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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Kay-Christian Heine   
Freitag, 15. Oktober 2010

"Lutterbeker": Zuneigung aus Like und Leike
 

Eine E-Mail ist schnell geschrieben und enorm praktisch. Das denkt sich auch Emmi Rothner, als sie per elektronischer Post ihr Abonnement der Zeitschrift "Like" kündigen will. Aber Emmi ist zu schnell. Sie vertippt sich in der Adresszeile und die Nachricht erreicht den falschen Adressaten: Leo Leike. Mit weitreichenden Folgen. Was für einen anfangs schüchtern verhaltenen, mit der Zeit aber immer mehr Feuer entfachenden Onlineflirt solch ein klitzekleiner Fehler nach sich ziehen kann, beschreibt der Autor Daniel Glattauer in seinem modernen Briefroman "Gut gegen Nordwind".

Kommen sich im Lutterbeker virtuell näher: Ritta Kristensen und Tom Keller (nicht im Bild) von der Theatergruppe DeichArt. Foto: Heine
 

Kommen sich im Lutterbeker virtuell näher: Ritta Kristensen und Tom Keller (nicht im Bild) von der Theatergruppe DeichArt. Foto: Heine

 

Die Kieler Schauspieler Ritta Kristensen und Tom Keller, Mitglieder der freien Theatergruppe DeichArt sowie Gäste des Theaters Kiel, haben in einer Lesung am vergangenen Sonnabend den beiden Protagonisten des Romans Emmi Rothner und Leo Leike auf der Bühne des "Lutterbeker" Leben eingehaucht.

Der Stoff beschränkt sich auf die Wiedergabe der teils im Minutentakt hin- und hergeschickten Mails der Romanhelden. Daraus entwickelt der Autor eine Geschichte um den tiefen Bann, in den der – wenn auch moderne - Briefwechsel zwei sich völlig fremde Menschen schlagen kann. Ritta Kristensen und Tom Keller verliehen Emmi und Leo Lebendigkeit und menschliche Züge. Sie ließen durch Mimik, Gestik und sprachliche Pointierung das Publikum teilhaben an der Unsicherheit, der Freude, den Enttäuschungen und den Erwartungen der Romanfiguren.

Leo Leike antwortet Emmi zunächst nur aus Höflichkeit, stellt aber schnell fest, dass sie Gefallen an dem Schriftwechsel findet. Auch er wird neugierig auf die unbekannte Frau. Die anfängliche Zurückhaltung weicht mit der Zeit auf beiden Seiten immer weiter gehender Offenheit bei gleichzeitigem Rätselraten über den anderen. So intim werden die Mails, dass sich sogar so etwas wie Eifersucht aus den Nachrichten der sich bis dato einander persönlich unbekannten Menschen herauslesen lässt. Schließlich verabreden sich Emmi und Leo zu einem persönlichen Treffen. Er bietet ein Lokal als Treffpunkt an, sie aber möchte zu ihm in seine Wohnung kommen.

Sie freut sich, fragt ihn, was sie anziehen soll und ist aufgeregt. Ritta Kristensen glänzt an dieser Stelle, ist ganz Emmi, gestikuliert nervös und rutscht auf ihrem Stuhl umher. Das Publikum ist ganz Ohr, fiebert auf den Höhepunkt hin. Kommen Emmi und Leo nun doch zusammen?

Emmi kommt nicht. Am folgenden Abend schreibt sie: "Leo, es ist etwas geschehen. Mein Gefühl hat den Bildschirm verlassen. Ich glaube, ich liebe dich. Mir ist kalt. Der Nordwind bläst mir entgegen. Wie tun wir weiter?" Sekunden später blinkt die Antwort auf dem Bildschirm: "AW: Achtung, geänderte E-Mail-Adresse. Der Empfänger kann seine Post unter der gewählten Adresse nicht mehr abrufen".

 

 
 
 

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Lutterbek

Die Lutterbeker Schmiede - das Schmuckstück der Gemeinde wird derzeit restauriert

Lutterbek - ehemaliger Sitz des Klosters Preetz

Im Jahre 1240 begab es sich, dass erstmals Schriftkundige (wahrscheinlich Nonnen aus dem Kloster Preetz) in die Probstei kamen und über die Dörfer, deren Menschen und Leben berichteten und dieses niederschrieben. Das Dorf am "lauteren Bach" hatte einen derart prägenden Eindruck bei den Nonnen hinterlassen, dass der Sitz des Klosters in Preetz nach Lutterbek verlegt wurde, wenn auch nicht für eine sehr lange Zeit. Heute prägt das Veranstaltungslokal "Lutterbeker" das Erscheinungsbild und die Bekanntheit des Ortes am lauteren Bach. Das ehemalige Kloster, die alte Wassermühle, die Schmiede, die Dorfschule oder der Höker - diese Gebäude stehen noch, werden aber nicht mehr in ihrer ehemaligen Funktion genutzt.

 

Wolf Mönkemeier

 

 

 

 

 

Bürgermeister

Wolf Mönkemeier

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