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Gesundheit und Natur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Montag, 06. September 2010

Mit Holzhäckseln gegen Gestank und Keime

Die Höhndorfer können auf- und wieder tief durchatmen. In die neue Schweinemastanlage am Höhndorfer Weg (K 47) hat Hausherr Hauke Klindt einen von zwei möglichen Abluftreinigungsfilter einbauen lassen, der den Gestank verursachenden Ammoniakgehalt der Abluft um 90 Prozent reduziert. Der "Hartmann Biofilter" basiert auf einem Beet aus Holzhäckseln, die mit Kofermenten und Enzymen geimpft sind. Am Freitag stellte Hauke Klindt interessierten Besuchern die neue Schweinemastanlage inklusive des Biofilters vor.

 

Ab 7. September wird die neue Schweinemastanlage von Hauke Klindt am Höhndorfer Weg wöchentlich mit  175 Ferkeln beschickt. Foto: Butzke
Ab 7. September wird die neue Schweinemastanlage von Hauke Klindt am Höhndorfer Weg wöchentlich mit  175 Ferkeln beschickt. Foto: Butzke

 

2.968 Ferkel werden Platz in dem Haus mit einer Nutzfläche von rund 3.000 Quadratmetern finden. Für jedes Ferkel gibt es also einen Quadratmeter Platz. Die dafür eingerichteten Abteile nehmen jeweils 175 Jungtiere auf, die ab 7. September wöchentlich eingeliefert werden. Sie stammen von den 350 Muttersauen mit dänischer Genetik auf dem Klindtschen Hof, die etwa 14 Ferkel je Wurf zur Welt bringen. Mit einem Gewicht von 1,2 Kilo werden die Ferkel zur Mastanlage gebracht.


Ein halbes Jahr bleiben sie hier in der Anlage und steigern ihr Gewicht auf 120 Kilo. Um das zu erreichen, frisst jedes Schwein 360 Kilo Schrot aus 75 Prozent Getreide, dazu Soja und Mineralstoffe. Das Mischen des Futters zweimal am Tag und die Verteilung in die Tröge erfolgt vollständig computergesteuert. Eine Fachkraft ist ständig vor Ort und kümmert sich um den Betrieb. Dazu will Hauke Klindt noch eine weitere Hilfskraft einstellen. "Fünf Familien leben insgesamt von dieser Anlage", sagt er.


Mit dem Auftrieb der Schweine auf den Lastwagen und dem wöchentlichen Abtransport von wiederum rund 175 Tieren ins Schlachthaus endet deren Aufenthalt in der Mastanlage. "Die Rasse ist sehr robust, deshalb gibt es wenig Verluste", erklärt Hauke Klindt. Mit dem "Hartmann Biofilter" sorgt er außerdem für mehr Tiergesundheit, denn Keime und Krankheitserreger (immerhin bis zu 1,2 Millionen Errreger in einem Kubikmeter Luft) werden aus der Abluft ausgefiltert und können nicht wieder über die Lüftungsanlage in die Ställe – und schon gar nicht an die Außenluft – gelangen.


?  Diesen Biofilter haben Magdalena und Anton Hartmann, Landwirte aus Iggenhausen in Nordrhein-Westfalen, 1993 entwickelt. Die Abluft wird aus den Ställen in einen Zentralkanal abgesaugt und dort von großen Ventilatoren unter das sogenannte "Biobeet" gedrückt. Das besteht aus einer etwa 30 Zentimeter dicken Schicht aus Holzhäckseln (schnell wachsende Hölzer mit wenig Gerbsäure) auf einem verzinkten Metallrost. Die im Stall werdende Feuchtigkeit wird gebunden, und die im Beet enthaltenen zersetzenden Bakterien und Enzyme können ihre Arbeit beginnen. Sollte Sommerhitze das Beet austrocknen, kann es zusätzlich befeuchtet werden. Die unterhalb gesammelte Flüssigkeit wird als Gülle auf die Felder ausgebracht.

 

Alle drei bis vier Jahre muss die Filterschicht neu aufgefüllt werden. Insgesamt 15 Jahre hält der offen vor das Haus gebaute Filter, von dem die am Freitag anwesende Magdalena Hartmann sagt: "Nun klappt es auch wieder mit den Nachbarn." Sie weiß, wovon sie redet, denn sie hat die Proteste gegen ihre eigene Schweinemastanlage in Iggenhausen selbst erlebt.


In der Gesamtinvestition von rund 1,5 Millionen Euro ("Ich habe keinen Euro Subventionen erhalten", betont Hauke Klindt) spielt der Biofilter mit Kosten in Höhe von rund 33.000 Euro (plus spezielle Baumaßnahmen) finanziell zwar nur eine eher untergeordnete Rolle. Von der Wirkung her dürfte er allerdings das Element sein, auf das sich alle Erwartungen konzentrieren. "Wir sind die allerersten in der Region, die diesen Filter anwenden", so Hauke Klindt, "und wir hoffen, dass unsere Nachbarn unsere Bemühungen anerkennen, denn wir haben uns freiwillig zum Einbau entschlossen".

 
 
 

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Ein Wanderweg am See entlang sowie viele Feld- und Radfahrwege laden zu erholsamen Touren ein. Wer gern "sauren Aal" oder frischen Süßwasserfisch isst, kann sich bei Fischmeister Schnoor eindecken oder mit einem Erlaubnisschein in einem gemieteten Boot seinen Fisch selbst angeln. Beim Bio-Bäcker schmecken Brot, Brötchen und Gebäck besonders gut. Leckeren Holsteiner Katenrauchschinken kauft man sehr gut beim Schlachter am See. Herrliche Himbeeren pflückt man selber oder kauft sie während der Saison auf dem Hof Moorhörn. Im "Himbeercafé" mit angegliedertem Hofladen kann man sich die selbstgebackenen Torten mit einem guten Kaffee oder Tee schmecken lassen.

Hagen Klindt
Bürgermeister

Hagen Klindt
04344-9271

Wehrführer
Hauke Klindt
04344-4770

 
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