Schön schräg: Vatertags-Express zur Seebrücke
Unter Dampf, mit Signal-Rundumleuchte, Hupe, Glocke und fetziger Musik – so düsten am Vatertag vier Väter aus Höhndorf zur Seebrücke am Schönberger Strand. Wobei "düsen" nicht so ganz stimmt, denn das fantasievolle Gefährt aus Lokomotive und Hänger mit vielen speziellen Extras brachte es gerade mal auf vier km/h Spitzengeschwindigkeit (trotz des stolzen Schildes "sechs km/h" am Heck der Lok). Und die "Väter" sind auch keine. Dirk Lamp (28), Andreas Hein (22), Julius Watzlawik (23) und Christian Kopreit (24) haben sich einen Spaß daraus gemacht, ihren Vatertags-Express zu bauen. Er war denn auch der unbestrittene Star der feuchtfröhlichen Seebrücken-Feier.

Rund fünf Stunden haben (von links) Christian Kopreit, Dirk Lamp, Andreas Hein und Julius Watzlawik mit dem Vatertags-Express von Höhndorf bis zur Schönberger Seebrücke gebraucht. Foto: Butzke
Eigentlich ist der Express ein Partykracher – und als solcher ist er auch bestens ausgestattet: mit eingebautem Grill, der Tiefkühltruhe mit einem Fassungsvermögen von gut 120 "Holsten Edel" und der Anlage mit zwei Verstärkern à 1.000 Watt, den drei Boxen und der Bassbox. Der DJ sitzt auf dem Hänger und legt per Laptop auf, und wenn er die Anlage einschalten will, dreht er einen Zündschlüssel. Eingerichtet hat diesen "ganzen Elektrokram" Christian Kopreit, der Elektrotechnik studiert. Und weil zur Party auch Partynebel gehört, gibt es natürlich auch eine Nebelmaschine an Bord; sie sorgt für den Dampf der Lok.
Die Lok zieht den inhaltsschweren Hänger. In ihrem aufklappbaren Fass-Körper, einer Feuertonne, verbergen sich das Ladegerät für A-Batterien, ein Generator von 1.800 Watt und zwei Elektromotoren von je 300 Watt. Um diese Leistung mit den Aufbauten zu koordinieren, wirkte Maschinenbaustudent Julius Watzlawik als "Statiker" des Konstrukteursteams, und Anlagenmechaniker Dirk Lamp steuerte praktisches Wissen bei. Tischler Andreas Hein zeichnet für die Holzarbeiten verantwortlich – und auch die können sich sehen lassen.
Liebevoll gestaltet ist der giftgrüne "Schienenräumer" am Bug der Dampflok, und auch die stilechte Lampe darüber ist ein Clou. Die "Kolbenstange" ganz aus Holz bewegt sich so wie bei einer echten Lokomotive. "Waschechte Features" hätten sie angebracht und eingebaut, freuen sich die vier Höhndorfer. Was nicht fehlen darf, ist "Alice, die Kuh", die unter den LED-Rücklichtern ihren heimlichen Bewunderern zulächelt.
Das Maskottchen war schon im Vorjahr dabei, als die Gruppe mit einem "Piratenschiff" an der Seebrücke aufkreuzte. 2009 hatte noch ein einfacher Bollerwagen für den Auftritt der Vier ausgereicht. "Da sind wir aber ausgelacht worden", erzählt Christian Kopreit. Um die Schmach nicht auf sich sitzen zu lassen, bastelten die Freunde 2010 das Schiff – und haben sich in diesem Jahr mit dem 8,90 Meter langen und 1,15 Meter breiten Vatertags-Express selbst übertroffen. Keine Frage: Der Preis für das originellste Gefährt gebührt ihnen!
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