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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Sonntag, 15. August 2010

Käfer "gepaart" mit Schwamm kostet richtig Geld

Einen Förderbescheid über 10.000 Euro übergab gestern Vormittag Winfried Rusch, der Ortskurator Eckernförde der in Bonn ansässigen Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), im Beisein von Klaus Scharrenberg vom NordWestLotto Schleswig-Holstein an Dr. Werner Lüpping, den stellvertretenden Vorsitzenden des Probsteierhagener Kirchenvorstands. Mit dem Geld ist der Fortgang der Sanierungsarbeiten an der St. Katharinen-Kirche vorerst gewährleistet. 

 

Kondenswasser hat Schwamm verursacht – und das wiederum lockt den gescheckten Nagekäfer an. Deutlich ist zu sehen, wie er im Holz des Fußbodens gewütet hat. Foto: Butzke
 
Kondenswasser hat Schwamm verursacht – und das wiederum lockt den gescheckten Nagekäfer an. Deutlich ist zu sehen, wie er im Holz des Fußbodens gewütet hat. Foto: Butzke


"Eigentlich sollten die Arbeiten des ersten Bauabschnitts schon längst beendet sein", erklärte Dr. Lüpping, "aber der gescheckte Nagekäfer hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht". Dieser Käfer wird im Volksmund auch "Totenuhr" genannt, weil er mit seinem Kopf auf Holz schlägt, um Weibchen anzulocken – nach altem Volksglauben ein Hinweis auf den Tod der Personen, die sich in demselben Zimmer aufhalten. In der St. Katharinen-Kirche verursacht der gefräßige Käfer immense Schäden. "Wir müssen das Dach aufmachen, um uns den Schaden im Dachstuhl anzusehen", so Dr. Lüpping.

Vor allem in der "Winterkirche" des Gotteshauses – dem abgetrennten, einfach beheizbaren Seitenflügel – wurden jetzt bislang unbekannte Schäden entdeckt. Hier hat das Heizen anscheinend nichts Gutes bewirkt, denn vermutlich hat sich Kondenswasser abgesetzt und zu einem Schwammbefall geführt. Solcher Schwamm ist der ideale Nährboden für die Nagekäfer, die nur in Holz Quartier beziehen, das bereits vorgeschädigt ist. Dr. Werner Lüpping rechnet damit, dass allein die Restaurierung der Winterkirche zusätzliche Kosten von 60.000 bis 70.000 Euro verursacht. Wenn die Winterkirche fertig ist, die mit einem Bauvorhang vom Innenraum abgeteilt wird, soll auch die Verkleidung der historischen Orgel abgenommen und der Orgelboden auf Schäden untersucht werden.

Immerhin ist die Finanzierung des zweiten Bauabschnittes jetzt gesichert – nicht zuletzt durch die Zuwendung der DSD, die im Jahre 2009 von aus allen Teilen Deutschlands eingereichten tausend Anträgen immerhin 315 positiv beschieden hat und dafür elf Millionen Euro ausschüttete. Einen Teil der DSD-Gelder stellt das NordWestLotto Schleswig-Holstein mit Mitteln aus der "Glücksspirale" (Wohlfahrt, Sport, Denkmalschutz) zur Verfügung. Daher war nicht nur DSD-Kurator Winfried Rusch, sondern auch Lotto-Vertreter Klaus Scharrenberg sehr daran interessiert, die Kirche kennenzulernen, in die das Geld fließt.

Auf das Kennenlernen verzichten müssen allerdings Hochzeitspaare, die von außerhalb kommen – und das mindestens noch bis zum Jahresende. "Wir hatten Trauungen nur bis zum August angenommen, weil wir nicht wussten, was mit dem Kircheninnenraum passiert", sagt Dr. Werner Lüpping, "wir können ja niemandem eine Baustelle für die Hochzeit zumuten". Das Trauverbot gilt allerdings nicht für "heimische" Paare. Wer weiß, wie’s in der Kirche aussieht und damit einverstanden ist, darf sich trotzdem trauen.

 
 
 

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Probsteierhagen

Wunderschön in jeder Jahreszeit: Das 1649 erbaute Herrenhaus Hagen

Dorfprägend: das Schloss und die Kirche

Probsteierhagen, dessen Ursprung sich auf das Jahr 1259 zurückführen lässt, ist ein traditionsreiches Dorf in der Probstei. Über Jahrhunderte eng verbunden mit dem adeligen Gut Hagen wurde das Handwerkerdorf Probsteierhagen (östlich der Hagener Au gelegen) um 1930 mit dem Gutsbezirk Hagen nach dessen Aufteilung in rund 70 Kleinbauernstellen zur heutigen Gemeinde Probsteierhagen vereinigt. Prägend sind auch heute noch das alte Herrenhaus Hagen aus dem Jahre 1649 mit dem dazugehörenden Park, das sich im Besitz der Gemeinde befindet und für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird (Ausstellungen, Konzerte usw.), und die St. Katharinenkirche mit dem Ursprung aus dem 13. Jahrhundert.

Margrit Lüneburg
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