|
Laboe: Sauna sorgt für erhitzte Stimmung
Es kündigte sich bereits Anfang des Jahres an, im Mai wurde das vorläufige Insolvenzverfahren für die Saunalandschaft in der Laboer Meerwasserschwimmhalle beantragt, am 1. August wurde es nun eröffnet. Das bestätigte der Insolvenzverwalter auf Nachfrage. Dort hieß es auch: "Es gibt mehrere Interessenten für den weiteren Betrieb."
|
Seinerzeit ging der damalige Bürgermeister Sönke Körber (links) neue Wege in Laboe. Eine Kooperation zwischen Kommune und privatem Investor versprach den gewünschten Effekt: Vermeidung von Leerstand und eine ergänzende Nutzung für touristische Zwecke. Heute läuft ein Insolvenzverfahren und die Zukunft der Sauna ist ungewiss. Foto Schmidt
|
Wie Laboes Bürgermeisterin Karin Nickenig nun mitteilte, soll "der Geschäftsbetrieb der Saunalandschaft mit Bistro in Laboe weiter gehen". Diese Auffassung sei von den Gemeindevertretern einstimmig in der jüngsten nicht öffentlichen Sitzung vertreten worden.
"Die Verwaltung wurde beauftragt, im Zusammenwirken mit dem Insolvenzverwalter kurzzeitig mit eigenem Personal den Saunabetrieb fortzuführen. In Bezug auf das Bistro soll ebenfalls nach einer kurzzeitigen, das heißt für ein bis zwei Monate dauernde, Vermietungslösung gesucht werden", so die Bürgermeisterin weiter. Bis Anfang September, zur nächsten Werkausschusssitzung, sind von der Verwaltung im Zusammenwirken mit dem Insolvenzverwalter die wirtschaftlichen Rahmendaten für das weitere Vorgehen zu erarbeiten", kündigte Nickenig das weitere Vorgehen an.
Denn die Gemeinde ist mit einem nicht unbeträchtlichen Teil selbst am Saunabetrieb beteiligt. Denn endlich konnte nach zwei Jahre währendem Leerstand im Erdgeschoss eine ergänzende Nutzung für die ohnehin defizitäre Schwimmhalle gefunden werden. Optimistisch suchte die Gemeinde damals noch in Regie des damaligen Bürgermeisters Sönke Körber nach neuen, gangbaren Wegen und Synergien, ging schließlich eine Kooperation mit dem Investor ein. Dazu gehörten seinerzeit Eigenleistungen für den Umbau des Foyers, das auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages von kommunal betriebener Schwimmhalle und privat geführter Sauna gemeinsam genutzt wird. Außerdem übernahm die Gemeinde per Vertrag eine Bürgschaft in Höhe von 50 Prozent der Investitionssumme. Die Bürgschaft beläuft sich inzwischen auf 360.000 Euro und liegt der Gemeinde heute schwer im Magen. Derzeit sei noch kein Geld geflossen, erklärte nun der Rechtsbeistand der Gemeinde auf Nachfrage. Doch das Konzept ging nicht auf. Nach den Gründen dafür ("Liegt es am Konzept oder am Investor?") fragen sich jetzt die Politiker.
Sie befassen sich nun mit einem neuen Vorschlag eines Interessenten, wie die Sauna genutzt werden könnte. Doch ob das mit den Interessen der Gemeinde, "eine schwarze Null am Ende", übereinkommt, ist noch völlig offen. "Es sind noch viele Details zu klären", bestätigte Walter Riecken (SPD) im PH-Gespräch. Für ihn kommt eines nicht in Frage: "Die Gemeinde darf sich nicht noch einmal finanziell beteiligen." Doch über eines sind sich alle Fraktionen einig: "Abschließen wäre die schlechteste Lösung", erklärte auch Jochen Nazareth von der LWG. Auch das Betreiben in eigener Regie wird durchaus kritisch gesehen in den beiden Fraktionen. Man habe ohnehin bereits seit Anfang des Jahres mit gemeindeangehörigem Personal ausgeholfen, ob das bei der Reinigung oder beim Empfang sei, räumte die Bürgermeisterin ein. Wünschenswert sei eine Lösung, bei der "die Gemeinde mit Plus-Minus-Null aus der Sache herauskommt", so der Tenor der Politiker. Ein entscheidender Faktor dafür wird der Pachtzins sein, den der neue Interessent zahlen muss. Bleibt also zu hoffen, dass wirtschaftliche und kommunale Interessen zueinander finden.
|