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Gesundheit und Natur
Geschrieben von Silke Hergeröder   
Freitag, 23. September 2011

Halbe Suhle, volle Suhle ...

Es bereitet Freude zuzusehen, wie sie das Erdreich unter sich zerwühlen, sich suhlen, an Gras- und Baumwurzeln knabbern, sich bewegen, ja sogar richtig laufen und im Schweinsgalopp wetzen können. Die Rede ist von den glücklich dreinschauenden Schweinen auf dem Krummbeker Biohof Muhs. Hier steht das Tier beziehungsweise dessen Wohlergehen durch artgerechte Haltung im Vordergrund.

 

   Tag der offenen Tür auf dem Biohof Muhs in Krummbek. Gleich im Eingangsbereich des Hofgeländes wurden die Besucher von quietschenden Ferkeln begrüßt. Fotos Hergeröder

Tag der offenen Tür auf dem Biohof Muhs in Krummbek. Gleich im Eingangsbereich des Hofgeländes wurden die Besucher von quietschenden Ferkeln begrüßt. Fotos Hergeröder

 

Als dumm und dreckig werden Schweine oft umgangssprachlich bezeichnet. So ist es jedoch nicht. Schweine, die in ausreichend weitläufigen Ställen gehalten werden, nutzen generell eine Ecke als Kotecke. Ihr Suhlen in feuchtem Schlamm ist eine angeborene Verhaltensweise, die der Reinigung dient, bei hohen Temperaturen ihre Körpertemperatur senkt und sie vor Sonnenbrand schützt. Dies alles und noch viel mehr über den Naturkreislauf, der auf dem Biohof in Krummbek praktiziert und bewusst gelebt wird, erklärte Öko-Landwirt Rainer Muhs seinen vielen Zuhörern, die zum Tag der offenen Tür am vergangenen Sonntag in Krummbek erschienen.


Behutsames Mästen durch langsames Wachsen in artgerechter Haltung sowie ein großes Platzangebot, ganz viel frische Luft, Abwechslung, Stroheinstreu und Öko-Futter aus eigenem Anbau. Das erwartet ein Ferkel, wenn es nach genau drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen ohne jegliche Geburtshilfe zur Welt kommt.
Die Ferkelhütte in der Mitte der Schweinebox dient dazu, die Mini-Schweinchen aus der Gefahrenzone zu lotsen, denn wenn sich das Muttertier einmal hinlegen möchte, soll keines der kleinen Schweinchen totgedrückt werden. Hier, unter der Lampe, ist es im Stroh kuschelig warm. Nach gut 14 Tagen wird die Kinderstube verlassen und die Schweinefamilie zieht in den sogenannten Familienstall. Die Tiere können selbst wählen, ob sie im Stroh schlafen oder draußen umherflitzen möchten. Im Familienstall leben verschiedene Muttertiere mit ihren Ferkeln bis zu zwei Monate zusammen. In dieser Zeit wird ein soziales Verhalten untereinander ganz automatisch gefördert. Ein Schwanz- oder Ohrenbeißen, sprich Kannibalismus ist somit ausschließbar.


Ist das Schwein etwa zehn bis zwölf Monate alt, erfolgt eine vernünftige Betäubung sowie eine schonende Einzel-Schlachtung, ganz ohne vorherigen Transportstress des einzelnen Tieres, im hofeigenen Schlachthaus. Dieses ist nach neuesten EU-Bestimmungen, die in Sachen Hygiene für Lebensmittel tierischen Ursprungs eingehalten werden müssen, um- beziehungsweise ausgebaut. Es besteht sozusagen aus einer Einbahnstraße, die durch einen Zerlegeraum und einen Verarbeitungsraum weitergeführt wird, was ein zeitgleiches Arbeiten in allen Bereichen gewährleistet. Rund zehn Schweine sowie ein bis zwei Rinder, die unter strengen ökologischen Richtlinien auf dem eigenen Betrieb gehalten wurden, werden pro Woche in Krummbek geschlachtet und zu Bio-Delikatessen verarbeitet und direkt vermarktet. Der Verbraucher profitiert somit von dem gesunden Tier, denn niemand möchte ein Lebensmittel, welches mit Schadstoffen belastet ist, essen.


Die Besucher bekamen an diesem Tag der offenen Tür durch die Hofführung von Rainer Muhs einen guten Einblick in den täglich wiederkehrenden Naturkreislauf und in die Arbeitsweise auf dem Biohof. Durch die schmackhafte Weißwurst, feinen Burgunderbraten oder deftige Haxe hatten die Besucher immer wieder Gelegenheit sich von der Bio-Qualität zu überzeugen, hinter der Anne-Marie und Rainer Muhs voll und ganz stehen.

 

 
 
 

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Krummbek / Ratjendorf

Augen auf und durch: In Krummbek entdeckt man schöne Ecken - und Häuser sowieso

Augen auf: Krummbek hat allerhand zu bieten

Mit einer Fläche von 548 Hektar und cirka 325 Einwohnern gehört Krummbek zu den kleineren Gemeinden des Amtes Probstei. Hochwertige Böden haben frühzeitig eine intensive landwirtschaftliche Nutzung begünstigt. Bis in die 60er Jahre waren in Krummbek und Ratjendorf 14 Vollerwerbsbetriebe ansässig. Heute sind es nur noch sechs; davon ein Biolandhof mit angeschlossener Schlachterei. Drei Bäche durchfließen das Gemeindegebiet. In Krummbek befindet sich ein Hotel- und Gaststättenbetrieb von überregionaler Bedeutung. Einkaufsmöglichkeiten bestehen in der Hofschlachterei und in einigen landwirtschaftlichen Betrieben.

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