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Freizeit und Kultur
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Geschrieben von Astrid Schmidt
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Sonntag, 30. Mai 2010 |
Mühlengottesdienst fand regen Anklang
Als am Montagmorgen Petrus seine Schleusen öffnete war klar: der Mühlengottesdienst wird in die Mühle verlegt und findet nicht, wie in all den Vorjahren, unter freiem Himmel und den majestätischen Mühlenflügeln statt. Doch diese Improvisation tat dem Erfolg der Veranstaltung keinen Abbruch. Im Gegenteil - die Enge in der Mühle, gepaart mit den Posaunenklängen aus dem oberen Bereich und einem mitreißenden Gottesdienst von Pastor Christoph Thoböll sorgte für bleibende Eindrücke bei den über 100 Besuchern.

Dicht gedrängt sitzen rund 100 Besucher in der Krokauer Mühle und lauschen Pastor Christoph Thoböll, der in seiner Predigt zum Thema Wind mit den Zuhörern kleine Papier-Windmühlen bastelte. Foto: Schmidt
Für Uwe Stoltenberg vom Vorstand des Mühlenvereins war es fast wie ein Déjà-vu-Erlebnis, also etwas, das vermeintlich schon einmal passiert ist. Denn der allererste Mühlengottesdienst, der vor über zehn Jahren stattfand, glich diesem nahezu völlig, wie er erzählte. Bis auf den ausführenden Pastor allerdings. Auch damals war das Wetter unwirtlich und verlangte nach einem schützenden Dach über dem Kopf. Auch damals saßen die Besucher eng an eng und lauschten der Predigt, die auch damals das Thema Wind zum Inhalt hatte und auch damals wurden wie dieses Mal gemeinsam kleine Papier-Windmühlen gebastelt.
Doch auch diese Wiederholung, die wohl die wenigsten im Raum kannten, trübte dieses beeindruckende Erlebnis keineswegs. Denn in gemeinsamer Arbeit entstand eine Windmühle, die wiederrum jeder für sich bastelte. Die notwendigen Holzstäbe, papierene Vierecke, eine Nadel und Perlen verteilte Pastor Christoph Thoböll und verband mit jedem Bastelschritt einen besonderen Gedanken: Der Stab als Zeichen für die eigene Stabilität, die Nadel, die wie die Liebe alles zusammenhält, die Perle, die als Abstandshalter fungiert und an die Distanz erinnert, die es manchmal im Leben zu wahren gilt.
Die Klänge des Posaunenchores aus dem oberen Teil der Mühle begleiten die Predigt. Die Probsteier Roswitha Hefter, Carl Clauberg, Diana Nickel und Walter Krafft oder Brigitte Kappus waren begeistert. "Es war sehr beeindruckend, eine gute Idee", lobten sie. Zufrieden war auch Pastor Thoböll mit seinem ersten Mühlengottesdienst. Er hatte tagszuvor die Holzstäbe zugesägt, das Papier gefaltet und geschnitten und war hoch erfreut über die vielen Besucher.
Die wurden auch noch im Anschluss des Gottesdienstes angelockt von den sich majestätisch im Wind drehenden Mühlenflügeln. Denn Uwe Stoltenberg und seine Mannen hatten die alte Technik in Gang gesetzt, 150 Mühlenbrote gingen über den Verkaufstisch und jede Menge Fragen hatten die ehrenamtlichen Windmüller zu beantworten. Sie starteten traditionell mit der Pfingstveranstaltung in die Saison. Wer also keine Zeit oder Gelegenheit hatte, der Mühle am Pfingstmontag einen Besuch abzustatten, kann dies ab jetzt sonntags, 14 bis 17 Uhr, nachholen. Die Mühle ist dann zu besichtigen. Allerdings gibt es das Mühlenbrot nur während der Probsteier Korntage, die am 24. Juli eröffnet werden und über den gesamten August reichen.
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