Menu Content/Inhalt
Portal arrow Gemeinden arrow Laboe arrow Laboer Webcam ruft Datenschutz auf den Plan
Drucken E-Mail
Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Samstag, 31. Juli 2010

Laboer Webcam ruft Datenschutz auf den Plan

Rund 300.000 Klicks verzeichnet Reimer Eickmeier auf der Internetseite www.webcam-laboe.de, denn dort können sich Menschen aus aller Welt begegnen. Vor drei Jahren hatte der Inhaber der Maklerfirma "Der Ostseemakler" an seinem Gebäude in der Strandstraße eine Webcam installiert und den sogenannten "Greeting-Point" ins Leben gerufen. Bürgermeisterin Karin Nickenig hatte diese Einrichtung als einen besonderen Service für die Urlaubsgäste und auch Einheimische ausdrücklich begrüßt. Nun hat sich allerdings ein Laboer Bürger, der den PH-Informationen zufolge aktiver Ortspolitiker ist, über diese Webcam bei der Unabhängigen Landeszentrale für Datenschutz (ULD) beschwert. Die teilte nun gestern der Presse mit: "Die Laboer Webcam ist gerade noch tollerabel."

   

Reimer Eickmeier kann es nicht fassen: Die Webcam Laboe soll gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen, sagt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Foto: Schmidt
 

Reimer Eickmeier kann es nicht fassen: Die Webcam Laboe soll gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen, sagt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD). Foto: Schmidt

 

Die Webcam erfasst am Übergang von der Reventloustraße zur Strandstraße einen Teil des öffentlichen Bereiches vor zwei Restaurants und einen Strandbereich. Wer sich dort auf die auf das Pflaster gemalten Füße stellt, kann hinauf zu einer Webcam am Gebäude des Maklers winken und unter www.webcam-laboe.de einen Gruß nach Hause schicken. Diese Einrichtung allerdings verstößt nach Ansicht der Aufsichtsbehörde gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen. Die ULD fordert den Betreiber nun auf, entweder die Webcam abzuschalten oder die Personen durch Maßnahmen wie etwa eine "grobe Verpixelung" unkenntlich zu machen. Hier seien die Persönlichkeitsrechte derer, die durch die Webcam erfasst werden, höher zu bewerten als das Interesse, eine solche Webcam zur Darstellung eines Ortes zu betreiben, teilt die Behörde Reimer Eickmeier mit. Einzelne Personen seien mit "Zusatzwissen" oder durch das "Herauszoomen" identifizierbar. Zusatzwissen heißt in diesem Falle: Wenn ein Internetbesucher eine Person, die gerade durch den Erfassungsbereich huscht, ihre Gewohnheiten, ihre Kleidung oder ihren Gang kennt, kann er diese Person identifizieren, erklärte Thilo Weichert, Leiter der ULD auf Nachfrage des PH.

Reimer Eickmeier kann es nicht fassen, hat im Internet unter www.webcam-laboe.de ein Forum unter dem Motto "Rettet die Webcam von Laboe" eingerichtet und erhält lediglich Zustimmung auf diese Einrichtung. "Wir haben rund 300.000 Klicks im Jahr aus aller Welt. Es ist eine reine Spaßgeschichte, die Daten werden nicht gespeichert und die Restaurants sind ausdrücklich auf die Webcam hingewiesen worden", erklärte Reimer Eickmeier. Er verweist auch auf zahlreiche Beispiele anderer Webcams im Netz, die bei weitem detailliertere Bilder liefern. "Weshalb wird dort nichts unternommen, sondern nur in Laboe?" Diese Frage kann Weichert genau beantworten: "Für eine flächendeckende Kontrolle reichen unsere Ressourcen nicht aus", erklärte er. Auch räumte er einen gewissen Bagatell-Charakter und einen "gewissen lokalen Konflikt zwischen den Menschen vor Ort" ein. "Doch wenn es einen Hinweis gibt, müssen wir dem nachgehen", wies er auf die Aufsichtspflicht der Behörde hin.

ULD: Die Laboer Webcam bleibt weiter am Netz

Die Webcam in Laboe darf am Netz bleiben. Das teilte gestern das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) Schleswig-Holsein mit. Die Behörde habe die Situation nach den heftigen Protesten gegen die Aufforderung an den Betreiber der Webcam, diese abzubauen oder zu ändern, noch einmal geprüft. Man sei nun zu der Auffassung gekommen, dass "die Übertragung der Bilder vom Greeting Point in Laboe ins weltweite Netz gerade noch tolerabel ist".

Der Betreiber hatte sich öffentlich gegen die Aufforderung des ULD gewandt, die übertragenen Bilder zumindest zu verpixeln, habe aber inzwischen Entgegenkommen signalisiert. Der Leiter des ULD, Thilo Weichert, erläutert seine Entscheidung: "Nach einer Beschwerde eines betroffenen Bürgers mussten wir den Betreiber in der Angelegenheit zur Stellungnahme auffordern, die uns bisher noch nicht vorliegt. Im Rahmen unseres Ermessens haben wir nun entschieden, nichts weiter zu unternehmen: Zwar ist das Webcam-Angebot, insbesondere die Zoommöglichkeit auf den Strand, aus Datenschutzsicht nicht schön; die Identifizierbarkeit der Menschen ist aber begrenzt."

Weiter schreibt Weichert: "Webcams und sonstige personenbeziehbare Bildangebote im Internet sind ein großes Problem; die Kamera in Laboe ist hierfür ein Beispiel: Privatpersonen bis hin zu Weltunternehmen wie beispielsweise Google oder Facebook machen sich oft keine Gedanken, wenn sie Bilder von oder über Dritte ,nur zum Spaß‘ ins Netz stellen. In Laboe ist es vielleicht nur eine pfiffige Werbeidee. Andere machen damit aber ein dickes Geschäft und gefährden Menschen und deren Persönlichkeitsrechte massiv. Es ist traurig, wie wenig in unserer Mediengesellschaft das Recht, in Ruhe gelassen zu werden, noch wert ist, im Leben von Prominenten bis zu dem von Menschen wie Du und ich. Das ULD wird weiterhin für die Respektierung dieses Rechtes und gegen die Bilder- und Dateninvasion ins Private vorgehen."
 
 
 

Ausgezeichnet!

Qualitaetssuchmaschine 2009
 

Laboe

Hier lässt es sich Leben: das Ostseebad Laboe besitzt alles, was das Herz begehrt

Laboe - ein malerischer Traum an der Kieler Förde

Das Ostseebad Laboe mit cirka 6.000 Einwohnern liegt malerisch am Ausgang der Kieler Förde. Laboe wurde urkundlich erstmals 1240 erwähnt, der Name, ehemals "Lubodne", stammt aus dem slawischen, was soviel wie "Schwanenort" bedeutet. Dieser anmutige Großvogel ist denn auch das Wappentier Laboes. Laboe ist durch zwei verschiedene Teile mit unterschiedlichem Charme und Charakter geprägt, das Ober- und das Unterdorf. Im Unterdorf liegt der malerische Hafen mit Platz für rund 700 Boote. Der Tourismus ist eine Haupteinnahme- quelle der Gemeinde: jährlich über 350.000 Tagesgäste und 50.000 Übernachtungen. Unübersehbar ist in Laboe das Marineehrenmal für die gefallenen Seeleute beider Weltkriege; davor liegt ein altes U-Boot (die U995) vom Typ VII C am Strand.


Karin Nickenig



 




Bürgermeisterin

Karin Nickenig
04343-6244

Gemeindewehrführer
Kurt Jahn
04343-421800 

Internet
www.laboe.de

 
developed by mediahof - www.mediahof.de