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| Gesundheit und Natur | |
| Geschrieben von Astrid Schmidt | |
| Donnerstag, 03. Juni 2010 | |
Köhner Erich Petersen besitzt VorzeigegehegeAls sich Erich Petersen aus der Gemeinde Köhn vor 20 Jahren seinen Jugendtraum erfüllte und sich dem Halten und Züchten von Wild verschrieb, war dieses Einkommensstandbein bundesweit noch schwach ausgeprägt. Mittlerweile gibt es bundesweit 6.000 Wildgehege, zu denen allerdings auch Tiergehege und Wildparks gehören. Der Bundesverband der Wildhalter feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen, der Landesverband für nutztierartige Wildhaltung Schleswig-Holstein, dessen zweiter Vorsitzender Erich Petersen seit 15 Jahren ist, betreut 40 Wildhalter, 120 Gehege gibt es in Schleswig-Holstein.
Wildhalter Erich Petersen züchtet seit 20 Jahren Wild. Seine 14-köpfige Rotwildherde ist ruhig und ausgeglichen, einige Tiere fressen ihm aus der Hand. Foto: Schmidt Doch die Entwicklung stagniert, ja ist sogar leicht rückläufig, bestätigt Johannes Thomsen von der Landwirtschaftskammer. Ein Grund dafür die Überalterung. Zudem werde es auch denen schwer gemacht, die ein bestehendes Gehege übernehmen wollen. Denn die EU-Regelungswut macht auch vor den Wildhaltern nicht halt. Vorschriften, Auflagen, die zum Teil nicht praktikabel sind, beschäftigen die Wildhalter seit zwei Jahren und waren auch auf der diesjährigen Bundesfachtagung in Futterkamp erneut Thema. Erich Petersen kann ebenfalls ein Lied davon singen. Sein Betrieb ist mit 14 Tieren auf zwei Hektar einer der kleineren, gehört aber zu den Vorzeigegehegen. Der ausgebildete Elektriker hat nach den erfolgreich abgelegten Sachkundeprüfungen zunächst mit Damwild begonnen, doch nur ein Jahr später holte er sich Rotwild dazu. 13 Jahre lang hielt er eine Mischherde, was als große Seltenheit gewertet wird. Denn beide Wildarten vertragen sich nur selten in einem solchen Gehege. Heute züchtet der 68-Jährige nur noch Rotwild. 14 Tiere laufen auf der rund zwei Hektar großen Weide direkt vor seinem Wohnhaus. Es ist ein erhebender Anblick: Vor dem satten Gelb des blühenden Rapses und den schneeweißen Kerzen der blühenden Kastanie kommt der gerade erst vier Jahre alte Rothirsch, umgeben von seinem Harem, mit seinem noch bastbesetzten Geweih auf ihn zu - ruhig, zutraulich und ganz ohne Stress. Petersen hält ihm den Eimer mit Futter hin, gibt es ein trockenes Stück Brot mit der Hand. Dieser kapitale Bursche soll mal ein stolzer 18-Ender werden, hofft Petersen. Seiner Schätzung nach bringt er jetzt schon 200 Kilogramm auf die Waage. Das Geweih wächst jeden Tag ein bis zwei Zentimeter, erzählt der Wildhalter und freut sich auf den prächtigen Kopfschmuck seines Platzhirsches. Denn der gilt unter den Wildhaltern schon als Stolz, wie Petersen einräumt. Sieben Tiere schießt er im Jahr, das Fleisch vermarktet Petersen direkt vom Hof aus, die Kunden wissen die Qualität des Fleisches zu schätzen. "Die Nachfrage wächst von Jahr zu Jahr. Wir müssen schon zukaufen", verrät Petersen. Das gelingt in gutem Einvernehmen, denn ein benachbarter Wildhalter will nicht vermarkten. Inzwischen öffnet Erich Petersen sein Gehege auch für viele Gruppen, denen er die Schönheit seines Berufes nahe bringt. Auch im Rahmen der Probsteier Korntage kann das Rotwild wieder betrachtet werden. |
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