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Wirtschaft und Politik
Geschrieben von Astrid Schmidt   
Mittwoch, 11. August 2010

Schulküchenstreit droht vor Gericht zu landen

Es ist keine Einigung in Sicht. Die Hobbyköche des Laboer Herrenkochklubs geben nicht klein bei. Sie bestehen auf der Anerkennung der von ihnen erbrachten Leistungen und wollen dafür eine gebührenfreie Nutzung über 20 Jahre hinweg. Das sei der Gegenwert für die von ihnen geleisteten ehrenamtlichen Stunden, finden die Köche.

 

Keine Einigung (von links): Friedemann Noffke (links), Rolf Aulitzky (Mitte) und Peter Benl vom Laboer Herrenkochklub schildern Bürgermeisterin Karin Nickenig ihre Auffassung in Sachen Schulküchennutzung. Foto: Schmidt

Keine Einigung (von links): Friedemann Noffke (links), Rolf Aulitzky (Mitte) und Peter Benl vom Laboer Herrenkochklub schildern Bürgermeisterin Karin Nickenig ihre Auffassung in Sachen Schulküchennutzung. Foto: Schmidt

 

Doch das sehen die Gemeindevertreter anders. Sie bestehen darauf: Zehn Jahre kostenfrei kochen und dann jährliche Verlängerung mit einer Gebühr von zehn Euro die Stunde.

Mit den unterschiedlichen Ansichten und Rechtsauffassungen beschäftigt sich nun ein renommiertes Kieler Anwaltsbüro. In einem Schreiben wird der Gemeinde ein Ultimatum gesetzt für eine gütliche Einigung: Bis zum 13. August soll die Gemeinde die erbrachten Leistungen im Wert von rund 18.000 Euro anerkennen und ein Angebot unterbreiten, das für beide Seiten akzeptabel ist. Das, was die Gemeinde den Hobbyköchen anbietet – zehn Jahre nutzungsfrei und eine jährliche Option auf Verlängerung sowie keine Entschädigungsleistung im Falle einer Kündigung des Nutzungsvertrages – bezeichnet der Anwalt als "wucherisch". Denn per Vertrag sollen die Köche auch dazu verpflichtet werden, zu ihrer ehrenamtlich geleisteten Arbeit beim Einbau der Küche auch die von ihnen zugesagte Spende von 5.000 Euro zu zahlen. "Die Spende hatten wir zugesagt, aber die wollten wir trotzdem angerechnet haben auf unsere erbrachten Leistungen und das soll nun nicht erfolgen", erklärte Rolf Aulitzky als Vorsitzender des Laboer Herrenkochklubs. "Wir wollen kein Geld, sondern nur die Anerkennung unserer Leistung, die wir aufgelistet haben." In Absprache mit dem zuständigen Mitarbeiter der Amtverwaltung habe man den Verrechnungssatz für kommunale Bauhofleistungen zugrunde gelegt und darauf vertraue man, so Aulitzky.

Doch die Ortspolitiker aller Couleur lehnten die Forderung des Herrenkochklubs im Gespräch mit dem PH ab. Geplant seien Eigenleistungen in etwa von rund 7.000 Euro gewesen. Dass nun am Ende 18.000 Euro auf dem Stundenzettel stehen, verschlug den Gemeindevertretern die Sprache. Von einer solchen Kostenexplosion hätten sie keine Kenntnis gehabt, auch sei diese Anzahl der Stunden im Nachhinein nicht zu überprüfen, hieß es einhellig. Für Jochen Nazareth (LWG) "fehlt jede Grundlage". "Wir haben dem Kochklub nie einen Auftrag erteilt und was die Köche mit der Amtsverwaltung abgesprochen haben, wissen wir nicht", machte er erneut ein Kommunikationsdefizit zwischen Verwaltung und Selbstverwaltung deutlich. Man hätte viel früher informiert werden müssen, dass im Zusammenhang mit dem Kücheneinbau ein Mehr an Leistungen anfällt, so der Tenor. Auch für die SPD ist die Forderung "völlig überzogen", wie Walter Riecken bestätigte. Bürgermeisterin Karin Nickenig (CDU) hingegen habe sich eine "beiderseitig zufrieden stellende" Lösung gewünscht, doch "die Politik hat entschieden". "Es ist schade, dass hier eine Verhandlung gar nicht möglich war", sagte sie.

Er bedauere diese Entwicklung sehr, sagte Rolf Aulitzky dazu. "Wir hatten 20 Jahre lang in der Gemeinde einen verlässlichen Ansprechpartner und würden gern weitermachen, denn wir haben schon Anfragen aus dem Jugendzentrum für den Ferienpass im nächsten Jahr. Aber das Vertrauen in Gemeindevertretung und Verwaltung ist weg", erklärte Aulitzky. Das könnte nun das unschöne Ende einer über 20-jährigen Geschichte des Laboer Herrenkochklubs sein, der zum festen Bestandteil des gemeinschaftlichen Lebens geworden war. Denn: "Die ersten Geräte haben wir bereits ausgebaut, gekocht werde zurzeit privat."

 
 
 

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Laboe - ein malerischer Traum an der Kieler Förde

Das Ostseebad Laboe mit cirka 6.000 Einwohnern liegt malerisch am Ausgang der Kieler Förde. Laboe wurde urkundlich erstmals 1240 erwähnt, der Name, ehemals "Lubodne", stammt aus dem slawischen, was soviel wie "Schwanenort" bedeutet. Dieser anmutige Großvogel ist denn auch das Wappentier Laboes. Laboe ist durch zwei verschiedene Teile mit unterschiedlichem Charme und Charakter geprägt, das Ober- und das Unterdorf. Im Unterdorf liegt der malerische Hafen mit Platz für rund 700 Boote. Der Tourismus ist eine Haupteinnahme- quelle der Gemeinde: jährlich über 350.000 Tagesgäste und 50.000 Übernachtungen. Unübersehbar ist in Laboe das Marineehrenmal für die gefallenen Seeleute beider Weltkriege; davor liegt ein altes U-Boot (die U995) vom Typ VII C am Strand.


Karin Nickenig



 




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04343-6244

Gemeindewehrführer
Kurt Jahn
04343-421800 

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