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| Wirtschaft und Politik | |
| Geschrieben von Uwe Jacobsen | |
| Dienstag, 25. April 2006 | |
"Otto (Steffen) - find' ich gut!""Ein Gläschen Sekt oder eine Flasche Bier nach einer Gemeindevertretersitzung hätte doch gereicht, um mir zum 40-jährigen Bürgermeister-Jubiläum zu gratulieren." Eine Aussage, die wirklich zu ihm passt - zu jenem Mann, der seit vier Jahrzehnten die Geschicke der Gemeinde Wendtorf lenkt. Dass es dafür mehr als einen (feuchten) Händedruck und einen Blumenstrauß gibt, war ihm allerdings spätestens am Sonntagmittag klar; exakt waren es 324 Hände beziehungsweise Gäste aller Couleur, die anlässlich seines 40. „Dienstjubiläums“ in die Wendtorfer Sporthalle gekommen waren, um ihn, Otto Steffen, für sein nimmermüdes ehrenamtliches Engagement gebührend zu feiern, und seine herausragenden kommunalen Leistungen zu würdigen.
Einer, der wie kaum ein anderer Steffens Arbeit in den vergangenen 30 Jahren verfolgte, war Ministerialdirigent Horst Eger, Leiter der Verfassungsschutzabteilung im Innenministerium: "Ich habe die ehrenamtliche kommunalpolitische Arbeit des Wendtorfer Bürgermeisters aus ganz unterschiedlichen Funktionen verfolgen können. Es waren spannende Jahre." 40 Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister zu sein, das beschreibt zunächst mal einen Riesenbrocken an Arbeit, tausende von Sitzungen, ungezählte Gespräche mit Bürgern, sicherlich auch viel Frust, aber natürlich auch Erfolge. "Und nichts ist so schön wie der Erfolg, es tut einfach gut, wenn parteiübergreifend von einer großen Lebensleistung gesprochen wird", so Eger während seiner Laudatio. Steffen sei für die Wendtorfer ein Glücksfall. Mit seinem unermüdlichen Fleiß und sicherlich auch dem Glück, das aber bekanntlich nur der Tüchtige hat, ist eine Vorzeigegemeinde entstanden, die wirklich beachtlich ist. "Wenn Otto Steffen eine Idee hatte, eine Investition in seiner Gemeinde wollte - und davon gibt es bekanntlich zahlreiche -, dann krempelte er die Ärmel auf, besuchte die Ämter und Ministerien und warb so nachhaltig und sehr oft erfolgreich für sein Anliegen. Erfolgreich aus Sicht der Landesregierung auch deswegen, weil man in der Gemeinde Wendtorf mit Otto Steffen einen verlässlichen Partner hatte. Was verabredet wurde, hatte Bestand. Da wurde nicht getrickst, sondern Verabredungen eingehalten", lobte Eger den Jubilar. Auch Landrat Dr. Volkram Gebel "zog den Hut" vor Otto Steffens Leistung: "In ihrer inzwischen 40-jährigen Amtsführung haben sie aus einem Bauern- und Fischerdorf mit nur etwas mehr als 300 Einwohnern eine blühende, lebenswerte Wohn- und Tourismusgemeinde entwickelt." In diesem Zusammenhang bezog der Landrat auch zum aktuellen politischen Stand der Verwaltungsstrukturreform Stellung: "Was eine tatkräftige, ideenreiche und leistungsstarke Persönlichkeit wie Otto Steffen in einer 1.000-Einwohner-Gemeinde erreichen kann, ist aber keine Rechtfertigung dafür, dass man Gemeinden wie Schönberg, Raisdorf oder der Stadt Lütjenburg den hauptamtlichen Bürgermeister nimmt - es sei denn, dies geschieht freiwillig." Als "Besonderheit" bezeichnete Amtsvorsteher Hagen Klindt Steffens Engagement: "Du hast die Zukunft im Sinn und die Vergangenheit in den Akten. Von deinen Leistungen wie dem Naturerlebnisraum oder Kindergarten profitiert auch das Umfeld."
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Bürsch bediente sich während seiner Rede eines Zitates von Max Weber, und brachte so Steffens Wirken auf den Punkt: "Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß. Soll heißen: Leidenschaft etwas zu verändern, einzugreifen, etwas in die Hand zu nehmen, für etwas zu brennen. Augenmaß: der Blick für das Machbare, durchaus Visionen zu haben, aber dabei die Menschen mitzunehmen. Und drittens Hartnäckigkeit: Politik ist oft Langstreckenlauf, manchmal braucht man 40 Jahre, für die Erneuerung von Marina Wendtorf vielleicht noch etwas mehr ..." Menschlich wurde die SPD-Landtagsabgeordnete Anette Langner, zugleich SPD-Kreisvorsitzende: "Otto Steffen ist ein unermüdlicher Kämpfer für die Sache, von der er überzeugt ist, ein kreativer und vor Ideen sprühender Kopf, dem immer wieder etwas Neues einfällt und der dann keine Ruhe gibt, bis er erreichte, was er sich vorgenommen hat. Ein Mensch, der seine privaten und persönlichen Interessen hinter dem Gemeinwohl zurückstellt. Und ein hartnäckiger und geschickter Verhandlungspartner, der zwar manchmal nervt, aber immer respektiert und geachtet wird, für sein Engagement und seine Überzeugung." Diesen fürwahr unvergesslichen Tag fasste schließlich Christel Grünberg vom Rednerpult aus in einem einzigen Satz zusammen: "Otto - find' ich gut!" |
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