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Gästezuwachs trotz möglicher Sparmaßnahmen?
Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) und der neue Geschäftsführer der tourismus-agentur Schleswig-Holstein (TASH), Christian Schmidt, stellten am Montag die vorläufige Tourismus-Bilanz des Jahres 2009 vor. Die gute Nachricht: 2,4 Prozent mehr Übernachtungen, die schlechte: Für das neue Jahr steht weniger Geld zur Verfügung. Dennoch soll der positive Trend weitergeführt werden und sich Schleswig-Holstein weiter als maritimes Urlaubsland profilieren. Dazu sei eine "Feinjustierung" des Marketing-Konzepts nötig.

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Wirtschaftsminister Jost de Jager (links) und TASH-Geschäftsführer Christian Schmidt stellen sich den Fragen der Journalisten. Foto: Denker
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War das Jahr 2009 eher von negativen Zahlen geprägt, erlebte der Tourismus in Schleswig-Holstein im Gegensatz zu vielen Branchen und Regionen ein "gutes Jahr", das sich positiv und stabil entwickelt habe, erklärte Wirtschaftsminister de Jager vor Journalisten an der Kieler Hörn. Die Zahl der Übernachtungen nahm im Gegensatz zum Bundestrend (minus 0,3 Prozent) auf knapp 25 Millionen zu (vorläufiger Stand: 31. Oktober 2009). Unter den Flächenländern belegt das nördlichste Bundesland damit den zweiten Rang hinter Mecklenburg-Vorpommern. Die positive Entwicklung führte der Minister auf die Investitionen der vergangenen Jahre zurück.
Seit 2006 wurden rund 45 Millionen Euro in insgesamt 20 Strukturprojekte investiert, darunter der Ausbau des Wegenetzes, der Bau von Strandpromenaden sowie die Förderung von Hotels und Ferienanlagen. De Jager machte deutlich, dass die Landesregierung trotz harter Sparzwänge die vor drei Jahren begonnene Neuausrichtung des Tourismus im Land weiterführen will. Er könne jedoch nicht versprechen, dass die Förderung des Tourismus von den allgemeinen Sparzwängen ausgenommen bleibt. "Gesichert" sei für das neue Jahr jedoch die Förderung wichtiger Infrastrukturprojekte wie Hotel- und Promenadenbauten. Auch der Ausbau des ländlichen Wegenetzes, unter anderem der Radfernwege, sei beschlossene Sache.
Um die positive Entwicklung der vergangenen Jahre auch in Zeiten knapper Kassen weiterzuführen, müsse auf den Qualitätstourismus gesetzt werden. Zur Zielgruppe gehören auch weiterhin junge Familien, Best Ager und anspruchsvolle Genießer. Eine Feinjustierung und Überprüfung des Marketing-Konzepts sei allerdings nötig, um mittel- und langfristige Strategien zum Erfolg zu führen. In Schleswig-Holstein sind derzeit rund 130.000 Menschen im Tourismus tätig, die jährlich knapp fünf Milliarden Euro erwirtschaften. "Damit bleibt der Tourismus einer der größten Aktiv-Posten und stärksten Motoren unserer Wirtschaft", so de Jager.
Dennoch sei es ein schwerer Fehler, sich auf diesen Zahlen auszuruhen. "Binnentourismus ist ein Verdrängungswettbewerb. Wir müssen uns unseren Mitbewerbern stellen", erklärte der neue Geschäftsführer der tourismus-agentur, Christian Schmidt. Die Ausgangslage im Land sei aber gut, so der 39-jährige, der seit dem 1. Januar die Geschicke des schleswig-holsteinischen Tourismus lenkt (sein Kurz-Portrait auf Seite 7). Während andere Bundesländer sich versteckten, nehme man die positiven Zahlen als Ansporn. In Zukunft solle neben dem Zielgruppenmarketing auf eine aktivere Verkaufsförderung gesetzt werden. Zwar sei man bereits stark mit regionalen und überregionalen Partnern vernetzt, doch müssen die einzelnen Tourismusagenturen stärker eingebunden werden.
Negativ wurde das Ausgabeverhalten der Urlauber bewertet. "Reisen wird zwar kurzfristiger und der Trend geht ungebremst in Richtung Binnenland, doch die Menschen geben am Urlaubsort weniger aus", so Schmidt. Um daher noch stärker auf die Wünsche der Reisenden einzugehen, werden Gespräche mit dem Hotel- und Gaststättenverband (DeHoGa) geführt. Hier sei es besonders wichtig, dass die Mehrwertsteuersenkung auch an die Urlauber zurück gegeben werde. Darüber hinaus spricht die TASH gezielt mit Reiseveranstaltern wie TUI, Ameropa und Thomas Cook und präsentiert sich auf Fachmessen zusammen mit lokalen und regionalen Partnern.
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