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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Montag, 16. August 2010

Pastor Lüdtke: "Wieder eine so große Gruppe"

Es ist Mittwoch, kurz vor 18 Uhr. Zwei kleine Grüppchen sammeln sich auf dem Markt an der Treppe zur Kirche. Doch als der große blanke, glänzende Zeiger der Kirchturmuhr auf die Zwölf rückt, der kleine Zeiger die sechste Stunde anzeigt, sind es rund 25 Menschen, die der Einladung von Pastor Andreas W. Lüdtke zu seiner Kirchenführung gefolgt sind. "Wieder eine so große Gruppe", freut sich der Pastor bei dieser zweiten Veranstaltung ihrer Art in diesem Sommer. Eine weitere wird es am Mittwoch, 18. August, 18 Uhr, geben.

   

Der wuchtige Turm der Schönberger Kirche ist eine der Stationen bei der pädagogischen Kirchenführung von Pastor Andreas W. Lüdtke. Foto: Schmidt

Eines machte diese Nachfrage deutlich: Viele Menschen wollen einfach etwas mehr über diese schöne Kirche am Markt wissen. Und vor allem sind es dem Pastor bekannte Gesichter. Nicht die Urlauber sind in der Überzahl, wie seinerzeit mal geplant. Es sind die eigenen Gemeindeglieder, die den Weg in das Gotteshaus suchen, ohne dass eine Predigt ruft. "Wir wollen einfach mehr wissen über die Kirche", sagt beispielsweise Waltraut Schabel aus Wisch, die mit Ehemann Uwe dem Pastor zuhört. Der weist die Besucher gleich zu Beginn darauf hin, dass er nicht nur Zahlen und Fakten über das Gotteshaus liefern wird, sondern alle die Dinge sichtbar machen will, die auf den ersten Blick verborgen bleiben.

Lüdtke legte bei seinen Erläuterungen auch den Schwerpunkt auf die Symbolik, die beim Bau einer Kirche verwendet wird. "Es ist nichts zufällig", machte der Pastor die auf nahezu alle Kirchen zutreffenden Bedeutungen deutlich. Türen, die Anzahl der Kirchenbänke, die Anzahl der Fenster, der Grundriss, die Ausrichtung von Altar und Kanzel. Doch dass die Spitze des Kirchturms nicht immer ein Kreuz zieren muss, sondern auch ein Hahn, ein Schwan oder – wie in Schönberg – ein Barsch, das erfuhren die Besucher.

Außerdem räumte Lüdtke ein, dass er nach jeder Kirchenführung selbst ein Stück klüger ist und auch von den Teilnehmern eine Menge lerne. Denn bei dieser Kirchenführung kam jeder zu Wort, hatte kleine Aufgaben zu lösen, bestimmte Stellen aus der Bibel zu lesen und konnte selbst eigene Erlebnisse und Erinnerungen schildern. Wie beispielsweise im Vorraum der Kirche, wo das einzige Buntglasfenster in der Gedenkmauer prangt. Diese Mauer, so erzählte der Pastor, gehe zurück auf eine Idee von Pastor Helms und erinnere nicht nur an die Gefallenen, sondern auch die vermissten Frauen und Kinder im zweiten Weltkrieg. Staunen gab’s als Lüdtke von der Errichtung der Mauer berichtete. Die Namen standen nämlich schon auf den Steinen, als die Mauer errichtet wurde. Und zwar alphabetisch geordnet von oben nach unten. Aber wie soll man da mauern? "Das ist schon eine handwerkliche Meisterleistung", sagte Lüdtke und alle teilten seine Anerkennung.

Schier unerschöpflich schienen die Themen dieser Kirchenführung und viel zu kurz die Zeit. Die letzte Gelegenheit in diesem Sommer für einen solchen informativen, stimmungsvollen und kurzweiligen Rundgang gibt es am kommenden Mittwoch, 18. August, 18 Uhr.
 
 
 

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