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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Kay-Christian Heine   
Freitag, 06. Mai 2011

Intergalaktisches Kaffeekränzchen im Orbit

"Vorsicht am Raumschiff, der Bahnsteig fährt ab!", mag der Zuschauer die Show kommentieren, deren Vorpremiere die eigenwillige Hamburger Frauentruppe "Trude träumt von Afrika" am Wochenende auf die Bühnenbretter des "Lutterbeker" gebracht hat. Zuweilen ein wenig versteckt in der klamaukigen Geschichte eines hanseatischen Hausfrauenquintetts, deren Kaffeefahrt ins Grüne zu einer Odyssee im Weltraum wird, boten die fünf musikalischen comediennes Schauspielerisches und Musikalisches auf hohem Niveau.

 

Truden im Fünferpack (von links): Trude Cäcilie (Gunhild Wulf), Trude Mathilde (Annette Kayser), Trude Agathe (Anke Hundius), Trude Erna (Eva Roßberg) und Trude Yvonne (Winni Knaack). Foto: Heine
 

Truden im Fünferpack (von links): Trude Cäcilie (Gunhild Wulf), Trude Mathilde (Annette Kayser), Trude Agathe (Anke Hundius), Trude Erna (Eva Roßberg) und Trude Yvonne (Winni Knaack). Foto: Heine

 

Vor gut 20 Jahren trafen sich die fünf Hamburgerinnen bei einem Kurs für westafrikanisches Trommeln. Das war der Beginn einer Zusammenarbeit, die bis heute währt. Westafrikanisch-perkussive Musik ist konsequenterweise auch in ihrem aktuellen Programm "Bügelfrei in die Umlaufbahn" zu hören. Wenn die fünf "Truden" an ihren Djembés, Basstrommeln, Snaredrums, Gitarren, Kalebassen, Triangeln und anderen Instrumenten loslegen, steht ihre schrill-parodistische Kostümierung mit bunten Kleidern, grellblauem Lidschatten, witzigen Hüten und Perücken in schrägem Kontrast zu den produzierten satten Rhythmen. Allein das ist schon die Show wert.


Was als harmloser Ausflug per Bus in die Lüneburger Heide gedacht war, wird unversehens zu einem Trip ins Weltall, was den "Truden" gar nicht gefällt. Bei der Verarbeitung der dort gewonnenen Eindrücke wandeln sie auf einem schmalen Grat zwischen Klamauk, Komödie und Absurdem einerseits und hochklassiger Musikalität und Schauspielerei andererseits durch ihr Programm. Das Publikum im ausverkauftem "Lutterbeker" hatte an einigen Stellen genau hinzuhören und hinzusehen, um sich das Virtuose nicht entgehen zu lassen. Denn was das Hamburger Quintett an den Trommeln, in ihrer stimmlichen Vielfalt und an Mimik und Gestik zu bieten hat, ist, um im Bild zu bleiben, mit galaktisch durchaus treffend beschrieben.


Der Trip zu den Sternen sorgt bei den Damen schnell für Frust, denn es gibt dort weder Straße noch Steg und schon gar keine wegweisenden Schilder. Schnell wollen sie nach Hause, zurück ins Vertraute, zum Friseur, die Dauerwelle richten lassen. Doch wie hinkommen? Der Weltraumbahnhof jedenfalls versinkt im Chaos, die Raumschiffe, gespielt von den "Truden" in putzigen weißen Kostümen mit Staubpüscheln auf dem Kopf, eiern mehrstimmig zirpend, quietschend und säuselnd über die Bühne, planmäßige Abflüge sind, wie bei der Bahn, rar. Ein Beispiel dafür, dass auch die Satire ihren Platz bei den "Truden" findet, und gleichzeitig eindrucksvoller Beweis dessen, was die "Truden" allein mit ihren Stimmen bewerkstelligen können.


Das "Lutterbeker"-Publikum als Kontrollzentrum am Boden fühlte sich glänzend unterhalten, anders lassen sich die vielen amüsierten Reaktionen und der gespendete Applaus kaum deuten. Ist dies der Gradmesser für die Güte des Programms, dürfte den "Truden" mit "Bügelfrei in die Umlaufbahn" auf ihrem Weg durch die Galaxien der Bühnen kein bremsender Meteorit in die Quere kommen.

 
 
 

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Lutterbek

Die Lutterbeker Schmiede - das Schmuckstück der Gemeinde wird derzeit restauriert

Lutterbek - ehemaliger Sitz des Klosters Preetz

Im Jahre 1240 begab es sich, dass erstmals Schriftkundige (wahrscheinlich Nonnen aus dem Kloster Preetz) in die Probstei kamen und über die Dörfer, deren Menschen und Leben berichteten und dieses niederschrieben. Das Dorf am "lauteren Bach" hatte einen derart prägenden Eindruck bei den Nonnen hinterlassen, dass der Sitz des Klosters in Preetz nach Lutterbek verlegt wurde, wenn auch nicht für eine sehr lange Zeit. Heute prägt das Veranstaltungslokal "Lutterbeker" das Erscheinungsbild und die Bekanntheit des Ortes am lauteren Bach. Das ehemalige Kloster, die alte Wassermühle, die Schmiede, die Dorfschule oder der Höker - diese Gebäude stehen noch, werden aber nicht mehr in ihrer ehemaligen Funktion genutzt.

 

Wolf Mönkemeier

 

 

 

 

 

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