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| Freizeit und Kultur | ||
| Geschrieben von Kay-Christian Heine | ||
| Mittwoch, 14. Dezember 2011 | ||
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Kunstvolle Zeugnisse bäuerlichen Lebens
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Schönheit und handwerklicher Ausgereiftheit: Anna Göttke-Krogmann zeigt Fliesenbilder im Lutterbeker. Foto: Heine |
Anna Göttke-Krogmann hört es nicht so gern, wenn jemand sie Künstlerin nennt. "Ich habe mir doch alles selbst beigebracht und niemals einen Kurs besucht", sagt sie bescheiden und lacht dabei. Diese Art von Bescheidenheit habe sie immer an den Tag gelegt, erinnert sich ihr Sohn Ulrich in seiner Laudatio. "Wie findest Du das?", habe seine Mutter immer gefragt, wenn ein Bild fertig war. "Es ist aber nichts Besonderes", sei dabei ein häufig gehörter Nachsatz gewesen.
Anna Göttke-Krogmanns Fliesenbilder zeigen zumeist Szenen aus der Vergangenheit des Familienhofes in Kroge-Ehrendorf bei Lohne und legen Zeugnis ab von der Feldarbeit in der frühen Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. Andere zeigen Sommerblumen, Kräuter und Gräser sowie die umgebende Landschaft. In Zeichnungen hat Anna Göttke-Krogmann Menschen porträtiert, Kindheitsszenen festgehalten und wiederum ländliche Arbeitsszenen verewigt. Sohn Ulrich: "Meine Mutter hat ihre Vergangenheit als Bäuerin quasi ins Reine gezeichnet."
Zu verdanken habe sie alles ihrem vor einigen Jahren verstorbenen Sohn Martin, der nach schwerer Krankheit schon in seiner frühen Kindheit pflegebedürftig geworden war. "Die sich daraus ergebende Häuslichkeit hat mir meine künstlerische Arbeit erst ermöglicht", sagt Anna Göttke-Krogmann heute.
Viele ihrer Motive mögen in ihrer auffallenden ästhetischen Schönheit und handwerklicher Ausgereiftheit idyllisch verklärt anmuten. Aber sie sind doch Überlieferungen des alten ländlichen Lebens. Das beweist ein Zusammenschnitt filmischer Dokumente ihres Vaters Georg Kühling aus den 1930er- bis 1940er-Jahren. Diese Bilder helfen dem Publikum, die Arbeiten Anna Göttke-Krogmanns einzuordnen. Sie zeigen, teils schon auf Farbfilm aufgenommen, entbehrungsreiche und schwere Handarbeit, aber auch das Spiel der damals noch kleinen Anna mit ihren zehn Geschwistern und andere Familienszenen, das Sänger- und Schützenfest, Vereinsleben und Militärmanöver während der Kriegsjahre. Die auf dem Bildschirm vorbeiziehenden Szenen sind heute Geschichtsbuchwissen, doch eine Altersgenossin Anna Göttke-Krogmanns wird still bei ihrem Anblick. Und dann ist sie mit einem Mal da, die Idylle: Die Göttke-Krogmannsche Kinderschar sitzt in einer der Filmszenen pausbäckig im Gras unter blühenden Obstbäumen beim Picknick und lässt riesige Brotscheiben in lachenden Mündern verschwinden – ein Klischee erweist sich als wahr.
Anna Göttke-Krogmanns Zeichnungen und Fliesenbilder sind bis zum 2. Februar in der "Galerie im Lutterbeker", Dorfstraße 11, zu sehen. Infos unter Telefon 04343-9442 und unter www.lutterbeker.de.





