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Freizeit und Kultur
Geschrieben von Gabriele Butzke   
Dienstag, 26. April 2011

PH-Interview mit Künstler Einar Turkowski

Als "herrlich schräg" und "wunderbar merkwürdig" hat die internationale Presse seine Illustrationen bezeichnet, zum "Festgucken" seien die Bildgeschichten, die er erzählt. Einar Turkowski, der seine Kindheit in Fahren verbrachte und in Probsteierhagen zur Schule ging, bevor er ans Hans-Geiger-Gymnasium in Kiel wechselte, hat sich mit seinen akribisch ausgeführten Bleistiftzeichnungen weltweit einen Namen gemacht. Sogar in Japan erscheinen seine Bücher und finden dort genauso viele Fans wie bei uns. Anlässlich der Eröffnung seiner Ausstellung "Wolkenfänger & Nachtsummer" im Probstei Museum hat sich der PH mit ihm unterhalten.
 

  Seine Kindheit hat er in Fahren verbracht, jetzt kennt ihn alle Welt: Einar Turkowski.  Foto: Butzke

Seine Kindheit hat er in Fahren verbracht, jetzt kennt ihn alle Welt: Einar Turkowski.  Foto: Butzke


Probsteier Herold: Herr Turkowski, Ihre Zeichnungen sind unglaublich fein und genau. Wie lange brauchen Sie, um eine Illustration anzufertigen?
Einar Turkowski: Ich arbeite zweimal am Tag zwei bis drei Stunden im Stück – mehr ist einfach nicht möglich. Auf diese Weise entstehen am Tag ein paar Quadratzentimeter. Für mein erstes Buch "Es war finster und merkwürdig still" habe ich gut drei Jahre gebraucht. Dabei sind etwa vierhundert Bleistiftminen des Härtegrades HB draufgegangen.
PH: Können Sie korrigieren?
Turkowski: Ja, ich verwende Zeichenpapier mit einer geeigneten Oberfläche und zwei verschiedene Arten von Radiergummis, manchmal auch japanische Papierwischer; die erzeugen leicht gelbliche Töne. Aber ich muss natürlich sehr kontrolliert arbeiten und immer das Gesamtmotiv im Auge behalten. Ich arbeite im Querformat von links nach rechts – von links oben nach rechts unten.
PH: Sie sind also Rechtshänder. Und manchmal ist ja auch noch eine kleine Pointe in der Zeichnung versteckt.
Turkowski: Stimmt. Als Hommage an meinen Schweizer Verleger habe ich einmal zum Schluss rechts unten ein kleines Schweizer Taschenmesser gezeichnet. Der Atlantis Verlag hat mein erstes Buch – inzwischen in der dritten Auflage – und auch mein zweites Buch "Die Mondblume" in einer hervorragenden Qualität herausgebracht und nahezu alle meine Gestaltungswünsche erfüllt.
PH: Was waren das für Gestaltungswünsche?
Turkowski: Zum einen das ungewöhnliche Querformat des Buches, dann die Vorsatzseite, die man heute kaum noch in Büchern findet, und schließlich die Typographie. Ich lege sehr viel Wert auf eine gute Typographie; sie weist immer einen unverzichtbaren inhaltlichen Bezug zum Konzept des Buches auf. Für das Buch "Es war finster und merkwürdig still" habe ich die Schriftart "Gill Sans" gewählt, eine serifenlose Linear-Antiqua von Eric Gill, und ich habe dem Verlag genaue Satzanweisungen gegeben.
PH: Also ist die Typographie ein Bestandteil Ihrer Arbeit?
Turkowski: Das kann man so sagen, ja. Nicht nur Schwarz-Weiß-Grafiken, auch die Typographie und alle Arten von Drucktechniken faszinieren mich. Ich freue mich sehr, dass der Atlantis Verlag für meine Bücher den Duplex-Druck anwendet – auch so etwas ist heute nicht selbstverständlich.
PH: Farbe kommt bei Ihnen überhaupt nicht ins Spiel?
Turkowski: Oh doch! Zur Entspannung male ich manchmal in Acryl oder Öl – und dann schön groß, mindestens 70 x 100. Und auch beim Kinderbuch "Finn findet was" habe ich ausnahmsweise einmal meine Federzeichnungen koloriert. Aber das ist nicht mein typischer Stil.
PH: Wie haben Sie zu Ihrem typischen Stil gefunden?
Turkowski: Etwa im dritten bis vierten Semester an der Fachhochschule Hamburg in der Illustrationsklasse von Rüdiger Stoye wurde mein Stil erkennbar. Ich bin dann bis zum zehnten Semester in Hamburg geblieben; das war das Beste, was mir passieren konnte, denn zuvor waren meine Mappen nirgendwo angenommen worden.
PH: Und wie haben Sie den Sprung zur Veröffentlichung geschafft?
Turkowski: Ich habe das große Glück, dass ich noch nie Werbung für mich machen musste; die Leute sind bisher immer auf mich zu gekommen. Ich bin an der Fachhochschule hochmotiviert an meine Abschlussarbeit gegangen – und auf einem sogenannten Berufsfeld-Erkundungsabend, auf dem wir unsere Arbeiten ausstellten, hat mich der Schweizer Verlag angesprochen.
PH: Für Ihr erstes Buch hagelte es gleich Auszeichnungen.
Turkowski: Ja, darüber habe ich mich natürlich riesig gefreut: zweiter Preis beim 16. Troisdorfer Bilderbuchpreis 2006, Grand Prix der 21. Biennale der Illustrationen Bratislava 2007, Grand Prix des 45. Golden Pen of Belgrad 2009….
PH: Und es gab noch sehr viel mehr Preise für Sie. Ihre Arbeiten sind international anerkannt. Sie werden also mit Ihren detailverliebten, akribischen Bleistiftillustrationen weitermachen?
Turkowski: Ja, ich habe meinen Traumberuf gefunden.
PH: Und wie entspannen Sie sich nach dem stundenlangen konzentrierten Arbeiten?
Turkowski: Beim Sport und vor allem beim Windsurfen. Ich muss aufpassen, dass die absolute Kontrolle, die beim Zeichnen gilt, nicht in mein Leben einzieht.

 
 
 

Ausgezeichnet!

Qualitaetssuchmaschine 2009
 

Fahren

In Fahren muss man nicht weit fahren, um den Passader See zu sehen

Fahren ist die kleinste Gemeinde der Probstei

An der östlichen Seite des Passader Sees liegt am südlichen Rand der Probstei die Gemeinde Fahren. Mit rund 150 Einwohnern ist Fahren die kleinste Gemeinde in der Probstei. Mit dem Auto ist der ruhige, etwas abseits der größeren Verkehrsstraßen gelegene Ort von Passade und Stoltenberg zu erreichen. Stattliche Höfe mit altem Baumbestand prägen das Bild des Dorfes. Zentraler Punkt der Gemeinde ist das Dorfhaus, eines der schönsten Dorfgemeinschaftshäuser in der Probstei. Die etwas außerhalb des Ortskerns gelegenen Gebäude der ehemaligen Fahrener Mühle bieten Ferienwohnungen in ruhiger Lage mit Spielplatz, Pferden und vielen anderen Tieren besonders für Familien mit Kindern an.

Dieter Dehnck
Bürgermeister

Dieter Dehnck
04344-8072

Gemeindewehrführer
Knud Vosgerau
04344-4747

 
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