Weise für den Ort. Auch dafür gab es Dank und Anerkennung, ebenso wie für Manfred Radomski, einen Vertreter der Elterninitiative Schülerlotsen. Die allerdings, so warb Radomski für das Projekt, könne nur weiter bestehen, wenn sich weitere Freiwillige bereitfinden, morgens und mittags jeweils 20 Minuten, für die Sicherheit der Schüler zu sorgen. Diese Beispiele belegten eindrucksvoll, wie recht Joachim Schuldt mit seiner plattdeutschen und zugleich humoristisch-tiefsinnigen Betrachtung der Laboer Verhältnisse hatte: "Wir sind zwar arm an Geld, aber reich an vielen klugen Menschen, die sich für den Ort einsetzen.
Hier ist es schön. Schöner als anderswo". Über so manche kreative Idee Schuldts lesen Sie mehr in einer der nächsten PH-Ausgaben.
|