Maximilian Bruhn ist nicht mehr auf "Wellenlänge"
Der 10. Oktober wird als schwarzer Tag in die Bücher Steins eingehen: Maximilian Bruhn schließt sein weit über die Grenzen der Region hinaus bekanntes Restaurant "Bruhns Wellenlänge" und das gleichnamige Hotel.

Das über die Grenzen der Region bekannte Restaurant Bruhns Wellenlänge schließt am 10. Oktober. Foto: Butzke
Es sei überaus schwierig, die Meinungen und Wünsche der beiden Eigentümergemeinschaften in dem Gebäudekomplex am Steiner Deich, zu dem auch eine beachtliche Anzahl von Appartements gehört, auf einen Punkt zu bringen, erklärt Maximilian Bruhn. Die "veränderte Eigentümersituation im Gesamtkomplex" habe seinen Entschluss bestärkt, außerdem habe man seine Modernisierungspläne für die Appartements blockiert. Er wirft hin.
Der Standort von "Bruhns Wellenlänge" hat Geschichte. Hier stand das alte "Hotel Stein", das die Eltern von Maximilian Bruhn – ein Kaufmanns-Ehepaar aus Berlin – Ende der sechziger Jahre übernahmen und nach einem vernichtenden Brand Anfang der siebziger Jahre neu aufbauten. "Bruhns Deichhotel" wurde zum Inbegriff gepflegter Gastlichkeit und guter Küche. 1983 stieg der gelernte Hotelkaufmann Maximilian Bruhn in den elterlichen Betrieb ein, 1992 übernahm er dessen Leitung. Und er setzte "Bruhns Wellenlänge" 2007 mit dem Konzept "Feinheimisch" das Sahnehäubchen auf.
Bruhn ist Initiator und Vorsitzender von "Feinheimisch", dem Verein für regionale Ess- und Kochkultur, dessen Mission mehr Lebensqualität ist. "Hochwertige regionale Lebensmittel im Verbund mit handwerklicher Kochkunst", heißt sein Credo. 350 Mitglieder aus Gastronomen, Produzenten, Privatleuten und gewerblichen Förderern vertreten bereits die "Feinheimisch"-Philosophie, die mit dem "Nachhaltigskeitspreis Schleswig-Holstein" ausgezeichnet wurde. Im wirklich besten Sinne des Wortes "gutbürgerliche Küche" mit regionalen Spezialitäten habe "Bruhns Wellenlänge" geboten, betont Maximilian Bruhn, und die sei vor allem von Gästen "aus der Ferne" geschätzt worden.
"Feinheimisch" aufgeben wird Bruhn auf keinen Fall. Er bleibt ehrenamtlicher Vorsitzender und schmiedet schon Pläne für das "feinheimische" Kochen mit Schulkindern an der Schönberger Schule. Auch auf ein gastronomisches Revival des Namens Bruhn dürfen wir uns freuen – wenn Maximilian Bruhn auch noch nicht verraten mag, wann und wo das sein wird. "Ich werde jetzt erst einmal meine Hausaufgaben machen und dann entscheiden, wo ich neue Fundamente gieße", sagt er. Angenommen werden darf wohl auch, dass Bruhns bisheriger Küchenchef Volker Specht mit im neuen Boot sitzt.
Während Maximilian Bruhn einen relativ entspannten Eindruck macht und verspricht, sich "so zu verabschieden, wie man uns kennt", ist bei Steins Bürgermeister Eckhard Lamp Alarmstufe Rot angesagt. "Das ist ein immenser Verlust für Stein", meint er, "erst die Insolvenz von Wohnwagen Kaiser – und nun das! Ich hoffe nur, das sich schnell ein Gastronom findet, der den Betrieb weiterführt, damit das Loch, das hier gerissen wird, gefüllt werden kann." Auf Nachfrage erklärt Maximilian Bruhn: "Mir gegenüber hat noch keiner der Kollegen den Finger gehoben und gesagt, er wolle übernehmen." Deshalb wird er auch nach dem 10. Oktober das gesamte Inventar von "Bruhns Wellenlänge" verkaufen.
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