Freizeit und Kultur
Geschrieben von Kay-Christian Heine   
Samstag, 30. Januar 2010

"Expressive Konzentrate" im Stilhaus Panker

Der Zufall sprang Christine Schmidt zur Seite. Zu Besuch beim Kieler Antiquar und Auktionator Bernd Schramm, fiel ihr dort ein Bild durch seine Kraft und Farbigkeit auf. "Den Maler möchte ich gern in unserer Galerie ausstellen", entfuhr es ihr spontan. Bernd Schramm hat den Maler gefragt. Beat Rosenberg, 1954 im schweizerischen Kanton Aargau geboren und seit 26 Jahren in der portugiesischen Region Algarve lebend und arbeitend, hat spontan ja gesagt. So hat Schramm die Entstehung der Idee zu der Rosenberg-Ausstellung "Expressive Konzentrate" auf der Vernissage am Sonntag, 31. Januar, in der Galerie STILHAUS in Panker überliefert. 

Der Raum ist immer so schön, wie man ihn sieht. Beat Rosenberg stellt im STILHAUS Panker erstmals in Deutschland aus. Foto: Heine 

Der Raum ist immer so schön, wie man ihn sieht. Beat Rosenberg stellt im STILHAUS Panker erstmals in Deutschland aus. Foto: Heine


Noch am Freitag zuvor hantieren die STILHAUS-Inhaber Christine und Sebastian Schmidt, Beat Rosenberg und seine Lebensgefährtin Erika mit Akkuschrauber und anderem Werkzeug, um die Bilder an die Wand zu bringen. Wo was hängt, ist dabei längst beschlossene Sache. Seit mehr als acht Monaten steht Beat Rosenberg mit den Schmidts in regem Kontakt. Viele der meist in leuchtenden, gesättigten Farben gestalteten Bilder sind während dieser Vorbereitungszeit entstanden. Die Frage, ob er gern konzeptionell arbeite, bejaht Rosenberg. "Das Modell des STILHAUSES steht immer rechts neben der Staffelei", sagt er, beobachtet die Wirkung seiner Worte auf den Fragenden und grinst dann breit. Eine Strähne seiner langen silbrigen Mähne fällt ihm dabei über die intensiv blau blitzenden Augen, um die sich nun unzählige kleine Falten ausbreiten. Als er Unglauben bemerkt, wird er forsch."Sebastian, fahr mal das Internet hoch." Die Aufforderung, in das kleine Büro der Galerie zu folgen, duldet keinen Widerspruch. "Da, schau!"
Auf dem Bildschirm läuft eine Präsentation über "Expressive Konzentrate". Und tatsächlich erscheint dort das maßstabsgetreue Modell der Galerie, an dessen Wänden im Miniformat die Bilder hängen, die nun, nur ein paar Schritte weiter, im Original zu betrachten sind.


Und die können verwirren. Eine Strandszene mit Menschen, realistisch anmutend, aber dennoch abstrahiert durch die flächigen intensiven Farben, wird eingerahmt von abstrakten, wesentlich kleinformatigeren Farbkompositionen, scheinbar ohne Bezug zur Strandszene. "Schau genau hin!", fordert Beat Rosenberg auf. "Schau diesen Teil des Himmels an, denke ihn dir größer – ach, komm mit, bei 400 Prozent siehst du es." Wieder führt er ins Büro, setzt sich vor den Monitor. Das Bild erscheint. Er zoomt hinein – und da ist es, das abstrakte Farbspiel.


In anderen Räumen hängen südliche Marktszenen, Landschaften, Menschen bei der Arbeit. Er brauche die Wärme, das Licht, die entspannte Lebensart des Südens, sagt Beat Rosenberg. "Dort kann ich ohne Socken herumlaufen, jederzeit Gemüse einkaufen, mit meiner Frau kochen, mit Wenigem das Leben genießen und viel arbeiten." Und das sei kein Spaß. "Ich male, bis es schmerzt."


Die Bilder der Ausstellung strahlen Magie aus. Mit ihrer Dreidimensionalität und warmen Farbigkeit ziehen sie den Betrachter in das Geschehen hinein und lassen ihn Teil werden der Lebensart, der Farben und der Intensität des Südens. Für Rosenberg selbst sind die Bilder "seine eigene Wahrheit". Es gebe keine realen Vorlagen für die Bilder. Vielmehr sei es "die Essenz seiner Erinnerungen", die er auf die Leinwand bringe.


Aber die Malerei reicht ihm nicht. "Dummerweise habe ich viel Talent", meint er achselzuckend. Deswegen betätigt er sich auch als Raumkünstler, schafft Großplastiken aus Aluminium und bindet sie für Auftraggeber in architektonische Projekte ein.


Rosenberg stellt zum ersten Mal in Deutschland aus. In der Schweiz habe er bereits eine große Gemeinde und viel Erfolg, verrät der langjährige Rosenberg-Kenner Bernd Schramm. Nun habe er den Norden Deutschlands kennenlernen wollen.


Und das hat er. "Es war anspruchsvolles Publikum hier", resümiert er zufrieden. Unter den deutlich mehr als 100 Besuchern seien rund 40 Kunstsammler gewesen. "Die wollen wiederkommen und sich mit den Bildern beschäftigen." Wieder blitzen Beat Rosenbergs Augen. "Sie sind fasziniert von der Kraft der Bilder, sie spüren die Magie."


Beat Rosenbergs "Expressive Konzentrate" sind noch bis zum Sonntag, 14. März, freitags bis sonntags jeweils zwischen 11 und 18 Uhr in der Galerie STILHAUS bei Christine und Sebastian Schmidt im Torhaus des Gutes Panker zu sehen.


Auf Vereinbarung öffnet die Galerie für Gruppen auch zu anderen Zeiten. Mehr Informationen gibt es unter der Telefonnummer 04381-428577 und im Netz unter den Adressen www.stilhaus-panker.com und www.beatrosenberg.com.