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Freizeit und Kultur
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Geschrieben von Kay-Christian Heine
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Dienstag, 08. Juni 2010 |
"Keine Castingshow - Suche nach den Besten"
Nur einmal zuvor war Schleswig-Holstein Gastgeber für den seit 1964 jährlich ausgetragenen und vom deutschen Musikrat getragenen Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" - 1991 hatte er in Kiel stattgefunden. Vor wenigen Tagen ging nun in Lübeck der 47. Wettstreit dieser Art zu Ende.

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Haben die Geschichte eines von der Wespe gestochenen Stiers im Kopf: Johanna Schellenberger und Theresa Winkler spielen spanische Klänge auf der Harfe. Foto: Heine
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2.365 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 27 Jahren hatten sich in Regional- und Landeswettbewerben ihre Qualifikation unter anfangs 17.760 Teilnehmern erspielt und ersungen. Eines der vier Preisträgerkonzerte der Bundessieger fand am vergangenen Mittwoch in Salzau statt.
Die zierliche junge Frau mit den blonden Locken drückt nervös den über die Arme hängenden Mantel gegen den Bauch. Sie wirft einen verstohlenen Blick über die Schulter zurück in Richtung Publikum, bevor sie, laut klappernd auf hochhackigen Schuhen, die wenigen Stufen zur Bühne hinaufhuscht, sie entschlossenen Schritts überquert und im Halbdunkel hinter dem Vorhang verschwindet. Unsichtbar tönt ein Piano durch die Konzertscheune, bearbeitet wohl von einem Klavierstimmer. Darunter mischen sich, ebenso noch verborgen vor den im Flüsterton plaudernden Gästen, Klänge zweier zum Aufwärmen gespielter Harfen. Minuten später tragen Helfer beide Instrumente auf die Bühne, die junge Dame von vorhin trägt ihnen Notenständer hinterher, rückt die Instrumente zurecht und verschwindet auf dünnen, schwarzbestrumpften Beinen erneut hinter dem Vorhang. Die Zuschauer verstummen, das Bühnenlicht geht an, es geht los.
In den folgenden zwei Stunden warten 18 junge Musiker mit einer Hingebung, Virtuosität und Begeisterung im Spiel auf, die nicht nur angesichts des jungen Alters der Teilnehmer manchem Zuhörer den Atem stocken lässt. Einige der jungen Leute spielen ihr Instrument nicht nur, sondern sie scheinen mit ihm verwachsen und durch es zu ihrem Publikum zu sprechen. Als Jonas Kublickas aus Litauen auf seiner Gitarre Bach spielt, wagt kaum noch jemand zu atmen.
111 Jugendliche qualifizierten sich übrigens für die erstmals auf Bundesebene angebotene Kategorie "Pop-Gesang". Dazu der Vorsitzende von "Jugend musiziert", Prof. Reinhart von Gutzeit: "Wer die Einführung im Vorfeld noch kritisiert hatte, konnte erleben, dass wir keineswegs eine Castingshow veranstaltet, sondern die besten jungen Künstler und Interpreten gesucht haben; denn neben der Interpretation verschiedener Songs musste jeder Teilnehmer dieser Kategorie auch a cappella singen und ein selbst komponiertes Stück vortragen."
Für Moderator und Projektbeiratsmitglied Professor Ulrich Rademacher aus dem westfälischen Münster fördert diese neue Kategorie auch die "Wertschätzung der verschiedenen Stilrichtungen untereinander". Überhaupt stehe für ihn nicht der Wettbewerbscharakter bei "Jungend musiziert" im Vordergrund. "Wir wollen die jungen Menschen anregen, zu musizieren und sie international zusammenbringen", sagt er vor dem Publikum. Tatsächlich ist "Jugend musiziert" weit über die deutschen Grenzen hinaus aktiv. Teilnahmeberechtigt sind auch Jugendliche an deutschen Schulen im Ausland.
Die Ausschreibung für den 48. Bundeswettbewerb 2011 läuft bereits. Anmeldeformulare gibt es bei Musikschulen, den Regionalausschüssen oder der Bundesgeschäftsstelle "Jugend musiziert". Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.jugend-musiziert.org oder beim Regionalausschuss, Landeshauptstadt Kiel, Amt für Kultur und Weiterbildung, Andreas-Gayk-Str. 31, 24103 Kiel. Ansprechpartnerin dort ist Angelika Stargardt, Tel. 0431-9013408, E-Mail:
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