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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Dienstag, 10. August 2010

Nur neun Kinder konnten 2010 Kraft tanken

Es ist seit vielen Jahren ein gutes Werk: Einmal im Jahr sind Kinder aus Tschernobyl für vier Wochen im Kreis Plön zu Gast. Dort tanken die Acht- bis 16-Jährigen dank ehrenamtlicher Helfer vor allem Kraft und Widerstandskraft. "Damit können sie ein Jahr in der belasteten Heimat gesundheitlich relativ stabil leben", erklärte Doris Junge aus Dobersdorf. Sie organisiert seit vier Jahren die Betreuung im Kreis Plön, hat davor selbst viele Jahre Kinder betreut. "Man entwickelt ein freundschaftliches Verhältnis auch zu den Eltern, wir haben heute noch Kontakt", erzählt Doris Junge von guten Erfahrungen.

   

Doris Junge (rechts) aus Dobersdorf organisiert seit vier Jahren die Tschernobyl-Kinderhilfe und sucht ständig Gasteltern. Margarete Stach aus Preetz (links) ist zum ersten Mal dabei. Tschernobyl ist immer noch präsent, sagt sie. Foto: Schmidt

Die möchte sie weiter geben, wirbt Jahr für Jahr um Gasteltern, die bereit sind, Kinder in der eigenen Familie aufzunehmen. Doch die Bereitschaft dazu werde leider immer geringer. "Die Zahl der Kinder, die aus Tschernobyl bei uns über vier Wochen Widerstandskraft tanken können, ist abhängig von der Anzahl der Gasteltern", erklärt sie. Um so erfreuter ist sie, wenn sich Neulinge wie Margarete Stach aus Preetz oder Dorthe Levsen aus Heikendorf finden, die Kinder betreuen.

Margarete Stach hat zum ersten Mal ein Kind aus Tschernobyl zu Hause, hat sich auf die Anzeige des Vereins "Kinder aus Tschernobyl" gemeldet. "Tschernobyl ist immer noch so präsent, da wollte ich einfach etwas Gutes tun", begründet sie die Entscheidung. So geht es auch Dorthe Levsen aus Heikendorf. "Ich fand es auch für meine eigenen Kinder eine gute Erfahrung", sagte sie. Verständigt wurde sich mit dem Wörterbuch auf dem Tisch. Nur wenn das Heimweh plagte, haben wir die Begleiterin geholt, damit sie in der Muttersprache trösten konnte", erzählen die Frauen.

Für Ulrike Höppner vom Naturfreundehaus Kalifornien oder Regina Willer ist ein "Sommerkind" aus Tschernobyl schon fast selbstverständlich. Die beiden Frauen sind seit Jahren dabei, wenn es heißt: "Wer nimmt Gastkinder auf?" Für das Gemeinschaftsgefühl sorgt in jedem Jahr ein abwechslungsreiches Programm, das von den ehrenamtlichen Organisatoren zusammengestellt und dank der Spenden vieler Vereine, Verbände und Institutionen möglich wird. Auch Gemeinden bieten ermäßigte Eintrittspreise oder örtliche Vereine laden zum Mitmachen ein. In diesem Jahr stand beispielweise das Baden in der Laboer Meerwasserschwimmhalle, Reiten auf dem Hof Gläserkoppel oder Mitmachen bei der Jugendfeuerwehr Probsteierhagen, organisiert vom CDU-Ortsverein, auf dem Betreuungsprogramm der Kinder aus Tschernobyl. Der vierwöchige Aufenthalt der neun Jungen und Mädchen im Kreis Plön ging mit einem gemeinsamen Strandbesuch in Kalifornien zu Ende.

Dankbar ist die Organisatorin in jedem Jahr für Spenden wie auch der Freien Wähler in Dobersdorf, der VKP oder anderer Vereine oder Institutionen. Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, ein Gastkind aufnehmen oder sich anderweitig einbringen will, kann sich bei Doris Junge (Telefon 04303-540) melden. Das Spendenkonto: Evangelisch-lutherischer Kirchenkreis Plön, Konto-Nummer 20008371, BLZ 21050170 Förde Sparkasse, Stichwort "Tschernobyl".

 
 
 

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