Ringelnatter und Mole als Alleinstellungsmerkmal
Um das Wappen für Stakendorf ging es am vergangenen Dienstagabend auf der Einwohnerversammlung in der Alten Schule. Immer wieder hatte Dirk Stoltenberg-Frick Zeichnungen vorgelegt, die aber genauso oft wieder verworfen wurden. Schließlich hatten sich Ernst Hansen und er auf den Weg gemacht, um im Schleswiger Landesarchiv mit der Heraldik-Expertin Dr. Elke Strang zu sprechen. Ihr fachlicher Rat und ihre Anregungen führten zu drei Entwürfen, über die Stakendorfs Bürger nunmehr zu befinden hatten. Das Ergebnis: Favorit ist eine Variante mit Niedersachsenhaus, einer Schlange am Stab und drei markanten Steinen.
Uwe Möller, Dorette Lage und Herbert Lage (von rechts) diskutieren die Entwürfe für das Stakendorfer Wappen. Foto: Butzke
Die Ringelnatter, die sich um eine Stake (längliche, runde Stange) wickelt, ist das Auffallendste in dem Entwurf des Wappens. Das Motiv erinnert an einen Äskulapstab, das Symbol des ärztlichen und pharmazeutischen Standes. Und das ist auch so gewollt, denn in Stakendorf lebte Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts der Lehrer Peter Plett, der aufgrund seiner Beobachtungen erstmals Kinder mit Kuhpockenlymphe impfte, um sie vor der gefährlichen Pockenerkrankung zu schützen. Im Gegensatz zu dem englischen Arzt Edward Jenner, der das Verfahren später entdeckte, wurde Plett nicht weltberühmt. In medizinischen Fachkreisen ist er aber bekannt und anerkannt.
Auch eine andere Besonderheit hat Eingang ins Wappen gefunden – die Stakendorfer Quermole. Sie wird durch drei im Wasser liegende Steine symbolisiert. Über diese Steine wurde von den 24 auf der Einwohnerversammlung vertretenen Stakendorfern am meisten diskutiert, denn sie erschienen einigen Bürgern als zu wenig aussagekräftig. Schließlich kam es zur Abstimmung über drei Entwürfe: das bäuerliche Symbol Niedersachsenhaus auf rotem oder weißem Grund, mit oder ohne Mole, mit dem Schlagenstab mittig oder versetzt.
Nach einer "Denkpause" setzte sich der Entwurf mit mittigem Stab, weißem Grund und Steinen durch, der von 14 Stakendorfern favorisiert wurde. "Das ist Basisdemokratie", freute sich Sandra Stoltenberg-Frick, und auch die anderen Anwesenden erklärten sich mit der Wahl einverstanden. Besonders zufrieden war Stakendorfs ehemaliger Wehrführer Herbert Lage, der sich schon lange für ein eigenes Ortswappen eingesetzt hatte. Bevor das Wappen nun zur Genehmigung in Schleswig eingereicht wird, muss die Gemeindevertretung noch die Entscheidung der Einwohnerversammlung absegnen.
Schneller als den Tagesordnungspunkt "Wappen" konnte Bürgermeister Dirk Rave die anderen Themen des Abends abhandeln. Für den Umbau der Schule sei alles vorbereitet; man warte jetzt auf die Zusage der Kreismittel, um mit den Baumaßnahmen beginnen zu können. In puncto DSL habe sich auch die Gemeindevertretung mit Nachdruck engagiert, stellte der Bürgermeister angesichts der Kritik von Andreas Herr fest. Herr hat eine Unterschriftensammlung für leistungsstarke DSL-Verbindungen initiiert und hofft ab Juni im Zuge der neuen Netze für Schönberg auch auf höhere Geschwindigkeiten für Stakendorf.
Herrs Anfrage nach einer möglichen Umstellung großer ÖPNV-Gelenkbusse auf kleinere, die Stakendorfs Straßen nicht schaden, beantwortete Rave mit dem Hinweis darauf, dass der ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) in der Verantwortung des Kreises liege. Auch an der Entscheidung des Kreises, die Eltern mit den Schülerbeförderungskosten zu belasten, könne nicht gerüttelt werden, so Rave. Der Kreis halte sich nur an die vom Land vorgegebene Gesetzeslage.
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