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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Sonntag, 13. Juni 2010

Investor Hollesen hofft auf Baurecht bis Herbst

Darauf haben viele Probsteier gewartet: Das Schiff "Marina Wendtorf" nimmt wieder Fahrt auf, der Kurs bleibt unverändert und das Ziel ist klar: eine 50 Millionen Euro teure Luxus-Ferienanlage auf dem Deich, die Touristen aller Schichten in die Probstei holt. Nach eineinhalb Jahren Stillstand gibt es nun wieder Bewegung in dem Projekt der Planet-Gruppe mit Sitz auf Gut Schwartenbek in Kiel-Suchsdorf. Vorstand Sven Hollesen erklärte in einem Gespräch mit dem Probsteier Herold den Fortgang der Planungen. Sein Wunsch: "Es wäre schön, wenn noch zu Weihnachten die Fundamente geschüttet würden, damit wir schon in der nächsten Saison mit unseren Häusern in die Werbung gehen könnten."

So soll das Areal in Marina Wendtorf einmal aussehen. 50 Millionen Euro will die Planet-Gruppe dafür in den nächsten Jahren investieren. Foto: Schmidt 
So soll das Areal in Marina Wendtorf einmal aussehen. 50 Millionen Euro will die Planet-Gruppe dafür in den nächsten Jahren investieren. Foto: Schmidt
Wenn es nach ihm gegangen wäre, so der Däne, stünden die ersten Häuser bereits. Der Grund für den monatelangen Verzug des Projektes liegt in den vielen Facetten, die dieses Projekt hat. Denn nicht nur Investor und Gemeinde haben hier etwas zu planen und zu entscheiden, sondern Landesplanung und Wirtschaftsministerium haben ihre Hand im Spiel. Grundsätzlich sollen nämlich dem Entwurf des Landesentwicklungsplanes zufolge Standorte in direkter Strand-, Wasser- oder Promenadenlage (wie der Bereich der Marina Wendtorf) zur Stärkung des örtlichen und regionalen Tourismus (hochwertigen Tourismuseinrichtungen und -angeboten) vorbehalten werden. Damit wird das Ziel verfolgt, die sogenannten 1a-Lagen für die gewerbliche Tourismusentwicklung zu sichern, um auch wirtschaftliche Effekte, die sich positiv und Struktur stärkend für die Gemeinden auswirken, zu erzielen. Daher genüge es nicht - wie zahlreiche Beispiele und auch die bestehende Bebauung in der Marina Wendtorf zeigen - diese Planung ausschließlich öffentlich-rechtlich im Rahmen der Bauleitplanung abzusichern.

Erforderlich ist vielmehr ein über Verträge gesichertes Nutzungs- und Betreiberkonzept", heißt es aus dem Ministerium. Und genau um dieses Konzept ging es in zahlreichen Abstimmungsgesprächen zwischen Investor und Ministerium. Und erst mit einem personellen Wechsel, so Hollesen, sei es zu einem Kompromiss gekommen. Der stelle nun vertraglich sicher, dass es in dem Areal im Falle einer touristischen Vermietung ein Profi ans Werk geht und keine private Vermietung der Häuser möglich ist, bestätigte der Investor. Damit sei der Knoten durchgehauen und man hoffe nun, schnellstmöglich auf Baurecht seitens der Gemeinde. Erst dann, so Hollesen weiter, gehe man an die Feinplanung: Finanzierungsgespräche mit den Banken, Erschließungsverträge, Festlegung der Baustufen, Suche nach privaten Investoren, sprich Käufern. Dabei versicherte Hollesen, dass er "auf eigenes Risiko" baue und nicht erst warte, bis ein bestimmter Prozentsatz der Häuser verkauft sei, wie ansonsten in der Immobilienbranche üblich.

Geregelt sei auch die Frage der Wasserfläche für den Hafenbetrieb durch die Planet-eigene "Ship-Shape"-Gesellschaft. Die Gemeinde Wendtorf, so bestätigte Bürgermeister Otto Steffen, hat in ihrem Haushalt eine Summe von 460.000 Euro für den Kauf der Wasserfläche vom Land Schleswig-Holstein eingestellt. Sie wird sie der Planet-Gruppe für eine entsprechend höhere Summe verkaufen, die die zusätzlich entstehenden Kosten abdeckt (wie beispielsweise für die Vermessung). Parallel werde auch ein Investor und Betreiber für das auf 14.000 Quadratmetern geplante Hotel gesucht. Dazu arbeitet Investor Sven Hollesen mit der Wirtschaftsfördergesellschaft und Technologie-Transfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) zusammen. Ein Kurzexposé liegt bereits vor, die konkrete Suche beginne, sobald Baurecht vorliegt, bestätigte die WTSH.

Bürgermeister Otto Steffen will noch im Sommer zu einer öffentlichen Sitzung einladen, um die Bauleitplanung in Abstimmung mit der Landesplanung fortzuführen.
 
 
 

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Beliebter Anlaufpunkt für Kinder aus der gesamten Region: der Naturerlebnisraum in Wendtorf

Wendtorf verfügt über Naturerlebnisraum

Wendtorf bietet eine moderne Infrastruktur, besitzt Kinderspielplätze, im Kurpark eine idyllische Teichanlage und ein Sport- und Freizeitzentrum mit Tennis- und Fußballplätzen und einer Sport- und Freizeithalle. Wendtorfs Naturstrand bietet auf vielfältige Weise Erholung. Sand, Wasser und Dünen sind in einer weiträumigen Landschaft reichlich vorhanden. Sie bieten Möglichkeiten zum Segeln, Surfen, Schwimmen und Sonnenbaden. Der Deich, hinter dem zwei Campingplätze liegen, lädt zum Wandern per Pedes oder per Rad ein.Westlich an den Strand schließt sich der Nehrungshaken "Bottsand" an. Geschützt in der Bucht liegt der Yachthafen Marina Wendtorf. Mit seinen 850 Liegeplätzen zählt er zu den größten an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. Seit kurzem verfügt die Gemeinde auch über einen Naturerlebnisraum.

Otto Steffen und seine Ehefrau Erika während der Feierlichkeiten anlässlich des 40-jährigen Dienstjubiläums. Foto: Jacobsen
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