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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Verena Ullmann   
Sonntag, 19. Februar 2012

 

Henriette kehrt wieder auf das Schloss zurück

Henriette von Heintze, geborene Blome (1775 bis 1845), ist vor einigen Tagen nach Schloss Hagen zurückgekehrt. Zwar nicht in Fleisch und Blut, dafür aber auf der Reproduktion eines Bildes des Plöner Malers Friedrich Carl Gröger (1766 bis 1838). Ermöglicht hat dies das Krokauer Ehepaar Margrit und Uwe Stoltenberg. Beide ließen sich anlässlich einer Familienfeier von ihren Gästen keine Geschenke, sondern eine Spende schenken, die in die Reproduktion des eigentlich aus dem Jahr 1803 stammenden Bildes floss.

 

Karl Heinz Fahrenkrog (links) mit Margrit (daneben) und Uwe Stoltenberg sowie Karin Biskup vor dem Bild von Henriette von Heintze, geborene Blome. Foto: Ullmann 

Karl Heinz Fahrenkrog (links) mit Margrit (daneben) und Uwe Stoltenberg sowie Karin Biskup vor dem Bild von Henriette von Heintze, geborene Blome. Foto: Ullmann

 

Dieses hängt im Original im Behnhaus in Lübeck. Margrit Stoltenberg hatte dorthin 2010 einen Ausflug unternommen und das Bild hängen sehen. "Da habe ich spontan gedacht, dieses Bild könnte gut in das Herrenhaus passen", erinnert sie sich. Beim Betrachten der Ausstellung war sie über den Namen der auf dem Werk abgebildeten Personen "gestolpert": "Henriette von Heintze, geborene Blome/Hagen mit ihren Kindern". Da die Pensionärin Mitglied im Förderverein Schloss Hagen ist, unterbreitete sie ihre Idee den Kollegen.


Was folgte, war eine gut einjährige "Heimhol-Geschichte" der Henriette nach Schloss Hagen. Denn nachdem schließlich ein Fachmann, der eine Reproduktion von Grögers Werk herstellen sollte, in Schwerin gefunden worden war, mussten doch mehrere Fahrten mit einer in Din A 3-Format erstellten Vorlage nach Lübeck unternommen werden, bis letztendlich alle Farben und Töne dem Original exakt glichen.


Zudem begannen Margrit Stoltenberg und ihre Freundin Karin Biskup über Henriette von Heintze zu forschen. Sie besuchten die Landesbibliothek in Kiel, das Landesarchiv in Schleswig und auch das Schloss Gottorf. "Wir wollten wissen, was das für eine Frau gewesen ist", beschreibt die 65-Jährige ihre Intension. "Damals standen die Frauen ja mehr im Hintergrund ihrer Männer. Und dennoch hätte sicherlich vieles nicht stattfinden können, hätten die Frauen nicht so entscheidend mitgewirkt."


Was Stoltenberg und Biskup herausfanden, freute sie. "Auf vielen kleinen Zettelchen und Briefen der Henriette, die sie auf Schloss Hagen an ihre Mutter Gräfin Luzia Blome nach Lütjenburg schrieb, können wir folgendes erkennen", erzählt Biskup. "Henriette war ein fröhlicher, liebevoller Mensch. Sie hat auf Hagen ein besorgtes Miteinander erlebt." In einem anderen Brief heißt es über die ehemalige Blome: "Ich freue mich, dass ich in der edlen Frau von Heintze eine wahrhaft mütterliche Frau gefunden habe" (aus Briefe an Henriette Nötting von Emanuel Geibel). Als Erwachsene habe Henriette Blome den Arzt und Rechtswissenschaftler Friedrich Adolf von Heintze geheiratet.


Anfang 2012 ist das Familienportrait schließlich per Spedition in Probsteierhagen angekommen und vor kurzem offiziell überreicht worden. Jetzt hängt es im so genannten Blomezimmer. "Wir haben das im Vorstand besprochen und uns dann fast einstimmig für das ehemalige Speisezimmer entschieden", beschreibt der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Hagen, Karl Heinz Fahrenkrog die letzten "Schritte" des Bildes bis zu seinem heutigen Verbleibeort. "Sie ist eine Blome und hat sich während sie hier lebte, oft und lange in diesem Raum aufgehalten." Dies sei wichtig, führt er weiter aus, denn schließlich kehre sie ja jetzt heim, die Henriette von Heintze, geborene Blome, in ihr Elternhaus.

 
 
 

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