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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Silke Hergeröder   
Mittwoch, 12. Mai 2010

Krummbek feiert die "112"

76 Jahre Freiwillige Feuerwehr Krummbek, 36 Jahre Jugendfeuerwehr Krummbek, macht zusammen 112 Jahre. 112 Jahre ehrenamtliche Arbeit, 112 Jahre Fort- und Weiterbildung, 112 Jahre Aufopferung für andere. 112 – die Ziffernfolge kennt jedes Kind. Was sich dahinter verbirgt, ist weit mehr als "nur" Kamerad sein. 

 

Der Kreiswehrführer Helmut Müller (links) hat für die Jugendlichen der Feuerwehr einen Ball mitgebracht, der später von der anwesenden Prominenz signiert wurde. Jugendwart Michael Wessel (rechts) ist darüber ebenso erfreut wie Gemeindewehrführer Dieter Haasler (Mitte). Foto: Hergeröder

Der Kreiswehrführer Helmut Müller (links) hat für die Jugendlichen der Feuerwehr einen Ball mitgebracht, der später von der anwesenden Prominenz signiert wurde. Jugendwart Michael Wessel (rechts) ist darüber ebenso erfreut wie Gemeindewehrführer Dieter Haasler (Mitte). Foto: Hergeröder

 

112 Jahre – das nahmen die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Krummbek zum Anlass, ihr Jubiläum zünftig zu feiern und sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am vergangenen Freitagabend ließ man im Krummbeker Festzelt während des Kommerses 112 Jahre Feuerwehrgeschichte Revue passieren. Zu den zahlreich erschienen Gästen zählten unter anderem Landrat Dr. Volkram Gebel, Amtsdirektor Sönke Körber, die Bürgermeister der Gemeinden Krummbek und Bendfeld Jörn Husen und Ingo F. Lage, der Kreiswehrführer Helmut Müller, der Amtswehrführer des Amtes Probstei Jürgen Bandowski sowie der Ehrenamtswehrführer Peter Göllner. Sie alle sprachen in ihren Festreden Glückwünsche, Anerkennung und Lob gegenüber Krummbeks Wehrführer Dieter Haasler und allen Kameradinnen und Kameraden aus.

Landrat Dr. Volkram Gebel verdeutlichte, dass die heutigen Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren, verglichen mit denen zu Gründungszeiten, enorm gewachsen seien und dass sich der Brandschutz, der vor 76 Jahren betrieben wurde, auf viele andere Gebiete ausgeweitet habe. Auch der technische Fortschritt habe sich rasend schnell entwickelt. Dieser bringe zwar Vorteile und Bequemlichkeit, zwinge die Freiwilligen Feuerwehren aber auch zu ständiger Anpassung in der Ausbildung und der Ausrüstung.

In 76 Jahren sei allerdings eines gleich geblieben: Damals wie heute nehme die Freiwillige Feuerwehr eine zentrale Stellung im kulturellen Bereich der örtlichen Gemeinschaft ein und biete der Jugend ein sinnvolles und verantwortungsbewusstes Freizeitprojekt. "Politik und Feuerwehr haben manches gemeinsam. Bei beiden wird es manchmal brenzlig. Und für beide gilt schließlich auch und nicht zuletzt: Es macht Spaß, für das Allgemeinwohl zu arbeiten, sich für die Sicherheit der Mitbürger einzusetzen", so der Landrat abschließend.

Auf 76 Jahre aktive Wehr blickt die Freiwillige Feuerwehr Krummbek nun zurück, deren Geschichtswandel nicht bewegter hat sein können. Kriegs-, Not- und Friedenszeiten wechselten wie Monarchie, Diktatur und Demokratie. Ab dem Jahre 1934 kam es auch und nicht zuletzt zu entscheidenden Veränderungen für die Feuerwehren. Im Kreis Plön wurden die Pflicht- und Gutswehren aufgelöst und gleichzeitig 48 freiwillige Wehren gegründet. Während der Kriegsjahre kam es oftmals zu schwierigen Einsätzen, denn auch der Kreis Plön bleib von Bombenangriffen nicht verschont. Ein "normales" Leben begann in manchen Feuerwehren erst wieder ab 1948.

Im Jahre 1974 fiel die wichtigste und zukunftsweisendste Entscheidung in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Krummbek. Ohne eine Jugendfeuerwehr sei die Zukunft der Aktiven nicht gesichert. Eine 18 Mann starke Truppe startete im März 1974. Bereits ein Jahr später traten drei Mädchen der Jugendfeuerwehr bei. "Es war der richtige Weg. Acht der heute aktiven Einsatzkräfte kommen aus der Jugendfeuerwehr – drei von ihnen sind Gründungsmitglieder. 1984 entschlossen sich die Freiwilligen Feuerwehren Bendfeld und Krummbek die Jugendfeuerwehr gemeinsam zu führen", weiß Gemeindewehrführer Dieter Haasler zu berichten. Mit Stolz blickt er auf die gemeinsamen 112 Jahre zurück, denn hinter der Freiwilligen Feuerwehr verbirgt sich wirklich mehr als "nur" Kamerad sein. Freiwillige Feuerwehr – sie verkörpert nicht nur das Löschen alleine, ebenso wichtig sind Retten, Schützen, Bergen und natürlich die technische Hilfeleistung, die Hilfe bei Naturkatastrophen sowie der zu praktizierende Umweltschutz.

Keinesfalls unerwähnt sollte bleiben, dass es genau 50 Jahre und 38 Tage her ist, als Friedmar Weiß sich entschloss, der Freiwilligen Feuerwehr Krummbek beizutreten. Für seine Treue erhielt Kamerad Weiß eine Urkunde sowie die Bandschnalle für 50-jährige Mitgliedschaft überreicht durch Dieter Haasler. Im Jahre 1985 wählte die Wehr Friedmar Weiß zu ihrem Wehrführer. Mit seiner Tätigkeit als stellvertretender Wehrführer sowie als Gemeindewehrführer stand er 22 Jahre im Ehrenamt. Bürgermeister Jörn Husen hatte die ehrenvolle Aufgabe Friedmar Weiß während des Festkommerses zum Ehrenwehrführer zu ernennen.

Ebenfalls geehrt wurde die Jugend: Sechs der Jugendlichen haben die Voraussetzung zum Tragen der Jugendflamme 1 erreicht. Es sind Lucas Stoltenberg, Timon-Janik Gorn, Mika und Niclas Witt, Malte Glüsing und Fernand Stoltenberg. Sie erhielten ein entsprechendes Abzeichen während des Kommerses.

Der Sonnabendnachmittag des Festjubiläums bot Gelegenheit sich über verschiedene Gefahrenquellen aufklären zu lassen, denn Aufklärungsarbeit und Unfallverhütung gehört auch zum Aufgabengebiet eines Feuerwehrmannes. Während der Vorführung einer Fettbrandexplosion auf dem Hofgelände Göttsch staunten die Zuschauer nicht schlecht. Niemals sollte eine in Flammen geratene Bratpfanne mit Wasser abgelöscht werden. Wird die brennende Pfanne abgedeckelt und ins Freie befördert, kommt es nicht zu einer solch gewaltigen Stichflamme, wie die Kameraden es vorab demonstrierten. Auch das richtige Ablöschen einer brennenden Person wurde demonstriert. Mittels einer Löschdecke werden die Flammen am Körper erstickt. Lebensgefährliche Verbrennungen können somit verhindert werden. Alles in allem ein informativer Nachmittag, der bei Kaffee und Kuchen im Festzelt ausklang.
 
 
 

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Krummbek / Ratjendorf

Augen auf und durch: In Krummbek entdeckt man schöne Ecken - und Häuser sowieso

Augen auf: Krummbek hat allerhand zu bieten

Mit einer Fläche von 548 Hektar und cirka 325 Einwohnern gehört Krummbek zu den kleineren Gemeinden des Amtes Probstei. Hochwertige Böden haben frühzeitig eine intensive landwirtschaftliche Nutzung begünstigt. Bis in die 60er Jahre waren in Krummbek und Ratjendorf 14 Vollerwerbsbetriebe ansässig. Heute sind es nur noch sechs; davon ein Biolandhof mit angeschlossener Schlachterei. Drei Bäche durchfließen das Gemeindegebiet. In Krummbek befindet sich ein Hotel- und Gaststättenbetrieb von überregionaler Bedeutung. Einkaufsmöglichkeiten bestehen in der Hofschlachterei und in einigen landwirtschaftlichen Betrieben.

Jörn Husen
Bürgermeister

Jörn Husen
04344-2225

Gemeindewehrführer
Dieter Haasler
04344-6464

Internet
www.krummbek.de  

 
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