NABU-Gruppe Bottsand sammelte Müll
Seit Jahren setzt sich der Naturschutzbund (NABU) auf nationaler und internationaler Ebene für den Schutz der Meere ein. Dem Müllproblem in Nord- und Ostsee will der NABU mit Aktionen begegnen, die Daten für einen aktiven Naturschutz liefern. Unter dem Motto "Meere ohne Müll" startete der NABU eine bundesweite Aktion, an der sich auch das Naturschutzgebiet (NSG) Bottsand in Wendtorf beteiligte.

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Vom alten Reifen bis hin zu Schiffsteilen und Anglerutensil – die Mitglieder des NABU, Carsten Harrje (oben) und Holger Stooß, fanden bei ihrer Müllsammelaktion am Strand in Wendtorf reichlich Unrat. Dennoch ist die Menge im Vergleich mit dem Durchschnitt verschwindend gering. Die Daten fließen in eine EU-weite Erhebung ein. Foto: Schmidt
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Am Sonnabend trafen sich rund 15 Naturfreunde an der Vogelschutzhütte im NSG und sammelten dort Müll. Die Funde wurden an Ort und Stelle vermessen, gewogen und dokumentiert. Das Ergebnis soll in eine EU-weite Untersuchung einfließen.
Während es für die Nordsee ein umfangreiches Datenmaterial gibt, ist die Ostsee in dieser Hinsicht noch ein weißer Fleck. Nur wenige Daten sind bisher erfasst. Doch in Einzelerhebungen geht man davon aus, dass man auf einer Küstenlinie von 100 Metern rund 700 bis 1.200 Teile Müll findet. Hauptproduzent sei die Schifffahrt, erklärte Carsten Harrje, Referent für das NSG Bottsand und Nachfolger von Dr. Henning Behmann. Doch in Wendtorf ist die Welt noch in Ordnung, zumindest mülltechnisch gesehen. Ein positives Ergebnis: "Wir haben hier deutlich weniger Müll als im Durchschnitt und sind sehr zufrieden", erklärte Harrje. Auf drei Kilometern Küstenlinie fanden sich etwa 1.000 Teile: Autoreifen, Schiffsteile, Fischkisten, eine Netz-Signalfahne und säckeweise Plastik-Müll. Rund 60 Kilogramm Holz, 18 Kilogramm Metall, fünf Kilogramm Glasscherben und 28 Kilogramm Plastik-Abfälle sowie ein Kilogramm Papier hatten die Helfer zusammen getragen.
"Vergleicht man dies mit den Durchschnittswerten, ist das Aufkommen hier verschwindend gering", erklärte Harrje. Die Zusammensetzung allerdings sei ähnlich: 75 Prozent Plastik- und Styropor. Der Strandabschnitt Bottsand eigne sich für eine solche Dokumentation, die als Stichpunkt für die Ostsee in eine EU-weite Untersuchung einfließt, hervorragend. Er sei als Naturschutzgebiet touristisch nicht beeinflusst und damit auch mülltechnisch unbelastet, so Harrje.
Doch die Helfer befreiten natürlich nicht nur die Küstenlinie vom Müll, sondern sammelten auch im Brutgebiet und an der Deichlinie des NSG den Unrat weg, der vom Winter übrig geblieben war. Demnächst, so kündigte Harrje an, werde man einen "Fuchszaun" bauen, um die Strandbrüter und ihren Nachwuchs stärker zu schützen. Denn durch Füchse und Marder sei der Bestand reduziert. So will man Brutinseln schaffen und einen Elektrozaun aufstellen, der dann vom Vogelwart kontrolliert werden soll, kündigte Harrje das nächste Projekt der NABU-Gruppe Bottsand an.
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