Fernziel: "Energieautarke Region Probstei"
Trotz schwierigster Verkehrsverhältnisse am vergangenen Mittwoch war der große Saal des "Bahnhofshotel" in Schönberg gut gefüllt. Über 80 Personen wollten die Gründung der "Probsteier Energiegespräche" miterleben.
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2009 sind in der Probstei bereits rund 26 Millionen Kilowattstunden Strom per Windkraft und Photovoltaikanlagen produziert worden. Foto: Heine
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Der Strompool Probstei hatte zur Gründung der Energiegespräche eingeladen, um so für die Probstei eine Entwicklung einzuleiten, die die Probstei zu einer Modellregion in Sachen Klimaschutz machen soll – deshalb wird die "Energieautarke Region Probstei" als Fernziel angestrebt. Energieautark ist eine Region, wenn sie in den Bereichen Wärme, Strom und Mobilität rechnerisch so viel Energie selbst herstellt, wie in der Region verbraucht wird.
Die Vorstände des Strompools, Wilhelm Westendorf und Peter Zimmermann, erläuterten eingangs, wie sie sich den Weg zur Energieautarkie der Region in etwa 20 Jahren vorstellen, nachdem vorweg die derzeitige bundesweite Situation auf dem Energiesektor in Deutschland vorgestellt worden war. Dabei machten sie sich beide für einen verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland stark. Nur so könne die dringend erforderliche Begrenzung der Klimaerwärmung auf zwei Grad Celsius geschafft werden. Hierbei sei besonders wichtig, dass die erneuerbaren Energien besonders gut dezentral in den Regionen gefördert werden können und so erreicht werden kann, dass die Energieproduktion in den Händen vieler Bürger liegt. Beispiele im In- und Ausland zeigten, dass die Menschen in diesen Modellregionen nur gewinnen können. Schon der Weg zum Ziel stärke die regionale Wirtschaftskraft, da der Geldabfluss nach außen gebremst wird, Arbeitsplätze entstehen in der Region, die Abhängigkeit von außen nimmt ab, die Selbstbestimmung in der Region wird gefördert und die regionale Identität sowie der soziale Zusammenhalt wird gestärkt. So würden die Bürger der Probstei bisher rund 45 Millionen Euro für Energie ausgeben. Geld, dass der hiesigen Wertschöpfung fast vollständig verloren ginge. Würde dieses Geld der Wertschöpfung in der Region mehr und mehr zur Verfügung stehen, würde dies einen wirtschaftlichen Multiplikatoreffekt auslösen, der nicht zu unterschätzen sei, so die Initiatoren.
Beide Referenten wiesen daraufhin, dass die Probstei in Sachen erneuerbare Energien nicht am Anfang steht, sondern vor allem im Strombereich entsprechende Vorkenntnisse vorhanden seien. So wären in 2009 bereits rund 26 Millionen Kilowattstunden Strom per Windkraft und Photovoltaikanlagen produziert worden. Damit hätten rechnerisch bereits alle Probsteier Haushalte mit rund 2.300 Kilowattstunden versorgt werden können, der Durchschnittsverbrauch liegt bei etwa 3.000 kWh/a. Anders sieht es im Bereich Wärme aus. Hier kommt es besonders darauf an, zunächst im Bereich Energie-Effizienz (Energieeinsparung) voran zu kommen. Auch im Bereich Mobilität seien neue Ideen gefragt.
Der Strompool bot an, die "Probsteier Energiegespräche" zunächst weiter zu organisieren und auch Kosten hierfür zu übernehmen, bis sich eine Organisation herausgebildet hat, die diese in eigener Regie weiterbetreiben könne. 55 der Anwesenden trugen sich in eine Interessentenliste ein und dokumentierten somit, dass sie an einer weiteren Mitarbeit bei den "Probsteier Energiegesprächen" interessiert sind. Alle Folgeveranstaltungen mit einzuladenden Fachreferenten würden aber auch öffentlich bekannt gemacht werden. Der Strompool-Vorstand zeigte sich abschließend zuversichtlich, dass man die Unterstützung erhalten werde, damit die Probstei zu einem weit strahlenden Leuchtturm in Sachen "Energieautarke Region" wird.
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